Die Stadt-Apotheke Külsheim in der Hauptstraße 2/Ecke Hardheimer Straße ist seit ihrer ersten Erwähnung im Jahr 1714 die einzige Apotheke in Külsheim, einer Stadt im Main-Tauber-Kreis im Nordosten Baden-Württembergs. Bis in das 19. Jahrhundert war die Apotheke an verschiedenen Orten in der Stadt untergebracht. Seit 1837 steht die Apotheke an ihrem jetzigen Standort, seit 1971 trägt sie den Namen Stadt-Apotheke Külsheim.
Geschichte mini|Die Apotheke in Külsheim um 1900 Die Geschichte der Apotheke in Külsheim beginnt um das Jahr 1714, als dem Apotheker Johann Jakob Veth, gebürtig aus Aschaffenburg, durch die Kurfürstlich-Mainzische Regierung „die Erlaubnis erteilt [wurde], eine Apotheke in Külsheim – die erste daselbst – auf- und einzurichten“.Ein detailliertes Datum ist den Akten nicht zu entnehmen: Schreiben Nr. 2342 des Großherzoglich Badischen General-Landesarchivs Karlsruhe vom 13. Juli 1914 an den Hauptlehrer Karl Seitz in Külsheim (Sammlung Prof. Dr. Ulrich Weber).
Erst mit der Niederlassung des Arztes Jacob Adam Väth im Jahr 1810 setzt die Überlieferung einer Apotheke in Külsheim wieder ein.Nur wenige Zeugnisse aus den frühen Külsheimer Jahren sind erhalten, da „nahezu alle alten Bestände“ des Stadtarchivs im Jahr 1877 vernichtet und zum Einstampfen an eine Papierfabrik verkauft wurden: Landesarchiv Baden-Württemberg. Abgerufen am 14. Dezember 2021. Dr. Väth war der erste ständige Arzt mit Wohnsitz in Külsheim.Die Arztstelle in Külsheim – Auszug aus der „Spiesberger Chronik“, eine von dem Külsheimer Chirurgen Alois Spiesberger 1878 begonnene umfassende Stadtchronik in zwei Bänden (im Eigentum der Familie Spiesberger): Heimatverein Külsheim. Abgerufen am 30. November 2021. Da es zu diesem Zeitpunkt in der Stadt keine Apotheke gab und Arzneien aus Tauberbischofsheim oder Wertheim besorgt werden mussten, führte er „zur möglichsten Abhilfe“ bis ins Jahr 1827 eine Notapotheke.Arztstelle und Apotheke – Aus dem Memorabilienbuch von Pfarrer Anton Zimmermann, 1852 bis 1882 Pfarrer in Külsheim: Heimatverein Külsheim. Abgerufen am 30. November 2021. Am 27. April 1827 wurde dem Apotheker Andreas Haberstroh „mittels höchster Entschließung Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs“ die Erlaubnis erteilt, „eine personale Bezirksapotheke“ in Külsheim zu errichten.Spiesberger Chronik, Blatt 295 Sein Nachfolger wurde 1832 Franz Stolz aus Bühl, Bruder des Freiburger Volksschriftstellers Alban Stolz. Ein Jahr später erhielt Franz Stolz vom Großherzog von Baden ein Real-Privileg zum Betrieb einer Apotheke in Külsheim.Zum Unterschied von Personal- und Real-Privileg: Realkonzession. Er entschloss sich daraufhin, eine neue Apotheke zu errichten und bezog diese im Jahr 1837. Dieses inzwischen unter Denkmalschutz stehende Gebäude beherbergt bis heute die Külsheimer Apotheke.Regierungspräsidium Stuttgart, Verzeichnis der unbeweglichen Bau- und Kunstdenkmale in Baden-Württemberg, Regierungsbezirk Stuttgart – Main-Tauber-Kreis – Gemeinde Külsheim, Stand 2006: „Hauptstraße 2: Apotheke. Massivbau mit gerahmtem Portal mit Windfang. Keilstein 1837 bez.“; Stadtverwaltung Külsheim. mini|Buntsandstein-Eingangsportal (Ausschnitt) mit Jahreszahl der Erbauung (1837) mini|Die heutige Stadt-Apotheke Külsheim – links der unter Denkmalschutz stehende Teil der Apotheke 1842 verkaufte Franz Stolz die Külsheimer Apotheke an den Freiburger Apotheker Casimir Glückherr. Da dieser nach Amerika auswandern wollte, ging die Apotheke bereits wenige Jahre später (1847) an den Apotheker Max von der Bank aus Mannheim über. Heinrich Eichhorn (1861), Adolph Baier (1876) und Heinrich Maus (1877) folgten, ehe die Külsheimer Apotheke 1887 in den Besitz der Familie Pfrang-Weber ging, die diese bis heute in vierter Generation führt.
Am 9. Juli 1887 erwarb Oskar Pfrang die Külsheimer Apotheke von Heinrich Maus. Der aus Neubrunn im Landkreis Würzburg stammende Apotheker und Sohn des Lehrers Johann Pfrang engagierte sich früh in der Külsheimer Bürgerschaft und war von 1925 bis 1927 Bürgermeister der Stadt Külsheim. Nach seinem Tod im Jahr 1942 wurde die Apotheke zunächst einige Jahre verpachtet.
Am 1. Oktober 1951 übernahm der Apotheker Helmuth Weber mit seiner Frau Gertrud, Enkelin des Oskar Pfrang, die seit 1950 so benannte „Pfrang’sche Apotheke“. Von 1965 bis 1971 wurde die Apotheke erneut verpachtet, da Helmuth Weber als Sanitätsoffizier zur Bundeswehr ging. Nach dem Ende seiner Bundeswehrzeit als Divisionsapotheker kehrte er im Jahr 1971 in die Külsheimer Apotheke zurück, die seither den Namen „Stadt-Apotheke Külsheim“ trägt. Am 30. November 1985 übernahm Angela Haegele-Weber die Apotheke ihres Schwiegervaters. In den folgenden Jahren wurde die historische Apotheke umgestaltet, modernisiert und durch einen Anbau erweitert.
Apotheker mini|Der 1985 errichtete Anbau der Stadt-Apotheke Külsheim um 1714Johann Jacob Veth1827–1832Andreas Haberstroh1832–1842Franz Stolz1842–1847Casimir Glückherr1847–1861Max von der Bank1861–1876Heinrich Eichhorn1876–1877Adolf Baier1877–1887Heinrich Maus1887–1942Oskar Pfrang1942–1947Weissenberger (Pacht)1947–1949Popp (Pacht)1950Meder (Verwaltung)1951–1965Helmuth Weber1965–1971Griseldis Assenmacher (Pacht)1971–1985Helmuth Weberseit 1985Angela Haegele-Weber
Literatur Cullesheimer Kreis – Heimat- und Kulturverein Külsheim e. V. (Hrsg.): Külsheimer Jahrbuch 2009 Haug, Joachim: Kleine Geschichte der Stadt-Apotheke Külsheim. unveröff. Manuskript, 1988 Stadt-Apotheke Külsheim: Jubiläumsbroschüre 300 Jahre Stadt-Apotheke Külsheim, Külsheim 2014 Weiss, Elmar/Edelmann, Irmtraut/Lauf, Helmuth: Geschichte der Brunnenstadt Külsheim. Zwei Bände (Hrsg.: Stadt Külsheim), Tauberbischofsheim 1992
Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk in Külsheim Kategorie:Kulturdenkmal in Külsheim Kulsheim Kategorie:Külsheim