Johann Bernhard Schlegel (* 2. März 1827 in Belsen, Mössingen; † 1. Mai 1859 in Keta, Goldküste heute: Ghana) war ein deutscher evangelischer Missionar und Bibelübersetzer.

Leben und Wirken Johann Bernhard ist ein Sohn von Veit Christoph Schlegel und seiner Frau Catharina, geborene Saur. Von 1833 bis 1840 besuchte er die Schule in Belsen. Nach einer zweijährigen Schneiderlehre zog Johann Bernhard Schlegel 1842 oder 1843 von Mössingen in die Schweiz nach Basel und arbeitete dort weiter in seinem erlernten Handwerk. Ab dem 3. Mai 1846 verbrachte er gut ein Jahr als Knabenerzieher in Korntal. Im August 1847 wurde er in das Missionshaus der Basler Mission aufgenommen und dort in den folgenden sechs Jahren zum Missionar ausgebildet. Am 7. Juli 1853 wurde er dort eingesegnet, und daraufhin an die Norddeutsche Mission in Bremen überwiesen, die ihn nach Verbesserung seiner Englischkenntnisse im Dezember 1853 als Missionar nach Ghana entsandte. Von Hamburg aus reiste er über Ostende und London nach Westafrika, wo er am 17. Januar 1854 in Christiansborg (heute: Accra) ankam.Jürgen Quack: Bernhard Schlegel und der Schlüssel zur Ewe-Sprache. Tübingen 2020, S. 4–20

Sein Missionsposten dort war die Stadt Keta, die er am 12. April 1854 erreichte. Dort waren die Missionare Wilhelm Brutschin, Friedrich Plessing und Johannes Zimmermann tätig.Jürgen Quack: Bernhard Schlegel und der Schlüssel zur Ewe-Sprache. Tübingen 2020, S. 20–21 Schnell arbeitete er sich in die Ewe-Sprache ein und erteilte auch Schulunterricht. Mit seiner Gesundheit war es allerdings nicht zum Besten bestellt, von November 1855 bis April 1856 hinderten ihn starke Kopfschmerzen an den Übersetzungsarbeiten. Bis im August 1856 hatte er trotzdem einen Schlüssel der Ewe-Sprache mit Grammatik, Wörtersammlung und Fabeln zusammengestellt, der 1857 in Deutschland veröffentlicht werden konnte. Von April 1857 bis Januar 1858 lebte er in Waya, danach in der Stadt Anyako, wo er die Übersetzung der vier Evangelien in die Ewe-Sprache fertig stellten konnte.

Im September 1858 reiste er an die Küste nach Christiansborg, um seine zu ihm gesandte Braut, Lydia Stöcklin aus Basel, abzuholen, und am 3. Dezember 1858 heirateten sie. Infolge einer kurzfristigen Missionsreise ins Landesinnere und Schwächung durch Überarbeitung und Krankheiten starb er am 1. Mai 1859 in Keta im Alter von nur 32 Jahren. (abgerufen am 17. September 2026)

Im Mössinger Stadtteil Belsen ist eine Straße nach Bernhard Schlegel benannt.

Schriften (Auswahl) Schlüssel zur Ewe-Sprache, dargeboten in den grammatischen Grundzügen des Anglo-Dialekts derselben, mit Wörtersammlung nebst einer Sammlung von Sprüchwörtern und einigen Fabeln der Eingebornen. Valett, Stuttgart/Bremen 1857. Nya nyuie h'akpãle ene : le wegbe me [The four Gospels in the Ewe-language], Steinkopf, Stuttgart 1861 (von Johannes Merz revidierte Ausgabe 1874).

Literatur

Ulrich van der Heyden und Andreas Feldtkeller: Missionsgeschichte als Geschichte der Globalisierung von Wissen. Transkulturelle Wissensaneignung und -vermittlung durch christliche Missionare in Afrika und Asien im 17., 18. und 19. Jahrhundert, Buchreihe Missionsgeschichtliches Archiv, Band 19, Franz Steiner Verlag, 2012, ISBN 978-3-515-10196-7. Heinrich Knecht: Erinnerungen an Bernhard Schlegel, Bremen 1859. Susanne Mutschler: Sprachforscher an der Sklavenküste. Bernhard Schlegel aus Belsen war von 1854 bis 1859 Missionar im heutigen Togo, in: Schwäbisches Tagblatt vom 5. Februar 2020. Jürgen Quack: Bernhard Schlegel und der Schlüssel zur Ewe-Sprache. Tübingen 2020 (online bei publikationen.uni-tuebingen.de). Franz Michael Zahn: Vier Freistätten im Sklavenland, Bremen 1870.

Weblinks Schlegel, Bernhard, Landesbibliographie Baden-Württemberg, Website leo-bw.de (2026).

Einzelnachweise

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