Die Pflanzengattung Maclura gehört zur Familie der Maulbeergewächse (Moraceae).

Beschreibung mini|Francisco Manuel Blanco, 1880–1883, Illustration von Maclura cochinchinensis mini|Seidenraupenbaum (Maclura tricuspidata)

Vegetative Merkmale Maclura-Arten sind verholzende Pflanzen, die als immergrüne oder laubabwerfende, kleine bis große Bäume, aufrechte bis kletternde Sträucher oder Lianen wachsen. Sie enthalten Milchsaft. Alle Maclura-Arten besitzen achselständige, kräftige, gerade und gebogene Sprossdornen, wenigstens so lang sie jung sind.

Die wechselständig und spiralig oder zweizeilig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die einfache Blattspreite ist fiedernervig. Der Blattrand ist glatt. Die zwei Nebenblätter sind nicht verwachsen, darin unterscheiden sie sich von vielen anderen Moraceae.

Generative Merkmale Maclura-Arten sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Die seitenständigen Blütenstände sind kopfig, traubig oder ährig. Es befinden sich oft viele Tragblätter an der Basis des Blütenstandes. Die zwei bis vier Deckblätter je Blüte sind mit dem Kelch verwachsen; jedes mit zwei gelben Drüsen.

Bei den männlichen Blüten sind die meist vier (selten drei oder fünf) Kelchblätter frei oder höchstens an ihrer Basis verwachsen und die meist vier (selten drei oder fünf) Staubblätter sind gerade. Die weiblichen Blütenstände sind kugelig. Bei den ungestielten weiblichen Blüten sind die fleischigen Kelchblätter frei oder verwachsen und der kurze Griffel endet in einer oder zwei ungleichen Narben.

Bei dem fleischigen und mehr oder weniger kugeligen Fruchtverband sind die Deckblätter und der Kelch vergrößert. Bei den eiförmigen einzelnen Steinfrüchten sieht die Oberfläche muschelartig aus und sie sind von den fleischigen Kelchen eingehüllt. Die Samen sind dünn und fleischig.

Die breiten Keimblätter (Kotyledonen) sind unterschiedlich verdreht und gleich oder ungleich.

Systematik und Verbreitung Die Gattung Maclura wurde 1818 Thomas Nuttall in The genera of North American plants, Volume 2, S. 233 aufgestellt. Der Gattungsname Maclura ehrt den amerikanischen Geologen William Maclure (1763–1840). Synonyme für Maclura sind: Cardiogyne , Chlorophora , Cudrania , Fusticus , Ioxylon , ×Macludrania , Plecospermum , Vanieria

Die Gattung Maclura gehört zur Tribus Moreae innerhalb der Familie der Maulbeergewächse (Moraceae).

Maclura-Arten gibt es in der Neotropis, in Afrika, Madagaskar, Asien, Australien, und den Pazifischen Inseln. Fünf Arten kommen in China vor.

Die Gattung Maclura wird in fünf Sektionen gegliedert: Sektion Cardiogyne Sektion Chlorophora Sektion Cudrania : Mit zwei Serien Connatae und Liberae Sektion Maclura Sektion Plecospermum

Es gibt etwa zwölf Maclura-Arten:

Maclura africana : Heimat Afrika und Madagaskar.Eintrag bei der Flora of Zimbabwe. Maclura amboinensis : Sie kommt in Indonesien, Malaysia, Neuguinea, Thailand, in Tibet nur in Mêdog und im zentralen-südlichen bis südlichen Yunnan vor. Maclura andamanica : Indochina. Maclura cochinchinensis (Syn.: Cudrania cochinchinensis , Cudrania javanensis , Vanieria cochinchinensis , Maclura thorelii ): Sie ist auf Pazifischen Inseln, auf den Philippinen, in Australien, Sri Lanka, Indien, Bhutan, Sikkim, Nepal, Myanmar, Thailand, Vietnam, Indochina, Malaysia, Japan, Taiwan, im südöstlichen Tibet und weiten Teilen Chinas weitverbreitet. Maclura excelsa : Die Heimat ist Westafrika. Maclura fruticosa : Sie kommt im nordöstlichen Indien, Bangladesch, Myanmar, Thailand, Vietnam und südlichen Yunnan vor. Milchorangenbaum oder Osagedorn (Maclura pomifera , Syn.: Ioxylon pomiferum ): Die Heimat ist Nordamerika. Bei manchen Autoren ist sie die einzige Art dieser Gattung. Maclura pubescens : Diese Neukombination erfolgte 2003. Sie kommt in Indonesien, Malaysia, Myanmar und in den chinesische Provinzen nördliches Guangdong, Guangxi, südliches Guizhou sowie südliches Yunnan vor. Maclura spinosa : Sie kommt in Sri Lanka und im südlichen Indien vor. Färbermaulbeerbaum (Maclura tinctoria ): Unterarten sind beispielsweise: Maclura tinctoria subsp. tinctoria (Syn.: Chlorophora tinctoria , Morus tinctoria ) Maclura tinctoria subsp. mora (Syn.: Maclura mora ) Seidenraupenbaum (Maclura tricuspidata , Syn.: Cudrania tricuspidata , Cudrania triloba , Morus integrifolia , Vanieria tricuspidata , Vanieria triloba ): Sie gedeiht in Höhenlagen von 500 bis 2200 Metern in weiten Teilen Chinas und kommt auch in Korea vor. Sie wird in Japan angebaut.

Nutzung Von einigen Arten werden die Früchte und das Holz genutzt. Wenige Arten werden zum Färben verwendet (siehe Artartikel Milchorangenbaum, Seidenraupenbaum, Färbermaulbeerbaum).

Bilder Milchorangenbaum (Maclura pomifera):

Quellen Zhengyi Wu, Zhe-Kun Zhou, Michael G. Gilbert: Moraceae. In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 5: Ulmaceae through Basellaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 19. Dezember 2003, ISBN 1-930723-27-X. Maclura Nuttall., S. 35–36 – textgleich online wie gedrucktes Werk. Abdul Ghafoor: Moraceae in der Flora of Pakistan: Maclura – Online. Maclura in Flora of Australia, Volume 3, 1989: Flora of Australia Online.

Einzelnachweise Zhengyi Wu, Zhe-Kun Zhou, Michael G. Gilbert: Moraceae. In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 5: Ulmaceae through Basellaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 19. Dezember 2003, ISBN 1-930723-27-X. Maclura Nuttall., S. 35–36 – textgleich online wie gedrucktes Werk. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5, doi:10.3372/epolist2018.

Weblinks

G. J. Harden: Maclura New South Wales Flora Online. Richard P. Wunderlin: Moraceae. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 3: Magnoliidae and Hamamelidae, Oxford University Press, New York und Oxford, 1997, ISBN 0-19-511246-6. Maclura – textgleich online wie gedrucktes Werk. (1997 war die Gattung noch monotypisch und die asiatischen Arten in der Gattung Cudrania )

Kategorie:Maulbeergewächse Kategorie:Moraceae