Der Plötzenseer Kolk ist ein Kolk am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal und bekannt als Liegeplatz von alten Binnenschiffen, die dort aufgelegt wurden und primär als ganzjährig bewohnte Hausboote genutzt werden.
Vorgeschichte Der Plötzenseer Kolk befindet sich im Ortsteil Moabit des Berliner Bezirks Mitte südlich der Schleuse Plötzensee. Die Ausbuchtung der Wasserstraße ist ein Ergebnis des Ausbaues des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals. Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts wurde als Folge des wirtschaftlichen Aufschwunges in der Region eine direkte Wasserstraßenverbindung zwischen den damals noch eigenständigen Städten Berlin und Spandau immer dringender. Verschiedene Gründe, wie die zum einen schwierige Schifffahrt auf der unregulierten Unterspree, bevor die Staustufe und die Schleusen Charlottenburg gebaut wurden, und der Wunsch nach einer Verkürzung des Fahrweges zum Finowkanal und zur Oder führten zwischen 1847 und 1859 zum Bau der damals noch Spandauer Canal genannten Wasserstraße. Mit dem Neubau der Schleusenanlage in Plötzensee entstand ein zusätzlicher Durchstich, später Westhafen-Verbindungskanal genannt, zum Charlottenburger Verbindungskanal. Eine alte, sehr schmale kanalartige Verbindung westlich des neuen Verbindungskanals vom Kolk zum Charlottenburger Verbindungskanal wurde zugeschüttet und mit der Verlängerung der Seestraße überbaut.Auf alten Karten und Luftbildaufnahmen zu erkennen. Im alten Verbindungskanal befand sich vermutlich eine kleine Schleuse, wozu es aber keine (bisher) Nachweise gibt Über diesen Westhafen-Verbindungskanal entstand eine Straßenbrücke, später Südliche Seestraßenbrücke genannt. Die Seestraße begann, als die Stadtautobahn noch nicht vorhanden war, noch weiter südwestlich, verlief entlang des nördlichen Ufers des Neuen Verbindungskanals bis zum Habsburger Ufer. Auf dieser Trasse liegt seit den 1960er Jahren die Berliner Stadtautobahn A 100, die an der Südlichen Seestraßenbrücke beginnt.
Im Jahr 1947 pachtete die Schifferfamilie Becker ein Grundstück mit einem Geräteschuppen am Saatwinkler Damm unmittelbar am Gewässer. In den folgenden Jahren sammelten sich dort nach und nach die Schiffe der Reederei Becker – auch die ausrangierten. Im Jahr 2002 sollen es mehr als zehn gewesen sein, darunter die „Planeten-Schiffe“ Mars, Jupiter, Venus, Pluto und Uranus. Dazu kamen dann noch vier weitere Schiffe aus der ehemaligen DDR. Seit dem Jahr 2005 gilt das Hafenbecken als ein etablierter Liegeplatz für Wohnschiffe.
Lage des Plötzenseer Kolk
Liste von Wasserfahrzeugen im Plötzenseer Kolk Die Liste von Wasserfahrzeugen im Plötzenseer Kolk führt Schiffe und Boote auf, die ihren Liegeplatz im Hafenbecken des Plötzenseer Kolks haben oder über längere Zeit hatten. Sie orientiert sich am Zustand 2024 und erhebt keinen Anspruch auf Aktualität und Vollständigkeit.
Name(n) Registriernr. Baujahr Geschichte BildAlkENI 56023501954Das Motorboot Alk fuhr zeitweise für das Unternehmen „Spreefahrt“ von Elke und Horst Duggen. Diese Firma ist 2010 erloschen. Kurt Groggert führt 1988 kein Fahrzeug dieses Namens und gibt als Duggen-Schiffe nur die Frohsinn, die Jan und die Correkt für das Jahr 1987 an.Kurt Groggert: Personenschiffahrt auf Spree und Havel. Berlin 1988, ISBN 3-87584-253-7, S. 309. Bei Schubert wird die Alk im Jahr 2000 noch neben der Frohsinn, der Spreekieker (ex Correkt) und der Meteor unter den Schiffen der Familie Duggen geführt. Die Bauwerft sei nicht bekannt. Laut einem Eintrag im Binnenschifferforum ist die Alk ein ehemaliges Zollboot, das möglicherweise in Kladow eingesetzt wurde, und stammt aus Hamburg, wo sie den Namen Brook getragen haben soll.Alk - Zoll / (Berlin-West) auf www.binnenschifferforum.de Ein Vergleich mit dem ehemaligen Zollboot Baumwall legt die Annahme nahe, dass das Fahrzeug bei C. G. Jensen Nachf. gebaut wurde.