Die Schleimfüße (Myxacium) stellen eine Untergattung der Gattung Schleierlinge (Cortinarius).
Wichtigstes Merkmal: Hut und Stiel sind schleimig bis schmierig. Ausnahmen gibt es in der Sektion Ochroleuci mit einigen relativ trockenen, kaum schmierigen Vertretern.
Beschreibung Es handelt sich um mittlere bis recht große Pilze mit von einem schleimigen Velum mehr oder weniger überzogenen Arten. Hutfarbe: lila bis blauviolett, gelb, gelbbraun oder rotbraun, selten auch weißlich bis cremefarben. Stiel: weiß, ockergelb bis braun oder auch mit blauviolettem Ton, glatt bis stark genattert oder aufgerissen gegürtelt. Lamellen: mehr oder weniger ausgebuchtet angewachsen. Junge Pilze mit Lamellen zum Teil mit blauvioletten Tönen, zum Teil grau bis gelbockerlich, später verfärben sie sich durch das reifende Sporenpulver in ein sattes Ocker bis Rostbraun.
Vorkommen Die Schleimfüße wachsen auf Erde im Laub- oder Nadelwald, seltener auch in alpinen Höhenlagen oder arktischen Zonen. Erscheinungszeit ist vor allem der Herbst bis Spätherbst.
Speisewert Bei den Schleimfüßen gibt es keine bekannten Giftpilze. Die bitteren Arten sind ungenießbar. Traditionell werden in der Schweiz und in Frankreich etliche Arten als Speisepilze gesammelt. Dennoch ist generell vom Genuss der Schleimfüße abzuraten.
Systematik Für die weitere Bestimmung der Schleimfüße sind entscheidende Merkmale die Farbe, der lila bis blauviolette Farbanteil, die Beschaffenheit der Hutoberfläche (glatt, gekerbt, gefurcht oder runzelig), die Beschaffenheit des Stiels (genattert, gegürtelt oder glatt), der Geschmack (bitter oder mild), sowie der Standort (Laub- oder Nadelwald, auf kalkhaltigem oder sauren Boden, lehmiger oder sandiger Untergrund).
Die Unterteilung nach Sektionen (+ Beispielart) erfolgt nach Bon (1988):
Sporen fast kugelig; Hut und Velum gelblich oder bläulich. Sektion DelibutiLilablättriger Schleimfuß (Cortinarius delibutus) Sporen ellipsoid, mandel- oder zitronenförmig; Hut gelb, braun oder blau, Velum weiß bis bläulich. Geschmack und Fleisch und/oder Huthaut bitter, Sporen mindestens 9 µm lang. Sektion Ochroleuci (Vibratiles)Trockener Schleimfuß (Cortinarius ochroleucus) Geschmack des Fleisches und der Huthaut mild, Sporen mindestens 10 µm lang, grob warzig ornamentiert. Schnallen in den Hyphen der Huthaut vorhanden; aufgeblasene Zystiden auf der Lamellenschneide fehlen oder sind unauffällig und selten breiter als die Basidien; der Geruch dies Stielfleisches ist unauffällig. Sektion: MyxaciumNatternstieliger Schleimfuß (Cortinarius trivialis) Schnallen fehlen; Lamellenschneiden mit aufgeblasenen (15–30 µm breiten) Zystiden; Geruch gewöhnlich nach Honig, besonders wenn der Stiel gerieben wird. Sektion: Elatiores (Delibuti)Langstieliger Schleimfuß (Cortinarius elatior)
Arten Die Schleimfüße gehören zu den kleineren Untergattungen der Schleierlinge. Im deutschsprachigen Raum kommen etwa 40 Arten vor.
Schleimfüße (Myxacium) Schleimfüße in Deutschland, Österreich und der Schweiz Artname Autor Populärname SynonymCortinarius absarokensis 1987Blassbrauner SchleimfußCortinarius aleuriolens 1982Cortinarius alpinus 1895Gebirgs-Schleimfuß Cortinarius favrei Cortinarius arvinaceus 1838, ss.RickenBuchen-SchleimfußCortinarius barbatus Neu: Thaxterogaster barbatus 1989Kristall-Schleimfuß, Glasiger Wurzel-SchleimfußCortinarius cristallinusCortinarius betulinus 1948Schmächtiger Birken-Schleimfuß, Blassblauer SchleimfussCortinarius causticus 1838,Bereifter SchleimfußCortinarius collinitus ss. Lge.,Mos.& alBlaustiel-Schleimfuß, C. cylindripes Kauffm. ss. Lge.,Mos.Cortinarius croceocoeruleus Neu: Thaxterogaster croceocoeruleus 1861Safranblauer SchleimkopfCortinarius delibutus 1838,Blaublättriger SchleimfußCortinarius duramarus 2003Hartfleischiger SchleimfußCortinarius eburneus Neu: Thaxterogaster eburneus 1985Weißer SchleimfußC.crystallinus ss. Bres. non auct., C. emollitus ss. Lge. non auct., inkl. C. crystallinus f.gracilis Cortinarius elatior 1838,Langstieliger SchleimfußC. lividoochraceus ss. Melot, C. citreisporus nom.superfl.Cortinarius emollitus 1838,Bitterer Wasserkopf, Weichstieliger SchleimfußCortinarius emunctus 1838Stahlblauer Schleimfuß, Lilagrauer Birken-SchleimfußC. subemunctus, C. griseoviolaceus, C. griseolilacinusCortinarius epipoleus 1838,Stahlgrauer Kleinspor-Schleimfuß, Grauer SchleimfußCortinarius epsomiensis 1958Blasser Dickfuß, Brauner Alpen-SeidenkopfC. anomalusCortinarius fennoscandicus 1993Cortinarius grallipes 1838Birken-SchleimfußCortinarius illibatus 1838 ss.str. non Metrod.Rosablättriger SchleimfußCortinarius iodeoides 1918C. fulvoluteus BritzCortinarius lividoochraceus ss.str.Kleiner SchleimfußC. pumilus (Fr.) J.E.Lange, C. mucifluoides var.ochroflavus Cortinarius metrodiiC. illibatus sensu Cooke (1891), Metrod,Cortinarius mucifluoides 2000Falscher Langstieliger SchleimfußC. mucifluus ss.Konr.& Maubl., Myxacium mucifluum ss. Ricken & al., Myxopholis mucifluoides , Cortinarius konradianus , nom.superfl.Cortinarius mucifluus ss. Fr. (non al.)Kiefern-Schleimfuß, Runzeliger SchleimfußC. pinicola Cortinarius mucosus f. 1867Heide-SchleimfußCortinarius nitidus 1838Glänzender SchleimfußCortinarius ochroleucus Neu: Thaxterogaster ochroleucus 1838Trockener SchleimfußCortinarius pangloius 1969Cortinarius pluvialis 1989Cortinarius pluviorum 1957Ockerbrauner SchleimfußCortinarius pluvius Neu: Thaxterogaster pluvius 1838Regen-Schleimfuß, Grünerlen-Schleimfuß, Bronze-HautkopfCortinarius salor 1838Blauer SchleimkopfCortinarius stillatitius 1838, ( ss.Bres. 1930)Honig-SchleimfußC.integerrimus , 1989, C. mucifluus ss.Rick., C. pseudosalor Cortinarius subglutinosus 1879Gelbblauer SchleimfußCortinarius transiens 1990C. salor var. transiens Melot, C. epipoleus Fries ss.auct., C. largodelibutus Hry.Cortinarius trivialis 1940,Natternstieliger SchleimfußC. collinitus ss.str.Cortinarius vibratilis Neu: Thaxterogaster vibratilis 1838,Bitterster Schleimfuß
Quellen
Literatur Marcel Bon: Pareys Buch der Pilze. Verlag Paul Parey, Hamburg / Berlin 1988, ISBN 3-490-19818-2.
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Schleierlingsverwandte