mini|hochkant|Aktie von 1920 Die Companhia de Navegação Carregadores Açorianos war eine 1920 gegründete portugiesische Reederei, die dem Export azoreanischer Produkte nach Westeuropa und in die USA diente. 1972 wurde sie von der Schwestergesellschaft Empresa Insulana de Navegação übernommen.

Geschichte Vorgeschichte und Gründung Unter Federführung von Cristiano Frazão Pacheco und seiner 1913 gegründeten Sociedade Corretora schlossen sich nach dem Ersten Weltkrieg mehrere azoreanische Ananasproduzenten zusammen, um die Früchte gemeinsam nach Europa zu exportieren. Dazu gründeten sie am 15. März 1920 die Reederei Companhia de Navegação Carregadores Açorianos, die mit regelmäßigen Verbindungen die Häfen von Le Havre, London, Antwerpen und Hamburg beliefern sollte.Carregadores Açorianos. In: Enciclopédia Açoriana. (culturacores.azores.gov.pt).Eigendarstellung zur Geschichte auf Website der Sociedade Corretora (portugiesisch). Als Direktverbindungen sollten die Schiffe neben der Fracht zugleich auch eine kleine Anzahl Passagiere befördern. Sitz der Gesellschaft und Heimathafen der Schiffe wurde Ponta Delgada.

Entwicklung der Reedereiflotte mini|Empfang eines Carregadores-Schiffes durch den Geschäftsführer Francisco Luís Tavares Als Erstausstattung erwarb die Reederei zunächst die beiden Fischereifahrzeuge Cachalot und Susana, bevor sie 1921/22 mit der Villa Franca das erste für den Fracht- und Passagierdienst vorgesehene Schiff erwarb. Die Villa Franca setzte sie auf der Route nach London und Hamburg ein, verkaufte sie aber bereits 1923 wieder. 1922 folgte die Gonçalo Velho und 1923 die Santa Maria, die im gleichen Jahr unterging. Nach unterschiedlichen Angaben wurde die Gonçalo Velho 1923 oder 1928 verkauft. Als Ersatz übernahm die Reederei von der 1925 aufgelösten Staatsreederei Transportes Maritimos do Estado – sie war 1916 bei Eintritt Portugals in den Ersten Weltkrieg auf Seiten der Alliierten gegründet worden und hatte beschlagnahmte deutsche und österreichisch-ungarische Schiffe bereedert – die drei Schiffe Lagoa, Villa Franca (2) und Fayal aus der Auflösungsmasse.Paulo Jorge Martins da Brázia: A Marinha Mercante entre 1945–1985. As Grandes Armadoras: S. 24. 1928 folgten noch die beiden Schiffe Angra und Gonçalo Velho (2) und 1929 die Pêro de Alenquer.

Mit Beginn der 1930er Jahre expandierte das Unternehmen und begann mit dem Export der Früchte in die Vereinigten Staaten. Dazu schaffte sie den in Großbritannien bestellten Neubau São Miguel und die ehemals niederländische Corte Real an. Im Zweiten Weltkrieg wurde nach Schließung der europäischen Häfen die Verbindung nach Nordamerika zur wichtigsten Route der Reederei. Auf einer dieser Fahrten versenkte das deutsche U-Boot U 83 die Corte Real, nachdem bei der Überprüfung der Papiere Ladung für Kanada und Australien festgestellt wurde.Ricardo Daniel Carvalho da Silva: Navios Portugueses afundados durante a II Guerra Mundial. As perdas de um „Neutral“, CITCEM – Centro de Investigação Transdisciplinar «Cultura, Espaço e Memória» - Fundação para a Ciência e Tecnologia/Faculdade de Letras da Universidade do Porto, Universität Porto, o. J., S. 4ff (citcem.org PDF). Als Ersatz für den Verlust und den gleichzeitig steigenden Bedarf an Schiffsraum erwarb die Carregadores Açorianos einen der in Portugal internierten und 1943 verkauften deutschen Frachtschiffe, die Luise Bornhofen, die sie als Sete Cidades in Dienst stellte. Die Gewinne dieser Zeit konnten kaum in das Unternehmen reinvestiert werden, so dass Cristiano Frazão Pacheco damit den Neubau des abgebrannten Theaters in Ponta Delgada finanzierte.

mini|Der Hafen Ponta Delgada im Jahr 1955 Flottenerneuerung Nach dem Krieg war die Flotte der Reederei wie die der gesamten portugiesischen Schifffahrt überaltert. Von dem Erneuerungsprogramm der portugiesischen Regierung für die Handelsmarine, dem Despacho 100 vom 10. August 1945, sollte auch die Companhia de Navegação Carregadores Açorianos profitieren.zum „Despacho 100“ vgl. Luís Miguel Correia: Os navios do „Despacho 100“. In: Revista da Marinha. Nr. 954, März/April 2010 (revistademarinha.com, portugiesisch) Bis 1951 erhielt sie im Rahmen dieses Programms die Neubauten Ribeira Grande und Monte Brasil (beide 1948), Horta und Vila do Porto (1949) sowie 1951 die Ankäufe Lagoa (2) und Sete Cidades (2). Zuletzt folgten 1958 und 1960 die beiden Neubauten Acores und Ponta Garca.Paulo Jorge Martins da Brázia: A Marinha Mercante entre 1945–1985. As Grandes Armadoras: S. 222.

Trotz der Flottenerneuerung konnte die Reederei nicht mehr an die wirtschaftlichen Erfolge der Vorkriegszeit anschließen. Vor dem Hintergrund von drei weiteren portugiesischen Anbietern im Passagierverkehr mit den Azoren (Empresa Insulana de Navegação, Empresa de Transportes do Funchal und Empresa de Navegação Madeirense) schlug der zuständige Marineminister Américo Tomás zugleich vor, die vier Unternehmen zu verschmelzen. Doch dagegen sprachen sich die betroffenen Reedereien aus.Paulo Jorge Martins da Brázia: A Marinha Mercante entre 1945–1985. As Grandes Armadoras: S. 184 ff.

Verkauf und Fusion In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre geriet die Reederei aufgrund der starken Konkurrenz azoreanischer Reedereien sowie des Verluste schreibenden Partners Argibay – Sociedade de Construções Navais e Mecânicas langsam in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Angesichts der Schwierigkeiten erwarb die Empresa de Traffic und Estiva (ETE) die Reederei, ebenso wie den Konkurrenten Empresa Insulana de Navegação. Zur Rationalisierung des Betriebes trat die Carregadores Açoreanos zum 11. Dezember 1972 der Schwestergesellschaft Empresa Insulana de Navegação bei. Die verbleibenden Schiffe Açores, Horta, Monte Brasil, Ponta Garça und Ribeira Grande wurden in die Flotte der Empresa Insulana de Navegação eingegliedert.Paulo Jorge Martins da Brázia: A Marinha Mercante entre 1945–1985. As Grandes Armadoras: S. 187

Schiffe der Reederei Die Liste enthält die See-Schiffe der Reederei ohne Fischereifahrzeuge.zu allen Schiffen: Companhia de Navegação Carregadores Acoreanos bei theshipslist.com, ergänzende Angaben bei den Einzelschiffen.