mini|hochkant|Stolpersteine in Drachten Die Liste der Stolpersteine in Smallingerland umfasst die Stolpersteine, die vom deutschen Künstler Gunter Demnig in der Gemeinde Smallingerland verlegt wurden, gelegen in der niederländischen Provinz Fryslân. Stolpersteine sind Opfern des Nationalsozialismus gewidmet, all jenen, die vom NS-Regime drangsaliert, deportiert, ermordet, in die Emigration oder in den Suizid getrieben wurden. Demnig verlegt für jedes Opfer einen eigenen Stein, im Regelfall vor dem letzten selbst gewählten Wohnsitz.

Die ersten Verlegungen im Gemeindegebiet fanden am 5. Juli 2016 in Drachten statt.

Verlegte Stolpersteine In der Stadt Drachten wurden bislang 15 Stolpersteine an vier Anschriften verlegt.

Stolperstein Übersetzung Verlegort Name, Leben 120px HIER WOHNTEDINA VAN LEERGEB. 1932DEPORTIERT 1942AUS WESTERBORKERMORDET 23.11.1942AUSCHWITZ Drachten,Noordkade 106 wurde am 9. Juni 1932 in Drachten geboren. Sie war das sechste von insgesamt sieben Kindern von Jacob van Leer (geboren 1893) und Veronica Esje Zwarts (geboren 1900). Drei ihrer Geschwister wurden tot geboren, eine Schwester verstarb im Alter von fünf Monaten. Ihr Bruder Mozes wurde 1927 geboren, ihre Schwester Vrougje 1928. Alle drei galten als geistig behindert. Ihr Vater war Kleinviehhändler, handelte mit Altmetallen, Lumpen und Fellen. Er starb 1939 mit 45 Jahren, ihre Mutter führte das Geschäft weiter, verkaufte Tee und Kaffee von Tür zu Tür. 1942 erhielt die Familie die Weisung sich zu einem Sammelpunkt zu begeben. Ein Polizist besprach mit Veronica van Leer die Flucht der Familie, doch sie entschied sich um, sie wollte mit allen anderen mitgehen. Die Familie wurde seitens eines Polizisten vor der drohenden Deportierung gewarnt, ein Fluchtplan wurde erstellt, doch entschied sich Veronica van Leer um und wollte mit allen anderen Menschen jüdischen Glaubens mitgehen. Am 11. November 1942 wurde die Familie um 22 Uhr verhaftet, wenige Stunden später, um 5 Uhr 50 mit dem Zug nach Leeuwarden überstellt und von dort ins Durchgangslager Westerbork deportiert. Am 20. November 1942 wurden alle drei ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Dina van Leer, ihre Mutter und ihre Schwester wurden kurz nach der Ankunft des Transportes, am 23. November 1942, ermordet. Ihr Bruder wurde zur Zwangsarbeit eingeteilt und drei Monate später ebenfalls ermordet.Herinneringscentrum Kamp Wersterbork: Dina van Leer, abgerufen am 9. November 2021Joods Monument: Dina van Leer, abgerufen am 23. Oktober 2021

Auf dem jüdischen Denkmal in Drachten sind die Namen der vier Ermordeten eingraviert.

Ihr Onkel Mozes konnte rechtzeitig aus Drachten fliehen, er und seine Familie überlebten die Shoah. 120px HIER WOHNTEMOZES VAN LEERGEB. 1927DEPORTIERT 1942AUS WESTERBORKERMORDET 28.2.1943AUSCHWITZ Drachten,Noordkade 106 wurde am 20. August 1927 in Drachten geboren. Seine Eltern waren Jacob van Leer (geboren 1893) und Veronica Esje Zwarts (geboren 1900). Er hatte sechs Geschwister, allerdings wurden drei tot geboren und eine Schwester starb im Alter von fünf Monaten. Seine Schwester Vrougje wurde 1928 geboren, seine Schwester Dina 1932. Alle drei galten als geistig behindert. Mozes van Leers Vater starb 1939, er war Kleinviehhändler und handelte mit Lumpen, Fellen und Altmetall. Seine Mutter führte das Geschäft fort und verkaufte des Weiteren Kaffee und Tee von Haus zu Haus. Ein Polizist versuchte 1942 die Deportation der Familie zu verhindern, besprach mit seiner Mutter die Flucht, doch diese entschied sich dagegen. Am 11. November 1942 wurde die Familie um 22 Uhr verhaftet, wenige Stunden später, um 5 Uhr 50 mit dem Zug nach Leeuwarden überstellt und von dort ins Durchgangslager Westerbork deportiert. Am 20. November 1942 wurden alle drei ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Seine Schwestern und seine Mutter wurden kurz nach der Ankunft des Transportes, am 23. November 1942, ermordet. Mozes van Leer wurde zur Zwangsarbeit eingeteilt und am 28. Februar 1943 ebenfalls ermordet.Herinneringscentrum Kamp Wersterbork: Mozes van Leer, abgerufen am 9. November 2021Joods Monument: Mozes van Leer, abgerufen am 23. Oktober 2021

Auf dem jüdischen Denkmal in Drachten sind die Namen der vier Ermordeten eingraviert.

Sein Onkel Mozes konnte rechtzeitig aus Drachten fliehen, er und seine Familie überlebten die Shoah. 120px HIER WOHNTEVROUGJE VAN LEERGEB. 1928DEPORTIERT 1942AUS WESTERBORKERMORDET 23.11.1942AUSCHWITZ Drachten,Noordkade 106 wurde am 8. August 1928 in Drachten geboren. Ihre Eltern waren Jacob van Leer (geboren 1893) und Veronica Esje Zwarts (geboren 1900). Sie hatte sechs Geschwister, allerdings wurden drei tot geboren und eine Schwester starb im Alter von fünf Monaten. Ihr Bruder Mozes wurde 1927 geboren, ihre Schwester Dina 1932. Alle drei galten als geistig behindert. Vrougje van Leers Vater starb 1939, er war Kleinviehhändler und handelte mit Lumpen, Fellen und Altmetall. Ihre Mutter führte das Geschäft fort und verkaufte des Weiteren Kaffee und Tee von Haus zu Haus. Ein Polizist versuchte 1942 die Deportation der Familie zu verhindern, besprach mit ihrer Mutter die Flucht, doch diese entschied sich dagegen. Am 11. November 1942 wurde die Familie um 22 Uhr verhaftet, wenige Stunden später, um 5 Uhr 50 mit dem Zug nach Leeuwarden überstellt und von dort ins Durchgangslager Westerbork deportiert. Am 20. November 1942 wurden alle drei ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Vrougje van Leer, ihre Mutter und ihre Schwester wurden kurz nach der Ankunft des Transportes, am 23. November 1942, ermordet. Ihr Bruder wurde zur Zwangsarbeit eingeteilt und drei Monate später ebenfalls ermordet.Herinneringscentrum Kamp Wersterbork: Vrougje van Leer, abgerufen am 9. November 2021Joods Monument: Vrougje van Leer, abgerufen am 23. Oktober 2021

Auf dem jüdischen Denkmal in Drachten sind die Namen der vier Ermordeten eingraviert.

Ihr Onkel Moses konnte rechtzeitig aus Drachten fliehen, er und seine Familie überlebten die Shoah. 120px HIER WOHNTEVERONICA ESJEVAN LEER-ZWARTSGEB. 1900DEPORTIERT 1942AUS WESTERBORKERMORDET 23.11.1942AUSCHWITZ Drachten,Noordkade 106 , auch Vronica Esther, wurde am 5. August 1900 in Raalte geboren. Ihre Eltern waren Mozes Zwarts (1848–1924) und Dina Zwarts-de Lange (1861–1943). Sie hatte neun Geschwister, ein Bruder starb als Baby. Am 12. Juni 1924 heiratete sie den aus Drachten stammenden Jacob van Leer, das Paar zog nach Drachten. Dort handelte ihr Mann mit Kleinvieh, Altmetallen, Fellen und Lumpen. Er betrieb das Geschäft zusammen mit seinem Bruder Mozes. Veronica van Leer und ihr Mann wurden Eltern von sieben Kindern, wobei drei tot geboren wurde und eines mit fünf Monaten starb. Das Kleinkindalter überlebten Mozes (geboren 1927), Vrougje (geboren 1928) und Dina (geboren 1932). Alle drei galten als geistig behindert. Im Jahr 1939 starb ihr Mann, sie übernahm sein Geschäft fort und verkaufte auch Tee und Kaffee als Haustürgeschäft. Vor der drohenden Deportation 1942 versuchte ein Polizist sie und ihre Kinder zu retten, arbeitete einen Plan für die Flucht mit ihr aus, doch kurzfristig entschied sie sich dagegen. Am 11. November 1942 wurde die Familie um 22 Uhr verhaftet, wenige Stunden später, um 5 Uhr 50 mit dem Zug nach Leeuwarden überstellt und von dort ins Durchgangslager Westerbork deportiert. Am 20. November 1942 wurden alle drei ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Veronica Esje van Leer-Zwarts und ihre Töchter wurden kurz nach der Ankunft des Transportes, am 23. November 1942, ermordet. Ihr Sohn wurde zur Zwangsarbeit eingeteilt und drei Monate später ebenfalls ermordet.Joods Monument: Veronica Esje van Leer-Zwarts, abgerufen am 23. Oktober 2021Herinneringscentrum Kamp Wersterbork: Veronica Esje van Leer-Zwarts, abgerufen am 9. November 2021

Ihre Mutter und alle ihre Geschwister wurden ebenfalls Opfer der Shoah und ermordet. Ihrem Schwager Mozes gelang rechtzeitig die Flucht, er und seine Familie überlebten.

Auf dem jüdischen Denkmal in Drachten sind die Namen der vier Ermordeten eingraviert. 120px HIER WOHNTEBETSIEMOK-TURKSMAGEB. 1923DEPORTIERT 1943AUS WESTERBORKERMORDET 9.7.1943SOBIBOR Drachten,Noordkade 106 wurde am 11. September 1923 geboren. Ihre Eltern waren Jacob Turksma (geboren 1888) und Rozette Turksma-Benninga (geboren 1886). Sie hatte zwei jüngere Brüder, David Julius (geboren 1925) und Simon (geboren 1927). Mok-Turksma zog nach Haarlem und arbeitete als Hilfsköchin im jüdischen Joles-Krankenhaus. 1942 heiratete sie ihren Cousin, den Buchhalter Noah Simon Mok. Ihren Eltern war die Teilnahme an der Hochzeit auf Grund des Reiseverbotes für Juden nicht möglich. Nach der Heirat musste das Paar nach Amsterdam umziehen. Am 20. Juni 1943 wurde das Paar während einer Razzia verhaftet. Sie wurden in das Lager Westerbork deportiert und von dort am 6. Juli 1943 in das Vernichtungslager Sobibor überstellt. Betsie Mok-Turksma und ihr Mann wurden dort unmittelbar nach der Ankunft am 9. Juli 1943 ermordet.Joods Monument: Betsie Mok-Turksma, abgerufen am 23. Oktober 2021 120px HIER WOHNTEDAVID JULIUSTURKSMAGEB. 1925DEPORTIERT 1942AUS WESTERBORKERMORDET 28.2.1943AUSCHWITZ Drachten,Kerkstraat 3 wurde am 19. Mai 1925 in Drachten geboren. Seine Eltern waren Jacob Turksma (geboren 1888) und Rozette Turksma-Benninga (geboren 1886). Er hatte eine ältere Schwester Betsie (geboren 1923) und den jüngeren Bruder namens Simon (geboren 1927). Sein Vater handelte mit Altmetall, Lumpen und Tierhäuten. David Turksma begleitete seinen Vater oft zum Wochenmarkt, half bei der Arbeit. Seine Eltern ließen die Söhne eine weiterführende Schule besuchen, damit sie bessere Möglichkeiten später hätten. Ab 1941 war es ihm und seinem Bruder auf Grund ihrer jüdischen Abstammung nicht mehr möglich ihre Schule zu besuchen, sie wechselten in eine jüdische Schule in Leeuwarden. Am 12. November 1942 wurde David Turksma, als erster aus der Familie, verhaftet und ins Durchgangslager Westerbork deportiert. Sein Vater galt als kriegswichtig, daher wurde für ihn und dem jüngsten Sohn der Familie eine Ausnahme gemacht. Aus dem Deportationszug warf Turksma noch eine Postkarte an seine Freundin mit der Bitte, diese auch seinen Eltern zu geben. Am 20. November 1942 wurde er ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Dort war er zumindest am 16. Januar 1943 noch in der Krankenstation. David Julius Turksma wurde am 28. Februar 1943 in Auschwitz ermordet.Herinneringscentrum Kamp Wersterbork: David Julius Turksma, abgerufen am 9. November 2021

Seine Eltern und sein Bruder wurden 1943 ebenfalls nach Westerbork deportiert, nachdem sie Fluchtmöglichkeiten abgelehnt hatten, seine Schwester und deren Ehemann wurden im Juni 1943 verhaftet. Die gesamte Familie wurde in Sobibor ermordet.

Auf dem jüdischen Denkmal in Drachten ist sein Name zur Erinnerung eingraviert.Joods Monument: David Julius Turksma, abgerufen am 23. Oktober 2021 120px HIER WOHNTEDORA JACOBATURKSMAGEB. 1921DEPORTIERT 1942AUS WESTERBORKERMORDET 23.11.1942AUSCHWITZ Drachten,Stationsweg 113 wurde am 20. April 1921 geboren. Ihre Eltern waren Mozes Turksma (geboren 1885) und Betje Turksma-Benninga (geboren 1885). Sie hatte drei Geschwister, Betsie (geboren 1921), David Julius (geboren 1925) und Simon (geboren 1927). Sie wurde am 12. November 1942 ins Durchgangslager Westerbork deportiert und von dort am 20. November 1942 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Dora Jacoba Turksma wurde hier am 23. November 1942 ermordet.Joods Monument: Dora Jacoba Turksma, abgerufen am 23. Oktober 2021

Ihre Eltern wurden auch Opfer der Shoah.