Schio [] ist eine italienische Gemeinde (comune) mit Einwohnern (Stand ) in der Provinz Vicenza, Region Venetien.
Geographie mini|hochkant|Lage der Gemeinde Schio in der Provinz Vicenza Die Stadt liegt 26 km nordwestlich der Provinzhauptstadt Vicenza am Rande der Vizentiner Alpen auf einer Höhe von Sie erstreckt sich an der Stelle, an der der Torrente Leogra aus dem gleichnamigen Tal in die norditalienische Tiefebene austritt und ist von drei Seiten von Bergen umgeben, im Osten und Südosten grenzt sie an die Tiefebene.Elio Migliorini, Gino Fogolari: Schio. In: Enciclopedia Italiana. Band 31: Scar–Soc. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1936. Sie dehnt sich zum Teil im Flachland und zum Teil auf einigen dem Alpenrand vorgelagerten Hügeln aus.
Zum etwas mehr als 66 km² großen Gemeindegebiet gehören noch die Fraktionen und Weiler Ca’ Trenta, Giavenale, Liviera, Magrè, Monte Magrè, Piane, Poleo, Sacro Cuore, Santa Croce, Santa Trinità, Santa Caterina sowie Tretto.
Nachbargemeinden sind Marano Vicentino, Monte di Malo, Posina, San Vito di Leguzzano, Santorso, Torrebelvicino, Valdagno, Valli del Pasubio, Velo d'Astico und Zanè.
Etymologie Das Toponym ist erstmals 983 als Ascledo dokumentiert. 1004 erscheint es als Vico Scledo, 1014 als Esculetum, 1027 als Exculetum sowie 1168 als Scledo. Der Name leitet sich nach Dante Olivieri aus dem lateinischen aesculētum (= Eichenwald) und dem Suffix *sclji(d)o und dessen Derivation *sclio ab.Dizionario di Toponomastica: Storia e significato dei nomi geografici italiani. S. 612. Das deutsche nicht mehr gebräuchliche Exonym lautet Schleit.
Geschichte Die Stadt liegt am Fuß des Berges Summano, auf dem man ein römisches Heiligtum des Gottes Pluto gefunden hat, heute der Jungfrau Maria gewidmet. Schio entwickelte sich um zwei Hügel – Castello und Gorzone. Auf dem Hügel Castello befindet sich heute ein alter Turm, auf dem Hügel Gorzone steht der klassizistische Dom. Im 12. Jahrhundert siedelten sich die ersten Handwerker an, und zwar Müller, Metallbearbeiter und Weber. Schon Anfang des 15. Jahrhunderts wurde Schio zu einem wichtigen Zentrum der Wollproduktion. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Schio zum so genannten Manchester Italiens. Alessandro Rossi – wie später auch Conte und Cazzola – gründete Textilfabriken, und seine Firma Lanerossi war die größte im ganzen Land. Alessandro Rossi erwies sich als intelligenter Unternehmer, denn er ließ ein Viertel mit Wohnungen und Kindergärten für seine Mitarbeiter bauen. Während des Ersten Weltkrieges verteidigten sich die Italiener auf den nahelegen Bergen Pasubio und Novegno. Im Zweiten Weltkrieg war Schio auch Kriegszone. Heute ist Schio eine moderne Industriestadt.
Schio wurde 1817 von Kaiser Franz I. der Titel einer Stadt verliehen. 1920 wurde Schio mit dem Kriegskreuz für militärische Tapferkeit und 1984 für die Verdienste während des Befreiungskampfes zwischen 1943 und 1945 mit der Tapferkeitsmedaille in Silber ausgezeichnet.Città di Schio: Statuto comunale. Art. 10.
Bevölkerungsentwicklung
Sehenswürdigkeiten Symbole der Stadt sind der klassizistische Dom, die alte Burg auf dem Hügel Castello, vor allem aber die Weberstatue auf dem Domplatz. Das Weber-Denkmal aus dem Jahr 1879 ist den Arbeitern von Alessandro Rossi gewidmet: In der Hand hält er das Schiffchen seines Webstuhls. Die Scledenser nennen es „L’Omo“, Dialekt für ‚der Mann’.
Weitere Sehenswürdigkeiten: die Franziskanerkirche Kirche Santa Maria in Valle Kirche St. Anton Das Kapuziner-Kloster Kloster der Canossianerinnen, Ruhestätte der hl. Sr. Josephine Bakhita Industrie-Archäologie: Fabbrica alta, Wollindustrie Rossi, der Jacquard Garten, die Wollfabriken Conte und Cazzola
Treffpunkte für die jungen Scledenser sind der so genannte ‚Baoplatz‘ – ein Parkplatz mit einer roten Statue: eine Seidenraupe, Bao ist Dialekt für Wurm – und das Jugendzentrum Salesiani. Es gibt noch Bars, Pubs und Discos, Bowlingbahnen und ein schönes Schwimmbad.
Markttage sind Mittwoch und Samstag am Vormittag.
Verkehr Schio ist Endstation der Bahnstrecke Schio-Vicenza. Durch den Ort führt die ehemalige Staatsstraße SS 46 „del Pasubio“, die Vicenza über den Passo Pian delle Fugazze () mit Rovereto in Trentino verbindet. Des Weiteren nimmt in Schio die ehemalige Staatsstraße SS 350 „di Folgaria e Val d’Astico“ ihren Ausgang, die von Schio nach Calliano im Etschtal führt. Die in der Provinz Vicenza liegenden Teilstücke der beiden Staatsstraßen wurden Anfang der 2000er Jahre zu Provinzstraßen unter Beibehaltung der Nummerierung deklassiert.
Persönlichkeiten
Olinto De Pretto (1857–1921), Ingenieur und Agrarwissenschaftler Josefine Bakhita (1869–1947), Heilige Toni Ortelli (1904–2000), Alpinist, Dirigent und Komponist Mario Pretto (1915–1984), Fußballspieler und -trainer Bruno Gonzato (* 1944), Radrennfahrer Tiziana Plebani (* 1954), Bibliothekarin und Neuzeithistorikerin Andrea Ferrigato (* 1969), Radrennfahrer Paolo Dal Soglio (* 1970), Kugelstoßer Walter Girardi (* 1976), Skirennläufer Christian Carlassare (* 1977), römisch-katholischer Ordensgeistlicher, Bischof von Bentiu Deborah Toniolo (* 1977), Marathonläuferin Luca Rigoni (* 1984), Fußballspieler Dj Matrix (* 1987), DJ und Musikproduzent Nicola Rigoni (* 1990), Fußballspieler Roberta Rodeghiero (* 1990), Eiskunstläuferin Elena Vallortigara (* 1991), Leichtathletin Sammy Basso (1995–2024), Biologe Elena Bellò (* 1997), Leichtathletin Katia Ragusa (* 1997), Radrennfahrerin
Städtepartnerschaften Landshut in Deutschland, seit 1981 Kaposvár in Ungarn, seit 1990 Petingen in Luxemburg, seit 1992
Bilder
Literatur Elio Migliorini, Gino Fogolari: Schio. In: Enciclopedia Italiana. Band 31: Scar–Soc. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1936. Dizionario di Toponomastica: Storia e significato dei nomi geografici italiani. Garzanti, Mailand 1996, ISBN 88-11-30500-4.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Venetien Kategorie:Ersterwähnung 983 Kategorie:Träger des Kriegskreuzes für militärische Tapferkeit Kategorie:Träger der Tapferkeitsmedaille in Silber (Italien)