Das Gräberfeld Andelfingen ist ein archäologischer Fundplatz bei Andelfingen im Schweizer Kanton Zürich. An der Fundstelle Hoch-Laufen wurden 1911 ein Gräberfeld und eine Wallanlage aus der Latènezeit entdeckt.

Lage Die Fundstelle befindet sich ungefähr einen Kilometer westlich des Bahnhofs auf einem Hoch-Laufen genanntem Plateau. Es weist auf drei Seiten einen natürlichen Schutz auf, weshalb es wahrscheinlich Standort einer Festung war. Gegen Norden fällt das Plateau in sehr steilen bewaldeten Hängen zum etwa 50 m tiefer liegenden Grund des Thurtals ab, im Westen wird es von den fast senkrechten Flanken des Tals des Schüepbaches begrenzt. Gegen Süden schliesst sich eine Bodensenke an, einzig gegen Osten war das Plateau offen. Diese Seite war durch einen von Nord nach Süd über das Plateau verlaufenden Graben geschützt. Das Gräberfeld befindet sich ausserhalb des befestigten Bereichs auf der Ostseite des Grabens.

Geschichte des Fundorts Soldaten der Genietruppe stiessen 1911 bei Grabungsarbeiten auf zwei keltische Gräber. Unter der Leitung von David Viollier (1876–1965) liess das Schweizerische Landesmuseum weitere Grabungsarbeiten ausführen, bei denen 29 teils reich ausgestattete Gräber aus der Latènezeit gefunden wurden. Sie konnten anhand der Grabbeigaben der Zeit von 420 v. Chr. bis 220 v. Chr. zugeordnet werden, in der Flachgräber die Grabhügel der Hallstattzeit ablösten.

Funde Die meisten der 29 Gräber sind in Nord-Süd-Richtung angelegt und bilden fünf Gräberbezirke – zwei Bezirke für Frauen im Südwesten und je einen Männer-, Frauen- und Kinderbezirk im Nordosten.Ulrich Schaaff, S. 55, Abb. 1 Die Leichen wurden mit wenigen Ausnahmen mit dem Kopf nach Süden bestattet. Sie waren vollständig bekleidet und mit ihrem Schmuck ausgestattet. Zwei Leichen hatten keine Grabbeigaben.

Der Grabbeigabe bestand aus bronzenen Fibeln zum Verschliessen der Kleidung, metallenen Halsreifen, die als Torques bezeichnet werden, Ketten und Reifen für die Beine und Fingerringen. Waffen und Töpferwaren fehlten. Die Fibeln waren meist aus Bronze gefertigt, einige wenige aus Eisen. Sie sind teilweise mit einer geformten Scheibe aus rotem Email verziert, andere haben anstelle dieser Scheibe einen massiven Knopf.Die Eisenzeit, S. 130 Frauengräber hatten wesentlich mehr Grabbeigaben als Männer- und Kindergräber.Ulrich Schaaff, S. 51

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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