Kawasaki Shōko (; geboren 8. Mai 1886 in Gifu; gestorben 29. Januar 1977 in Tokio) war ein japanischer Maler der Nihonga-Richtung.
Leben und Werk Die ersten Jahre Kawasaki Shōko wurde als ältester Sohn von Nakano Kinnosuke () geboren. Wegen seiner malerischen Begabung wurde er von seinem Großvater, dem Maler Kawasaki Chitora (; 1837–1902), der in Tokio lebte, adoptiert. Bei ihm hatte er, ganz jung, den ersten Malunterricht im Stil des Yamato-e. Der Großvater schickte ihn dann nach Arita, wo er in einer Töpfer- und Kunstgewerbeschule Mal- und Designunterricht erhielt.
1897 kehrte Kawasaki nach Tokio zurück, wo er die Grundschule besuchte. In der Nähe wohnte u. a. der Maler Kobori Tomoto, den er manchmal besuchte und von dem er Anleitung erhielt. 1899 kehrte er nach Gifu zurück und besuchte ab dem folgenden Jahr die Mittelschule, interessierte sich für Käfer und Pflanzen. 1902 starb sein Großvater im Alter von 68 Jahren, er wurde dann Schüler von Kobori und begann schließlich ein Studium an der „Tōkyō bijutsu gakkō“ (), einer der Vorläufereinrichtungen der heutigen Universität der Künste Tokio. Er befasste sich mit Shimomura Kanzan, Kawabata Gyokushō, Terasaki Kōgyō, Yūki Somei, Matsuoka Eikyū, den Nihonga-Malern, und unter Fujishima Takeji und mit Wada Eisaku, dem Yōga-Maler und mit Takamori Saigan, dem Nanga-Maler. 1910 schloss er sein Studium ab.
Anschließend war Kawasaki etwa drei Jahre Kunstlehrer an Mittelschulen. 1912 gründete er mit Hiroshima Kōho, Kawaji Ryūkō u. a. eine Studiengruppe „Gyokusjuha“ () zur Weiterentwicklung von Nihonga, die drei Ausstellungen in der Galerie „Akasaka Sankaidō“ () veranstaltete. Ab der Taishō-Zeit stellte er auf der staatlichen Ausstellungsreihe „Bunten“„Bunten“ () ist die Abkürzung für „Mombushō bijutsu tenrankai“ (), die ab 1907 vom Kultusministerium veranstaltete jährliche Kunstausstellung, die dann ab 1919 als „Teikoku bijutsu tenrankai“ (), abgekürzt Teiten (), weitergeführt wurde. und der Nachfolgerin „Teiten“ aus, u. a. auf der ersteren das Bild „Hana-awase“ () – „Blumen arrangieren“, und auf letzteren die Bilder „Densetsu Chūjōhime“ () „Die Geschichte der Chūjōhime“Prinzessin Chūjō ist eine legendäre Person, die von 747 bis 775 gelebt haben soll. und „Moeizuru haru“ () – „Sprießender Frühling“. In dieser Zeit gründete er mit 31 Jahren eine Familie.
Die frühe Shōwa-Zeit 1925 wurde Kawasaki Mitglied des „Teiten“-Komitees, 1927 wurde er Juror. Diese Funktion übte er auch auf der Nachfolgerin „Shin-Bunten“ und nach dem Zweiten Weltkrieg auf der nun „Nitten“ genannten Ausstellungsreihe aus. Daneben stellte er auf der „Nihongakai kakushin“ () aus. 1929 wurde er Professor an der „Teikoku bijutsu gakkō“ (帝國美術学校), der Vorläufereinrichtung der heutigen Kunsthochschule Musashino. 1930 besuchte er das damals zu Japan gehörende Korea und wirkte dort als Juror der 9. „Ausstellung Koreanischer Kunst“ (, Chōsen bijutsuten), reiste durchs Land und fertigte Skizzen an. Danach besuchte er auch Taiwan und die Mandschurei und skizzierte dort. 1931 war Kawasaki auf der Ausstellung japanische Malerei 1931 in Berlin zu sehen.
Als 1931 Kawasakis Lehrer Kobori starb, stellten seine Schüler verstärkt auf nichtstaatlichen Ausstellungsreihen aus. 1939 gründeten Koboris Schüler die Künstlergruppe „Shugenkai“ (朱弦会) und stellte auch dort aus. 1940 reiste er als beauftragter Kriegsmaler nach Nordchina und in die Mandschurei. Er heiratete die älteste Tochter des Malers Higashiyama Kaii. 1942 wirkte er wieder als Juror der 21. „Ausstellung Koreanischer Kunst“, 1943 wurde er Professor an seiner Alma Mater. In demselben Jahr gründete er mit Katō Eizō (), Yamamoto Kyūjin, Yamada Shingo (山田申吾), (小堀安雄), Higashiyama die „Kokudokai“ (國土会), zu der später Hashimoto Meiji, Kobori Yasuo ( und andere dazu stießen. Sie stellten siebenmal im Kaufhaus Takashimaya aus. 1944 trat Kawasaki in den Ruhestand, zog sich in die Präfektur Yamanashi zurück und skizzierte dort.
Nach dem Krieg Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte Kawasaki vor allem auf der „Inten“-Ausstellungsreihe aus. 1961 hatte er im Takashimaya seine erste Einzelausstellung. Im selben Jahr erhielt er den Preis der Japanischen Akademie der Künste für seine Verdienste für das Genre Nihonga. 1963 wurde er 77, was mit einer „Kiju“Das Zeichen Ki von Kiju () lässt sich als „77“ deuten, das ju 寿 bedeutet „Glück“.-Gedächtnisausstellung im Kaufhaus Matsuya gefeiert wurde. 1967 ging er als Meiyo KyōjuMeiyo Kyōju () wird im Deutschen gelegentlich mit „Professor emeritus“ wiedergegeben. Aber im Unterschied zu diesem, bei Eintritt in den Ruhestand automatisch geführten Titel, ist dies in Japan eine nur gelegentlich gewährte, besondere Auszeichnung. in den universitären Ruhestand. Im folgenden Jahr erlitt er eine Gehirnblutung und musste ins Krankenhaus. Nach einem halben Jahr wurde er entlassen, begann aber nun meistens mit der linken Hand zu malen.
Anmerkungen
Literatur Laurence P. Robert: Kawasaki Shōko. In: A Dictionary of Japanese Artists. Painting, sculpture, ceramics, prints, lacquer. Weatherhill, New York 1976. S. 73.
Weblinks Biografie Kawasaki Shōko des Tobunken, japanisch Biografien Kawasaki Shōko in der Kotobank, japanisch
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