Joachim Kükenbieter (Nossiophagus) († 1565 in Neubrandenburg) war ein lutherischer Theologe, zuletzt war er Superintendent in Neubrandenburg.
Leben Das Geburtsjahr Kükenbieters ist nicht bekannt. Vermutlich ist er identisch mit dem 1528 an der Universität Frankfurt (Oder) immatrikulierten Joachim Kükenbieter aus Salzwedel.J. ten Doornkaat Koolman: Berichtigung des Nachtrages zu meinem Artikel Joachim Kükenbieter, (N.A.K.G Deel XLIV, blz 176). In: Nederlands archief voor kerkgeschiedenis / Dutch Review of Church History. Nieuwe Serie, Vol. 46 (1964–1965), S. 19 JSTOR Er kam 1537 als Prediger nach Norden in Ostfriesland. 1539 wurde er von dort vertrieben, als die Reformierten die Oberhand gewannen. Er war zunächst aushilfsweise in Schwerin tätig. Sein Brief aus dieser Zeit an den Hamburger Pastor Johannes Garcaeus der ÄlterePubliziert bei Albrecht Ritschl: Wiedertäufer und Franziskaner, in: Zeitschrift für Kirchengeischte 6 (1884), S. 499–502 gilt als ein wichtiges Zeitzeugnis für das Wirken des Taufgesinnten Obbe Philips in Mecklenburg. Von 1545 bis 1547 war er Kapellan an der Nikolaikirche in Hamburg.Pastor Francke holte ihn als Nachfolger von Rambow; vgl.: Wilhelm Jensen: Die hamburgische Kirche und ihre Geistlichen seit der Reformation. S. 82.
Der Lüneburger Prediger Gerhard HerbordingkAlbrecht Ritschl: Wiedertäufer und Franziskaner. In: Zeitschrift für Kirchengeschichte. Band 6, S. 500 empfahl ihn dem Herzog Heinrich, der Nossiophagus nach Schwerin berief. Nossiophagus nahm an der landesweiten Visitation und der Ausarbeitung der neuen Kirchenordnung teil. 1552 ernannte ihn Johann Albrecht zum Domprediger am Schweriner Dom. Als solcher war er beteiligt an der Umwandlung der bisherigen Heilig-Blut-Kapelle in die herzogliche Grablege, wobei das dort befindliche goldene Christusbild zerstört wurde. Im Zweiten Abendmahlsstreit verfasste er ein Bekenntnis Schweriner Pastoren, mit dem diese sich auf die Seite Joachim Westphals stellten.Confessio ministrorum ecclesiae Sverinensis. Siehe dazu Jan ten Doornkaat Koolman: Joachim Kükenbieter (Nossiophagus): ein lutherischer Eiferer des Reformationszeitalters. In: Ned . Archief voor Kerkgesch. NS 44 (1960/61), S. 157–176 JSTOR, hier S. 172.
Am 21. August 1558 hielt er eine Verteidigungspredigt für seine Tochter.Franz Boll: Chronik der Vorderstadt Neubrandenburg. S. 58 Es war das Gerücht aufgekommen, sie hätte Ehebruch begangen. Er beschwor Blitz und Donner, sollte sie schuldig sein; noch am gleichen Tag gab es einen Blitzeinschlag, dem 44 Häuser zum Opfer fielen. Daraufhin kam er als Nachfolger des Superintendenten Johannes Garcaeus nach Neubrandenburg – zunächst gegen den Willen des dortigen Rates. 1560 einigten sich Herzog und Rat. Der Rat erhielt ein Drittel der bisherigen Kirchengüter. Nossiophagus bekam 1563 das Neubrandenburger Stadthaus der Johanniter-Komturei Nemerow als Wohnhaus und Sitz der SuperintendenturJan ten Doornkaat Koolman: Joachim Kükenbieter (Nossiophagus): ein lutherischer Eiferer des Reformationszeitalters. In: Ned . Archief voor Kerkgesch. NS 44 (1960/61), S. 157–176 JSTOR, hier S. 174; er starb dort 1565. Sein Nachfolger wurde Georg Schermer.Franz Boll: Chronik der Vorderstadt Neubrandenburg. S. 70
Er war verheiratet mit Gertrud Budde, die ihn überlebteWilhelm Jensen: Die hamburgische Kirche und ihre Geistlichen seit der Reformation. S. 82. und anschließend den Schmied Thomas Koppen heiratete.Georg Krüger: Die Pastoren im Lande Stargard seit der Reformation. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Band 69 (1904), S. 1-270Dieterich Schröder: Dieterich Schröders Kirchen-Historie des Evangelischen Mecklenburgs vom Jahr 1518 bis 1742. Band 2, S. 473
Literatur
Adrian Reershemus: Ostfriesländisches Prediger-Denkmal, S. 270f Heinrich Wilhelm Rotermund: Allgemeines Gelehrten-Lexicon. Band 5, S. 829 Jan Hendrik Gerretsen: Micronius. S. 99 Julius Wiggers: Kirchengeschichte Mecklenburgs. S. 161 Jacobus ten Doornkaat Koolman: Joachim Kükenbieter (Nossiophagus): ein lutherischer Eiferer des Reformationszeitalters. In: Ned . Archief voor Kerkgesch. NS 44 (1960/61), S. 157–176 JSTOR
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Domprediger am Schweriner Dom Kategorie:Person (Norden, Ostfriesland) Kategorie:Person des Christentums (Neubrandenburg) Kategorie:Lutherischer Theologe (16. Jahrhundert) Kategorie:Lutherischer Geistlicher (16. Jahrhundert) Kategorie:Geboren im 16. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1565 Kategorie:Mann