Das Becken des Köprü Irmağı liegt im Süden der Türkei in der Mittelmeerregion innerhalb der Provinzen von Antalya und Isparta zwischen 30° 20' und 32° 35' östlicher Länge und 36° 07' und 38° 29' nördlicher Breite. Es erstreckt sich, eingebettet in die östlichen Taurus-Stränge der Kurve von Isparta, mit einer Länge von etwa 120 km in nahezu nord-südlicher Richtung zwischen dem Kuyucak-Gebirge, das es im Westen vom Aksu-Becken trennt, den Dedegöl Dağları im Osten, die es zum Becken des Beyşehir Gölü, Suğla Gölü sowie zum Taşeli-Plateau hin abgrenzen, und im Norden dem Anamas-Gebirge, einem Teil der Dedegöl Dağları. Sein Hauptgewässer ist mit seinem Quellgebiet zwischen Eğirdir Gölü und Beyşehir Gölü der Köprü Irmağı (auch Köprü Suyu, Köprü Çayı, in der Antike Eurymedon), der eine wichtige Rolle bei der geomorphologischen Ausbildung des Gebietes spielt und das Becken mit einer Gesamtfläche von 2350 km² entwässert.

Allgemeiner Flussverlauf links|mini|Einfach gewölbte römische Brücke (Zindan Roma Köprüsü) bei Aksu über den Aksu Çayı (Köprü Irmağı), die das Zindan-Heiligtum mit einem südlich gelegenen Friedhof verbindet. mini|Das Bild zeigt die Oluk Köprü im Köprülü-Canyon 1997 vor der Restaurierung. links|mini|Die Eurymedonbrücke (Köprüpazar Köprüsü) bei Aspendos über den Köprü Irmağı wurde auf den Fundamenten einer römischen 9-bögigen Brücke als Spitzbogenbrücke im 13. Jahrhundert von den Seldschuken erneuert. Seinen Namen verdankt der Köprü Irmağı (Brückenfluss) drei historischen Brückenbauten, der „Zindan Roma Köprüsü“ bei Aksu im nördlichen Quellbereich, der „Oluk Köprü“ (auch Eurymedonbrücke) im Köprülü-Canyon im Mittellauf und der „Eurymedonbrücke“ (auch Köprüpazar Köprüsü) im Unterlauf des Flusses bei Aspendos. Seine ersten Quellen entspringen dem Anamas-Gebirge (2374 m), wo der anfängliche Bach von Wäldern umgebene Täler durchquert und durch enge Schluchten fließt. In seinem zentralen Teil durchquert er extrem enge und tiefe, steilwandige canyonartige Schluchten, in die selbst die Sonne kaum eindringen kann. Das Wasser strömt dort sehr schnell und erhält das Aussehen eines vollen Flusses. Im unteren Teil fließt der Fluss zügig durch ein flaches, bis zu 120 m breites Bett zwischen Flussinseln hindurch und ergießt sich mit einer einzigen Mündung ins Mittelmeer. mini|Als Ayvalı Çayı passiert der Köprü Irmağı die Dörfer Yukarı Ayvalı und Aşağı Ayvalı, fließt in die Belence-Enge und verbindet sich mit dem Karacahisar Deresi, der von den Südhängen des Sarı İdris Dağı (2150 m) von Norden kommt. Das 184 km lange Hauptgewässer der Köprü-Irmağı-Senke beginnt seinen Lauf östlich des Eğirdir-Sees etwa 10 km nördlich von Aksu als Aksu Çayı im oberen Becken des Köprü Irmağı beim Kayabaşı (Gök) Tepe und dem Akpınar Dağı östlich des 2151 m hohen Sarıidris Dağı (auch İkIz Tepe) auf einer Höhe von 1950 bis 2000 m auf der Sorgun-Hochebene. In diesem Teil wird der Fluss von reichlichen Quellen gespeist, u. a. von zahlreichen Karstquellen von Başpınar im Norden des Kreises Aksu in der Provinz Isparta und erreicht das Mittelmeer im Kreis Serik östlich von Antalya. Der Köprü Irmağı entwässert sein Becken mit 5030 Nebenflüssen mit einer Gesamtlänge von 3863 km. Die große Wassersammelfläche des Flusses und die zusätzliche Speisung durch viele Karstquellen führen bei starken Regenfällen zu Überschwemmungen. Bei Hochwasser im Becken steigt die Fließgeschwindigkeit des Baches über den maximalen Pegel, so dass die Tiefen- und Seiten-Erosionskraft, also Größe und Gewicht des Abriebs, erhöht werden.

Nachdem der Köprü Irmağı als eher kleiner Bach das Sorgun-Plateau passiert hat, mündet er in die Zindan-Enge und nimmt das Wasser der Zindan-Quellhöhle bei Aksu auf. In diesem Bereich bildet er Wasserfälle und heißt ab dort Aksu Çayı. Die Zindan-Enge öffnet sich anschließend zur Aksu- und Yılanlı-Ova. Hier bildet der Fluss die Lebensader zur Bewässerung der beiden Ebenen. In der Yılanlı-Ebene nimmt er den Yılanlı Çayı und die Karaköy-Quellen aus Westen und den Bucak Çayı (Başak Çayı) aus Osten auf, wendet sich nach Südosten und trägt danach den Namen Ayvalı Çayı. Als Ayvalı passiert er die Dörfer Yukarı Ayvalı und Aşağı Ayvalı, fließt in die Belence-Enge und verbindet sich mit dem Karacahisar Deresi, der von den Südhängen des Sarı İdris Dağı (2150 m) von Norden durch das Dorf Karacahisar kommt, dabei Seitenbäche aus den Akdağ- und Anamas-Bergen sowie die Karacahisar-Karstquellen aufnimmt. Von hier aus fließt der Ayvalı durch die Dörfer İnci und Darıbükü und nimmt im Süden des Dorfes Kasımlar den Kartoz Çayı (Kartüz) auf, der am Kartoz Dağı (Kartüz) (2330 m) südwestlich des Beyşehir-Sees entspringt. Danach wird er als Köprü Irmağı bzw. Köprüçay Irmağı bezeichnet. links|mini|Südlich von Kasımlar erreicht der Köprü Irmağı die 12 km lange Suyüzü-Schlucht (Kasımlar Kanyonu), die von den Einheimischen als “Öpüşen Kayalar” (küssende Felsen) bezeichnet wird mini|Südlich von Çaltepe beginnt der Nationalpark „Köprülü Kanyon Milli Parkı“ (Köprülü-Kanyon-Nationalpark) mit dem Köprülü-Canyon, dem südlichen Abschnitt des Canyon-Bereichs im Köprü-Irmağı-Becken. links|mini|Südlich Beşkonak fließt der Köprü Irmağı westlich des Akdağ (im Bild) und unterhalb des Zincirli Dağı durch eine ausgedehnte Ebene. Hier erreicht der Fluss die 12 km lange Suyüzü-Schlucht (Kasımlar Kanyonu), die von den Einheimischen als “Öpüşen Kayalar” (küssende Felsen) bezeichnet wird. Er verbindet sich weiter südlich mit dem Dutluk Çayı und heißt dort Doğancılar Çayı, nimmt dann den Koz Çayı auf und trägt ab dort auch den Namen Köprü Çayı. Mäandrierend sammelt er die Quellen von Pınarbaşı unterhalb des Dorfes Değirmenözü, passiert eine weitere 1,5 km lange Schlucht östlich des Hopbilla Dağı (1750 m), wendet sich nach Süden, fließt – kleine Inseln bildend – etwa 15–20 km in Form eines fast stehenden Gewässers, das die Einheimischen „Uyuyan Su“ (Schlafendes Wasser) nennen, erreicht Bolasan (bei Çaltepe, Antalya), tritt südlich von Çaltepe in die 15 km lange Schlucht des Köprülü Canyon und erreicht die berühmte historische Brücke „Oluk Köprü“. Südlich Beşkonak fließt der Köprü Irmağı, der von Westen den Kocataş Deresi und von Osten den Sağırin Deresi aufnimmt, westlich des Akdağ und unterhalb des Zincirli Dağı hindurch, durchquert das Gelände der antiken Stadt Belkıs (Aspendos) und erreicht das Mittelmeer durch die Serik-Ebene.

Geologisch-morphologische Strukturen Das Köprü Irmağı-Becken wurde nach der alpinen Orogenese am Ende des Mesozoikums landfest und begann danach ein Flussnetz aufzubauen. Entsprechende fluvial-erosive und akkumulierende Prozesse hatten nach der Hebung des Taurusgebirges mit der Transgression während der alpinen Orogenese und Neogenzeit begonnen, wobei der Köprü Irmağı sein Einzugsgebiet als junges Gewässer aufgrund fortschreitender tektonische Prozesse weiter verjüngte. Über 80 % des Köprü-Irmağı-Beckens sind mit verkarstungsfähigen Gesteinen bedeckt. Damit hat das Köprü Irmağı-Becken mehr als das Zweifache des Verkarstungspotenzials im Vergleich zum türkischen Durchschnitt (40 %). Entsprechend steht die morphologische Struktur im größten Teil der Region im und um das Köprü-Irmağı-Einzugsgebiet in engem Zusammenhang mit den geologischen Hauptstrukturen, also marinen miozänen Kalksedimenten, die mit der Taurus-Orogenese aufstiegen, und schuf Bergländer, so z. B. im Westen den Şimşirli Dağı (1850 m), den Bozburun Dağı (2504 m) und den Kartoz Dağı (2320 m) im Osten. Später bildeten mesozoische, halbmarmorierte (harte) dolomitische Kalksteine u. a. das Anamas-Massiv der Dedegöl Dağları und des Dippoyraz Dağı im Norden, des Sarp Dağı (2500 m) im Westen sowie des Dumanlı Dağı (1750 m) und des Hopbilla Dağı (1750 m) im Osten, also weiteres hochgebirgiges Gelände. Im Norden, Osten und Westen des Beckens stehen jurassische Ophiolithe an, Gesteine, die durch die Hebung und Ausbreitung von basischem Magma gebildet werden, einschließlich Peridotit, Pyroxenit, Serpentinit (reich an Magnesium) und Chromablagerungen. Ophiolithe liegen auch unter den jurassischen (Dogger) braunen Kalksteinen im Norden von Darıbükü und im Gök Dağ.

Die geschichteten Strukturen der Kalksteine und das Aufbrechen dieser Schichten unter dem Einfluss tektonischer Ereignisse führten zur Bildung von tiefen Rift- und Risssystemen. Als Ergebnis dieser tiefen Spalten haben sich Canyon-Formationen in den tiefen Spalten des Köprü-Flusstals und der Canyons im Aksu-Tal, Alara-Tal und Karpuz-Flusstal entwickelt. Niederschläge und Atmosphärilien, die in das Risssystem in den Kalksteinen eindrangen, führten zur Lösung des Calciumcarbonats und zur Ausdehnung des Risssystems. Klüftige Wasserwege, Dolinen und Höhlen, die sich über Jahrtausende in diesen verkarsteten Kalksteinen entwickelt haben, lassen das Niederschlagswasser versickern. Mit dem Einsturz großer Höhlen in Kalksteinen bildeten sich stellenweise kleine und große Hohlräume. Ton kommt häufiger in braunen Kalksteinen vor, bei denen es sich um Sedimentmaterialien der Jurazeit handelt. Mergelschichten, Tonschiefer und salzige Tonsedimente zwischen diesen Kalksteinschichten verursachen durch Wasseraufnahme und Quellung Rutschungen und Dellen. In den oberflächennahen Teilen der Ophiolithe hat sich ein dünnes, aber häufiges Risssystem entwickelt, aus dem Wasser austritt.

Somit haben sich die meisten auffälligen fluvialen Topographieformen auf Karbonatgesteinen entwickelt. Die besten Beispiele dafür sind der Kasımlar-Canyon, der Köprülü-Canyon und der Tazi-Canyon. Da der obere Teil des Köprü-Irmağı-Beckens zumeist bergiges und hügeliges Gelände mit steilen Hängen aufweist, herrscht dort eine entsprechend landschaftsprägende starke Erosionsaktivität. Der untere Teil des Beckens dagegen besteht weitgehend aus ebenem und flachem Gelände, so dass im unteren Becken eher akkumulierende Aktivitäten aktiv sind. Die Tatsache, dass der größte Teil der Beckenoberfläche aus erosionsfähigen Gesteinen besteht und das Gebiet durch tektonische epirogenetische Bewegungen angehoben wird, erleichtert die Gestaltung des Beckens durch fluviale Prozesse. links|mini|Aufgrund der starken tektonischen Bewegungen im Mesozoikum, Neogen und Pleistozän erhielt das Köprü Irmağı-Becken eine gestörte und gefaltete Struktur. mini|Nach dem Ende des 17 km langen Kasımlar-Canyons mäandriert der Köprü Irmağı für ca. 15 km zwischen den Dörfern Değirmenözü und Çaltepe in einer breiteren Senke, ehe er die Region des Köprülü Canyons erreicht.