Gottfried Kramer (* 3. August 1925 in Rowe, Kreis Stolp; † 30. Juni 1994 in HamburgAnmerkung: Die Website Synchrondatenbank den 3. Mai 1925 als Geburtsdatum und den 30. Mai 1994 als Todesdatum von Herrn Kramer an.) war ein deutscher Schauspieler, Synchron- und Hörspielsprecher.
Leben und Wirken Seine Schauspielausbildung absolvierte er bei Eduard Marks an der staatlichen Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Zuvor war Kramer zunächst als Vorschullehrer in Worpswede tätig. Sein Schauspieldebüt gab er in Schleswig. Gottfried Kramer trat in den 1960er Jahren in TV-Serien wie Gestatten, mein Name ist Cox und Hafenkrankenhaus auf. Es folgten eine kleinere Rolle in dem Mehrteiler Die Gentlemen bitten zur Kasse, in dem Spielfilm Perrak sowie in den Fernsehserien Tatort und Onkel Bräsig. In weiteren diversen Fernsehfilmen hatte Kramer zumeist kleinere, eher unbedeutende Rollen.
Filmografie (Auswahl)
Synchronsprecher Kramer hatte eine sehr markante Reibeisenstimme, die zu seinem Markenzeichen wurde. So wurde er beispielsweise als die Stimme von Oskar in der Sesamstraße bekannt. Er sprach auch verschiedene Rollen in den amerikanischen SciFi-Serien Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann und Die Sieben-Millionen-Dollar-Frau. Ebenfalls hat er die Zeichentrickserie Piggeldy und Frederick, die gelegentlich als Geschichte im Sandmännchen ausgestrahlt wird, synchronisiert, in der er beide Figuren und den Erzähler spricht. Zu seinen weiteren wichtigsten Synchronarbeiten zählen:
Burt Lancaster 1974: als Jim Slade in Der Mitternachtsmann 1980: als Lou Pascal in Atlantic City, USA 1983: als Maxwell in Das Osterman Weekend Humphrey Bogart 1937: als Hugh "Baby Face" Martin in Sackgasse 1977: als George Hally in Die wilden Zwanziger Marlon Brando 1972: als Don Vito Corleone in Der Pate 1979: als Colonel Walter E. Kurtz in Apocalypse Now F. Murray Abraham 1984: als Antonio Salieri in Amadeus 1986: als Bernardo Gui in Der Name der Rose William Daniels 1982–1986: als K.I.T.T. in Knight Rider 1991: als K.I.T.T. in Knight Rider 2000 Pat Hingle 1988: als Senator Hill in Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann 1993: als Sheriff Horace Smyvie in Unglaubliche Geschichten
Filme (Auswahl) 1973: Anthony Quinn als Don Angelo DiMorra in Der Don ist tot 1974: Lorne Greene als Sam Royce in Erdbeben 1982: James Baskett als Onkel Remus in Onkel Remus’ Wunderland 1990: Al Pacino als Michael Corleone in Der Pate III
Serien (Auswahl) 1971: Malachi Throne als Hira Singh in Time Tunnel 1974–1979: Stuart Margolin als Angel in Rockford 1983: Wagner – Das Leben und Werk Richard Wagners (Erzähler) 1984–1989: Miami Vice (Verschiedene Charaktere) 1984: Ernest Borgnine als Earl Gianelli/"Mr. White Death" in Magnum 1989: Alfred J. Kwak als Kapitän Stoppel 1989: Baghira in UFA’s Dschungelbuch 1992: Charlton Heston als Captain Haynes in Katastrophenflug 232
Hörspielsprecher 1964: Statistik – Regie: Hans Rosenhauer 1965: Das Geisterschiff in der Dagger Bucht – Regie: Otto Kurth 1965: Diamanten machen Freude – Autor und Regie: Harald Vock 1965: Der Drachentöter – Regie: Hans Bernd Müller 1966: Philoktet (nach Sophokles) – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1966: Die Enttäuschung (nach Siegfried Lenz) – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1967: Telefonseelsorge – Regie: Jiri Horcicka 1967: Der Bräutigam – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1967: Das wilde Auge – Regie: Heinz Hostnig 1967: Die Geschworenen – Regie: Hans Rosenhauer 1967: Pastorale 67 (von Otto Heinrich Kühner) – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1967: Tod und Leben auf Severinisch – Regie: Heinz von Cramer 1968: Forbush und die Pinguine – Regie: Hans Rosenhauer 1970: Unternehmen Tick-Tack – Regie: Hans Rosenhauer 1970: Ohne Ende – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1971: Das Attentat auf das Pferd des Brasilianers Joao Candia Bertoza – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1976: Oma Berne packt aus oder So, mein Junge, nun weißt du das auch mal – Regie: Hans Rosenhauer 1979: Schafskopfhörer – Regie: Heinz Hostnig 1980: Große Erwartungen (Dreiteiler nach Charles Dickens) – Regie: Hans Rosenhauer 1981: Kleine Freiheit oder Kiez – Regie: Gerlach Fiedler 1981: Eine Weihnachtserinnerung (nach Truman Capote) – Regie: Hans Rosenhauer 1985: Konversation im Luftraum – Regie: Günter Bommert 1986: Der Keksgigant – Autor und Regie: Ursula Krechel 1989: Im Moos – Regie: Stephan Schwartz 1994: Be my brain – Autor und Regie: Albrecht Kunze
Durch seine markante Stimme arbeitete er viel für das Hamburger Plattenlabel Europa. Zu seinen größten Rollen gehörte die des Kapitän Haddock in der Serie Tim und Struppi, welche allerdings bei Maritim erschien. Außerdem übernahm er bei Kolumbus und Sohn (ebenfalls bei Maritim erschienen) die Rolle des Erzählers. Er hatte viele weitere Rollen in diversen Hörspielserien, so z. B. in:
Die drei ??? (als Mr. Rhandur in "Der Fluch des Rubins" und als Java-Jim) TKKG Commander Perkins Perry Rhodan Fünf Freunde Sindbad der Seefahrer Alfred J. Kwak Burg Schreckenstein Masters of the Universe (Mer-Man) Flash Gordon BraveStarr Larry Brent Macabros Tim und Struppi (Kapitän Haddock) Die Hexe Schrumpeldei Edgar Wallace Defenders of the Earth Der geheimnisvolle Graf Die Gruselserie (H. G. Francis)
Andere Aktivitäten 1989 lieh Kramer dem Musikprojekt Der Komtur seine Stimme. In dem Techno-Song rezitierte er Textpassagen aus dem Werk Die schwarze Spinne von Jeremias Gotthelf.
Er lieh seine Stimme auch für die größte mobile Wildwasserbahn der Welt. Noch heute, knapp dreißig Jahre nach seinem Tod, kann man seine Stimme zur Begrüßung auf diversen Jahrmärkten hören. So begrüßt er auch im Heide-Park Soltau als Papagei Cora die Gäste an der „Wichtelhausenbahn“ und spricht Wumbo im dortigen elektronischen Vogeltheater (Tonlage der Stimme wurde hier etwas höher geregelt).
Für den Hansa-Park Sierksdorf sprach Gottfried Kramer neben einem Mienenarbeiter-Animatronic der Crazy Mine auch zusammen mit Peter Kirchberger (als Papagei) die Rolle des Käptn Hansa im Piratenland.
Tod Am 30. Mai 1994 beging der stets zurückgezogen lebende Gottfried Kramer im Alter von 68 Jahren Suizid, da er den Tod seiner Frau Johanna nicht verwinden konnte. Er erhielt eine Seebestattung.Angaben der Friedhofsverwaltung Ohlsdorf vom 26. Januar 2022
Literatur Thomas Bräutigam: Gottfried Kramer. In ders.: Stars und ihre deutschen Stimmen. Lexikon der Synchronsprecher. Schüren, Marburg 2009, ISBN 978-3-89472-627-0, S. 148.
Weblinks
Gottfried Kramer in Hörspielland
Einzelnachweise
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