Martin Hildebrandt (* 22. August 1854 in Magdeburg; † 2. September 1925) war ein deutscher Publizist in Berlin.

Leben Martin Hildebrandt veröffentlichte seit 1890 erste Schriften in Berlin. 1891 wurde er für seine Ketzer-Briefe zu einem Gefängnisaufenthalt in Plötzensee verurteilt und aus dem Deutschen Schriftsteller-Verband ausgeschlossen. Daraufhin gründete er die Deutsche Schriftsteller-Genossenschaft, die in den folgenden Jahren mehrere hundert Mitglieder hatte. In dieser Zeit setzte er sich auch erfolgreich für Rechte von Schriftstellern und Journalisten ein, zum Beispiel im Urheberrecht.

1897 heiratete Martin Hildebrandt die Übersetzerin Gertrude Roth-Eggert.Sophie Pataky: Lexikon deutscher Frauen der Feder, Band 1, 1898, S. 351f.; ihr Name war seitdem Gertrude Hildebrandt-Eggert, (geboren 1858) Ab etwa 1900 wandte er sich vor allem der Reklamebranche zu. Um 1915 gab er in einem eigenen kleinen Verlag der Schriftsteller-Genossenschaft in Charlottenburg einige wenige Schriften heraus.Publikationen aus dem Verlag der Schriftsteller-Genossenschaft 1914/15 bei WorldCat

Charakteristik Martin Hildebrandt vertrat in seinen Schriften nationalkonservative Ansichten und lehnte eine stärkere Frauen-Emanzipation ab. 1894 beschrieb ihn die Schriftstellerin Dora Duncker so:

In seinen letzten Lebensjahren wurde er als liebenswürdiger alter Herr bezeichnet.Robert Hösel: Ein Senior der Reklame. In Seidels Reklame, 10, 1925, S. 509

Publikationen Bücher Martin Hildebrandt verfasste einige Bücher, meist mit polemischen Inhalten.

Nicht gegen den Kaiser; zur socialen Bewegung, 1890 Ohne Bismarck. Eine nüchterne Betrachtung der Lage, 1890, (nach Bismarcks Rückzug) Die Reichs-Schwiegermutter kommt! Aus den Geheimnissen einer politischen Ehe; geplaudert von einem Hausfreund, 1891 Ketzer-Briefe, 1891 Digitalisat Wider die Communisten am geistigen Eigenthum. Ein Aufruf an Schriftsteller, Componisten und bildende Künstler. Zur Revision des Urheberrechts, 1899 Vater Martins Briefe an seinen kleinen Michel, 1907, Neuauflage 1909 und 1918 (Digitalisat). Stimmungen, 1908 Der deutsche Zorn; in Versen und Liedern, 1914 Digitalisat Roddies Bekanntschaften, 1915 Ins deutsche Gewissen! Zwölf Sonette, 1917 Denkzettel, 1920

Zeitschriften und Blätter Martin Hildebrandt schrieb für verschiedene Zeitschriften Als Leiter Das Recht der Feder, 1891–1900, Organ der Deutschen Schriftsteller-Genossenschaft, Leiter Der Heide, 1901, Gründer und Leiter der ersten AusgabenHandbuch des Antisemitismus, 2013, S. 265; über die Zeitschrift Der Heide Die Abonnenten-Versicherung, 1912–1913, wahrscheinlich HerausgeberDie Abonnenten-Versicherung im Verlag der Schriftsteller-Genossenschaft, in der Zeitschriftendatenbank

Als Mitarbeiter Neue Reklame, seit etwa 1900 Seidels Reklame, seit etwa 1900 Artikel Die Setzmaschinenfabrik Typograph. Ein Gedenkblatt aus Anlaß der Fertigstellung der 2000. Maschine, 1908 25 Jahre 'Typograph'. Gedenkblätter zum fünfundzwanzigjährigen Bestehen der Typograph G.M.B.H., Berlin NW. 1897–1922, 1922

Literatur Robert Hösel: Ein Senior der Reklame. In Seidels Reklame, 10, 1925, S. 509, Nachruf mit Fotografie Gerhard Lüdtke: Nekrolog zu Kürschners Literatur-Kalender 1901–1935. Walter de Gruyter, Berlin und Leipzig 1936. S. 297, mit Bibliographie

Weblinks

Einzelnachweise

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