Die Saison 2022/23 der 3. Fußball-Liga war die 15. Spielzeit der dritthöchsten deutschen Spielklasse im Männerfußball. Sie wurde am 22. Juli 2022 mit der Partie zwischen dem VfL Osnabrück und dem MSV Duisburg (1:0) eröffnet und endete am 27. Mai 2023 mit dem 38. Spieltag. Die Relegationsspiele für die 2. Bundesliga fanden am 2. und 6. Juni 2023 statt.
Durch die Weltmeisterschaft 2022 in Katar, die aufgrund der klimatischen Verhältnisse in dem Wüstenstaat vom 20. November bis zum 18. Dezember 2022 stattfand, wurde der Spielbetrieb der 3. Liga für neun Wochen unterbrochen. Da die Spieler, die an der WM teilnahmen, ihren Nationalmannschaften zur Verfügung stehen mussten, fand der letzte Drittliga-Spieltag vor der WM-Pause (der 17.) bereits vom 11. bis zum 14. November statt. Der Ligabetrieb wurde am 13. Januar 2023 wieder aufgenommen.
Teilnehmer Der 1. FC Magdeburg, Eintracht Braunschweig und der 1. FC Kaiserslautern stiegen nach der Vorsaison in die 2. Bundesliga auf und wurden durch die Absteiger Dynamo Dresden, FC Erzgebirge Aue und FC Ingolstadt 04 ersetzt. Aue war zuvor sechs Spielzeiten in der 2. Bundesliga vertreten, Dresden und Ingolstadt mussten hingegen den unmittelbaren Wiederabstieg hinnehmen.
Nach der Vorsaison stiegen der FC Viktoria 1889 Berlin, die Würzburger Kickers und der TSV Havelse in die Regionalliga ab, ebenso Türkgücü München, das den Spielbetrieb vorzeitig eingestellt hatte. Sie wurden durch die vier Aufsteiger SpVgg Bayreuth, SV Elversberg, Rot-Weiss Essen und VfB Oldenburg ersetzt. Elversberg hatte zuletzt in der Saison 2013/14 in der 3. Liga gespielt, Essen ist nach 15 Jahren wieder im Profifußball vertreten, Oldenburg nach 25 und Bayreuth gar nach 32 Jahren.
Saisonverlauf Hinrunde Aufsteiger Elversberg stellte in der Hinrunde die mit Abstand beste Offensive, 46 Toren standen die 37 des zweittorgefährlichsten Teams Wehen Wiesbaden gegenüber. Mit Luca Schnellbacher spielte auch der effektivste Torschützen der Liga (gemeinsam mit Dynamo Dresdens Ahmet Arslan) bei Elversberg, wohingegen seine Teamkollegen Manuel Feil, Jannik Rochelt und Nick Woltemade alle unter den besten zehn Vorlagengebern der Liga waren. Nach dem saarländischen Rivalen Saarbrücken kassierte die Defensive um Elversbergs Keeper Nicolas Kristof die zweitwenigsten Gegentore, beide Mannschaften verloren jeweils die wenigsten Hinrundenspiele (drei). Mit einer Ausbeute von 44 Punkten gelang es Elversberg, Wehen Wiesbaden zum Ende der Hinserie auf bereits sieben Zähler zu distanzieren und die Herbstmeisterschaft zu holen. Neben Saarbrücken auf Rang 3 hielten auch die nicht aufstiegsberechtigte U23 des SC Freiburg, 1860 München und Waldhof Mannheim Kontakt zu den Aufstiegsplätzen.
Die Situation im unteren Bereich der Tabelle war nach Abschluss des 19. Spieltags ausgeglichener. Absteiger Aue gewann an den ersten 16 Spieltagen nur zweimal und befand sich von Saisonbeginn an im Tabellenkeller wieder. Nach zuletzt drei Siegen in Folge konnten sich die Sachsen aber über den Strich retten. Neben den Aufsteigern Bayreuth und Oldenburg rutschte auch Borussia Dortmund II häufiger in die Abstiegszone. Die Westfalen verloren in der Endphase der Hinserie fünfmal in Folge, wohingegen der SV Meppen nach dem 4. Spieltag keine Partie mehr gewinnen konnte und nach 19 Spielen auf dem letzten Platz stand.
Rückrunde Elversberg blieb im Verlauf der Rückserie trotz einer zwischenzeitlichen Sieglosserie von fünf Partien weiterhin Tabellenführer und auch der SC Freiburg II war schlechtestenfalls Vierter. Die Freiburger stellten zum Saisonende die Defensive, welche die wenigsten Gegentore zugelassen hatte. Mit dem FC Ingolstadt 04, Mannheim und 1860 München schieden selbsternannte Aufstiegsaspiranten nach und nach aus dem Aufstiegsrennen aus, neben Wehen Wiesbaden machte vor allem der Vorjahresabsteiger Dresden Plätze gut, nachdem er zwischen dem 17. und dem 28. Spieltag ungeschlagen blieb. Drei Spieltage vor Schluss hatte sich das Feld der potenziellen Zweitligaaufsteiger auf Elversberg, Dresden, Wehen Wiesbaden, den 1. FC Saarbrücken sowie den VfL Osnabrück reduziert. Die Partie Elversbergs gegen Wehen war das einzige noch auszutragende, direkte Duell innerhalb dieses Fünferfelds. Ein Unentschieden gegen den Dritten Wehen reichte Elversberg bei einem gleichzeitigen Remis des 1. FC Saarbrücken einen Spieltag vor Saisonende, um die Meisterschaft und den Durchmarsch von der Regional- in die 2. Liga zu finalisieren.
Die Entscheidung über den anderen direkten Aufstiegs- sowie den Relegationsplatz fiel erst am letzten Spieltag. Dabei kam es zu kuriosen Szenen, als Wehen Wiesbaden verfrüht den Aufstieg in die zweite Liga feierte. Wehen gewann am letzten Spieltag sein Heimspiel gegen den Halleschen FC mit 1:0, während der punktgleiche VfL Osnabrück, der vor dem Spieltag mit einem um ein Tor besseren Torverhältnis als Wiesbaden den direkten Aufstiegsplatz belegt hatte, im Heimspiel mit 0:1 gegen die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund zurücklag. Während die Wehener Fans nach Abpfiff der Partie den Platz stürmten, um den Aufstieg zu feiern, glich Osnabrück, das noch spielte, in der Nachspielzeit aus. Zwei Minuten später erzielte Osnabrück in der letzten Spielminute den Siegtreffer zum 2:1 und entriss dem SV Wehen damit noch den sicher geglaubten direkten Aufstieg. Dieser fiel auf den Relegationsplatz zurück, der 1. FC Saarbrücken verpasste in letzter Sekunde die Relegation und Dynamo Dresden die Qualifikation für den DFB-Pokal.Alex Westhoff: Osnabrück steigt nach irrwitzigem Finale in zweite Liga auf. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. Mai 2023, abgerufen am 28. Mai 2023.Julian Koch: SVWW feierte zu früh: "Dachten, dass wir aufgestiegen sind". In: liga3-online.de. 27. Mai 2023, abgerufen am 28. Mai 2023. Durch zwei Siege im Relegationsduell mit dem Zweitligisten Arminia Bielefeld gelang Wehen Wiesbaden dann letztendlich doch noch der Aufstieg.
Der FSV Zwickau, der seit der Spielzeit 2016/17 und somit am zweitlängsten nach dem Halleschen FC Teil der Liga gewesen war, stand neben dem Vorjahresaufsteiger Bayreuth nach dem 36. Spieltag als Absteiger fest. Neben Halle waren zu diesem Zeitpunkt noch Rot-Weiss Essen sowie die beiden NFV-Vereine VfB Oldenburg und SV Meppen abstiegsgefährdet. Halle besiegte am 37. Spieltag Essen und gleichzeitig verlor Oldenburg gegen Zwickau, wohingegen Meppens 4:1-Sieg gegen Dynamo Dresden für die Abstiegsentscheidung nicht mehr von Relevanz war; Meppen und Oldenburg folgten so dem FSV Zwickau und der SpVgg Bayreuth in die viertklassige Regionalliga.
Statistiken Tabellenführer Tabellenletzter
Abschlusstabelle
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Zum Saisonende 2021/22: (A) Absteiger aus der 2. Bundesliga 2021/22 (N) Neuzugang, Aufsteiger aus der Regionalliga 2021/22 Zum Saisonende 2022/23: Aufstieg in die 2. Bundesliga 2023/24 () Teilnahme an den Relegationsspielen gegen den 16. der 2. Bundesliga 2022/23 P Teilnahme am DFB-Pokal 2023/24 Abstieg in die Regionalligen 2023/24
Kreuztabelle Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte, die Gastmannschaft in der oberen Zeile aufgelistet.
2022/23 22px|Dynamo Dresden 22px|FC Erzgebirge Aue 22px|FC Ingolstadt 04 22px|TSV 1860 München 22px|SV Waldhof Mannheim 22px|VfL Osnabrück 22px|1. FC Saarbrücken x22px|SV Wehen Wiesbaden 22px|Borussia Dortmund II 22px|FSV Zwickau 22px|SC Freiburg II 22px|SV Meppen 22px|FC Viktoria Köln 22px|Hallescher FC 22px|MSV Duisburg 20px|SC Verl 22px|SpVgg Bayreuth 22px|SV Elversberg 22px|Rot-Weiss Essen 22px|VfB Oldenburg Dynamo Dresden 1:0 1:1 3:4 2:1 3:2 1:2 3:1 3:0 0:0 1:1 1:1 1:1 7:1 2:0 2:0 1:2 2:3 2:1 2:1 FC Erzgebirge Aue 0:1 0:3 1:3 2:1 1:1 2:1 1:5 3:3 0:1 0:0 3:0 1:1 1:1 0:2 2:3 4:0 1:1 2:1 1:0 FC Ingolstadt 04 2:3 1:2 1:3 1:0 1:4 0:0 2:3 1:2 0:0 0:1 3:1 1:3 1:0 2:0 3:1 1:0 1:2 1:1 0:2 TSV 1860 München 1:2 3:1 1:2 3:1 3:0 0:1 3:1 1:4 3:1 1:0 4:0 0:1 3:1 4:1 0:3 2:0 1:1 1:1 1:0 SV Waldhof Mannheim 2:1 1:0 3:2 3:1 0:2 1:0 1:0 2:1 2:1 2:1 3:1 3:1 4:1 3:1 1:1 2:1 2:1 1:2 1:3 VfL Osnabrück 0:1 3:1 0:1 0:2 5:0 2:2 4:1 2:1 4:3 1:1 2:2 3:1 3:2 1:0 2:1 2:3 1:0 1:0 2:0 1. FC Saarbrücken 2:0 0:0 3:4 2:0 2:1 1:2 2:2 1:0 3:2 2:2 0:0 2:1 2:0 2:3 1:0 5:0 0:4 3:0 3:1 SV Wehen Wiesbaden 1:0 1:2 4:1 2:0 3:0 1:1 0:2 1:1 4:1 3:1 1:2 1:1 1:0 1:3 2:1 4:1 1:0 3:1 3:1 Borussia Dortmund II 1:3 0:1 0:4 1:1 4:0 1:2 1:2 0:1 4:0 0:2 1:0 0:2 0:0 2:0 1:0 1:0 2:0 1:0 1:2 FSV Zwickau 0:1 0:2 2:0 2:2 3:1 4:3 2:2 0:1 1:2 0:1 1:1 0:0 3:2 0:1 2:1 2:0 0:2 0:2 0:1 SC Freiburg II 1:1 1:1 1:0 2:0 3:2 1:1 1:1 4:2 1:0 4:0 2:0 1:0 2:0 2:0 1:1 2:0 2:1 0:3 1:0 SV Meppen 4:1 3:2 0:3 2:1 6:2 0:3 1:0 0:3 0:2 3:0 1:2 2:2 2:3 0:3 1:3 0:1 0:0 2:0 1:1 FC Viktoria Köln 2:1 3:0 3:1 1:1 1:4 0:2 0:2 1:0 1:1 1:1 0:3 3:1 2:2 2:2 2:1 2:1 0:2 1:0 1:2 Hallescher FC 0:2 5:2 1:0 0:0 3:1 0:1 1:2 2:3 0:0 0:2 1:3 1:1 2:2 2:2 5:1 3:0 1:3 2:0 2:0 MSV Duisburg 0:1 3:0 0:1 2:2 1:3 1:2 2:2 1:1 0:5 4:0 3:1 0:0 1:1 1:0 3:3 1:1 2:2 2:2 1:1 SC Verl 2:3 3:2 2:1 0:1 2:2 0:1 2:0 1:1 2:1 3:0 1:2 2:2 2:2 2:2 1:0 4:1 1:2 1:1 2:1 SpVgg Bayreuth 1:1 3:3 1:0 1:0 1:3 1:0 0:6 2:3 3:1 5:3 0:1 3:0 1:4 0:1 0:4 1:3 0:1 1:1 1:2 SV Elversberg 1:1 0:1 4:3 4:1 1:0 4:1 0:2 1:1 3:1 5:0 3:0 2:2 3:2 1:1 3:0 1:2 5:2 3:0 3:0 Rot-Weiss Essen 1:1 2:1 2:2 2:2 0:3 1:1 1:0 1:3 2:0 1:1 2:0 0:0 1:4 0:0 1:1 2:2 2:0 1:5 0:0 VfB Oldenburg 1:3 1:3 0:3 2:2 1:1 4:3 0:1 1:2 2:1 1:2 0:0 1:1 1:3 0:1 2:3 1:0 1:1 2:3 3:5 Stand: Saisonende
Relegation Die beiden Relegationsspiele zwischen der drittbesten aufstiegsberechtigten Mannschaft der 3. Liga (SV Wehen Wiesbaden) und dem 16. der 2. Bundesliga (Arminia Bielefeld) fanden am 2. und 6. Juni 2023 statt.
Arminia Bielefeld stieg damit in die 3. Liga ab, der SV Wehen Wiesbaden stieg in die 2. Bundesliga auf.
Tabellenverlauf Verlegte Partien werden entsprechend der ursprünglichen Terminierung dargestellt, damit an allen Spieltagen für jede Mannschaft die gleiche Anzahl an Spielen berücksichtigt wird.