Wundersleben ist eine Gemeinde im Landkreis Sömmerda in Thüringen. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Straußfurt an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Straußfurt hat.

Geografie Wundersleben liegt an der Unstrut im Thüringer Becken östlich von Straußfurt und westlich der Stadt Sömmerda auf besten Böden.

Klima Die Jahresmitteltemperatur in Wundersleben beträgt etwa 9,75 °C und der durchschnittliche Luftdruck beträgt 1008,95 hPa.

Geschichte mini|Dorfkirche 744 wurde der Ort erstmals in einer Urkunde des Klosters Fulda als Wunerslouben erwähnt.

Der Ort gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Weißensee. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam er zu Preußen und wurde 1816 dem Landkreis Weißensee im Regierungsbezirk Erfurt der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1944 gehörte.

Zur Zeit der SBZ wurde das Herrenhaus des Ritterguts abgerissen, obwohl es dringend für die einquartierten Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten gebraucht wurde. Die Besitzer des Guts, Familie Lüttich, wurden entschädigungslos enteignet. Heute stehen von dem großen Komplex nur noch zwei ehemalige Wirtschaftsgebäude. Das übrige Gelände ist mit Wohnhäusern überbaut.

Einwohnerentwicklung 1994 – 474 1995 – 563 1996 – 630 1997 – 676 1998 – 742 1999 – 791 2000 – 785 2001 – 790 2002 – 792 2003 – 782 2004 – 764 2005 – 746 2006 – 749 2007 – 743 2008 – 732 2009 – 704 2010 – 701 2011 – 676 2012 – 679 2013 – 692 2014 – 693 2015 – 694 2016 – 698 2017 – 695 2018 – 676 2019 – 672 2020 – 658 2021 – 649 2022 – 638 2023 – 626 2024 – 617 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat Wundersleben setzt sich aus 8 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Seit der Gemeinderatswahl am 26. Mai 2024 hat er folgende Zusammensetzung: CDU: 2 Sitze Wir für Wundersleben: 4 Sitze Fr. Wähler Thür. / Bürgerliste: 2 Sitze

Bürgermeister Der ehrenamtliche Bürgermeister Thomas Frey (Faschingsfreunde Wundersleben) wurde am 12. Juni 2022 gewählt und löste am 1. Juli 2022 die langjährige Bürgermeisterin Esther Breternitz (CDU) ab. Thomas Frey wurde als freier Kandidat in einer Stichwahl im zweiten Wahlgang am 15. September 2024 wiedergewählt.

Wappen Das Wappen wurde am 19. Februar 1997 genehmigt.

Blasonierung: „Halbgespalten und geteilt; oben vorn in Blau zwei silberne gekreuzte Schlüssel, oben hinten in Silber ein blauer Krug, unten in Schwarz ein silberner Fisch.“

Das Wappen der Gemeinde Wundersleben greift in seiner Aufteilung das Wappen derer von Wittern auf. Die von Wittern besaßen das Rittergut Wundersleben vom 15. Jahrhundert bis 1817 und prägten damit entscheidend die Entwicklung der Gemeinde. Die gekreuzten silbernen Schlüssel in Blau sind dem Wappen der Familie Hagke entlehnt, die im 14. und 15. Jahrhundert die Besitzer des Rittergutes waren. Der blaue Topf in Silber verweist auf das traditionelle Töpferhandwerk und der silberne Fisch in Schwarz auf die langjährige Fischfangtradition in Wundersleben.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Bonifatiuskirche

Naturdenkmäler Reste der Auenlandschaft der begradigten Unstrut

Sport Neben dem Fußballverein SV Rot-Weiß 50 Wundersleben e. V. gibt es in Wundersleben noch einen Schützenverein und den Tennisverein Wundersleben e. V.

Regelmäßige Veranstaltungen Jährlich veranstaltet der SV Rot-Weiß 50 Wundersleben e. V. das traditionelle Dorf-, Sport- und Spielfest. Jedes 1. Dezemberwochenende findet der Wunderslebener Weihnachtsmarkt auf dem Kirchplatz von Wundersleben statt.

Verkehr mini|hochkant|Unstrutradweg in Wundersleben Wundersleben ist durch die Bundesstraße 176 an das Fernstraßennetz der Bundesrepublik Deutschland angebunden. Zudem gibt es einen Busverkehr nach Sömmerda und Erfurt.

Wundersleben liegt jetzt am offiziellen Unstrut-Radweg, der – von Werningshausen kommend – rechts des Flusses auf neu asphaltiertem Weg nach Schallenburg führt. Vor den Begradigungen beider Flüsse mündete die Gramme erst etwas östlich der jetzigen Brücke in die Unstrut. Vorher hatte die Gramme die Räder einer noch als Wohngebäude (Vierseitenhof) existierenden Mühle angetrieben.

Sonstiges Während des Zweiten Weltkrieges mussten zwölf Frauen und Männer aus Polen in der Landwirtschaft Zwangsarbeit verrichten.Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Band 8: Thüringen. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 280.

Persönlichkeiten Konrad Schubring (1911–1966), Altphilologe, Epigraphiker und Medizinhistoriker

Einzelnachweise

Weblinks

Website der Verwaltungsgemeinschaft

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