Das FFH-Gebiet Binnendünen- und Moorlandschaft im Sorgetal ist ein NATURA 2000-Schutzgebiet in Schleswig-Holstein in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Schleswig-Flensburg im Naturraum ”Schleswigsche Geest“ zwischen dem FFH-Gebiet Wälder der Hüttener Berge und FFH-Gebiet Moore der Eider-Treene-Sorge-Niederung. Es besteht aus sieben räumlich getrennten FFH-Teilgebieten (TG): TG Owschlager Moor TG Heidwischmoor TG Duvenstedter Moor TG Loher Heide und SHLF-Flächen TG NSG Sorgwohld TG Südliche Heidefläche TG Standortübungsplatz Krummenort (Alt Duvenstedt)
Das FFH-Gebiet hat eine Gesamtfläche von 858 ha. Die größte Ausdehnung liegt in Ostwestrichtung und beträgt 8,6 km. Die höchste Erhebung mit 13,7 m () über NN liegt im Teilgebiet Loher Heide südlich des Golfplatzes Loher Sand e.V., der niedrigste Bereich mit 1 m über NN im gleichen Teilgebiet, wo die Sorge in Tetenhusen das FFH-Gebiet verlässt (). Das FFH-Gebiet hat die Nr. 46 in der Liste der FFH-Gebiete gemäß EU-Wasserrahmenrichtlinie RL 92/43/EWG mit dem Code DE_PH_1623-392 im Bewirtschaftungsplan für die Flussgebietseinheit Eider.
FFH-Gebietsgeschichte und Naturschutzumgebung Der NATURA 2000-Standarddatenbogen (SDB) für dieses FFH-Gebiet wurde im Februar 2006 vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) des Landes Schleswig-Holstein erstellt, im September 2004 als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) vorgeschlagen, im November 2007 von der EU als GGB bestätigt und im Januar 2010 national nach § 32 Absatz 2 bis 4 BNatSchG in Verbindung mit § 23 LNatSchG als besonderes Erhaltungsgebiet (BEG) bestätigt. Der SDB wurde zuletzt im Mai 2019 aktualisiert. Wegen der Komplexität dieses FFH-Gebietes wurde für jedes FFH-Teilgebiet ein gesonderter Managementplan aufgestellt. Aus dem gleichen Grund wird auch in diesem Artikel jedes Teilgebiet für sich betrachtet.
Mit der Betreuung der Teilgebiete Owschlager Moor, Duvenstedter Moor und Heidwischmoor hat das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (LLUR) gem. § 20 LNatSchG das Unabhängige Kuratorium Landschaft Schleswig-Holstein - Verband für Naturschutz und Landschaftspflege e.V. beauftragt.
Die häufigste Lebensraumklasse im FFH-Gebiet stellen mit knapp der Hälfte der Fläche die künstlich angelegten Forstflächen, gefolgt von einem Viertel Moore und Sümpfe. Der Anteil der Heideflächen ist mit 3 % sehr gering, siehe Diagramm 1.
Zwei Drittel der Gesamtfläche ist keinem FFH-Lebensraumtyp (LRT) zugeordnet. Hier handelt es sich überwiegend um künstlich angelegte Wald- und intensiv bewirtschaftete Acker- und Grünlandflächen. Der häufigste LRT ist mit einem Fünftel der Fläche Renaturierungsfähige degradierte Hochmoore, gefolgt von Sandheide mit Besenheide und Ginster auf Binnendünen und Moorwälder, siehe Diagramm 2.
In der Gesamtbeurteilung der LRT-Flächen hat nur der LRT 2320 Sandheiden mit Krähenbeere auf Binnendünen mit 0,7 % Flächenanteil eine hervorragende Bewertung bekommen. Fast drei Viertel der LRT-Flächen haben eine gute Gesamtbeurteilung erhalten, siehe Diagramm 3.
FFH-Erhaltungsgegenstand
Laut Standard-Datenbogen vom Mai 2019 sind folgende FFH-Lebensraumtypen und Arten für das Gesamtgebiet als FFH-Erhaltungsgegenstände mit den entsprechenden Beurteilungen zum Erhaltungszustand der Umweltbehörde der Europäischen Union gemeldet worden (Gebräuchliche Kurzbezeichnung (BfN)):
FFH-Lebensraumtypen nach Anhang I der EU-Richtlinie:
2310 Sandheiden mit Besenheide und Ginster auf Binnendünen (Gesamtbeurteilung B) 2320 Sandheiden mit Krähenbeere auf Binnendünen (Gesamtbeurteilung A) 2330 Offene Grasflächen mit Silbergras und Straußgras auf Binnendünen (Gesamtbeurteilung B) 3130 Nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Stillgewässer mit Strandlings- oder Zwergbinsen-Gesellschaften (Gesamtbeurteilung C) 3150 Natürliche und naturnahe nährstoffreiche Stillgewässer mit Laichkraut oder Froschbiss-Gesellschaften (Gesamtbeurteilung C) 3260 Fließgewässer mit flutender Wasservegetation (Gesamtbeurteilung C) 4010 Feuchte Heiden mit Glockenheide (Gesamtbeurteilung C) 4030 Trockene Heiden (Gesamtbeurteilung C) 6230* Artenreiche Borstgrasrasen (Gesamtbeurteilung B) 6430 Feuchte Hochstaudenfluren (Gesamtbeurteilung C) 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Gesamtbeurteilung C) 7120 Renaturierungsfähige degradierte Hochmoore (Gesamtbeurteilung B) 7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore (Gesamtbeurteilung B) 7150 Torfmoor-Schlenken mit Schnabelbinsen-Gesellschaften (Gesamtbeurteilung B + C) 9190 Alte bodensaure Eichenwälder auf Sandebenen mit Stieleiche (Gesamtbeurteilung C) 91D0* Moorwälder (Gesamtbeurteilung C) Arten gemäß Artikel 4 der Richtlinie 2009/147/EG und Anhang II der Richtlinie 92/43/EWG und diesbezügliche Beurteilung des Gebiets:
1096 Bachneunauge (Gesamtbeurteilung C) 1166 Kammmolch (Gesamtbeurteilung C)
FFH-Erhaltungsziele Aus den oben aufgeführten FFH-Erhaltungsgegenständen werden als FFH-Erhaltungsziele von besonderer Bedeutung die Erhaltung folgender Lebensraumtypen und Arten im FFH-Gebiet vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein erklärt:
2310 Sandheiden mit Besenheide und Ginster auf Binnendünen 2320 Sandheiden mit Krähenbeere auf Binnendünen 2330 Offene Grasflächen mit Silbergras und Straußgras auf Binnendünen 3260 Fließgewässer mit flutender Wasservegetation 4010 Feuchte Heiden mit Glockenheide 4030 Trockene Heiden 6230* Artenreiche Borstgrasrasen 7120 Renaturierungsfähige degradierte Hochmoore 7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore 7150 Torfmoor-Schlenken mit Schnabelbinsen-Gesellschaften 9190 Alte bodensaure Eichenwälder auf Sandebenen mit Stieleiche 91D0* Moorwälder
Aus den oben aufgeführten FFH-Erhaltungsgegenständen werden als FFH-Erhaltungsziele von Bedeutung die Erhaltung folgender Lebensraumtypen und Arten im FFH-Gebiet vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein erklärt:
3130 Nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Stillgewässer mit Strandlings- oder Zwergbinsen-Gesellschaften 3150 Natürliche und naturnahe nährstoffreiche Stillgewässer mit Laichkraut oder Froschbiss-Gesellschaften 3260 Fließgewässer mit flutender Wasservegetation 6430 Feuchte Hochstaudenfluren 6510 Magere Flachland-Mähwiesen 1096 Bachneunauge 1166 Kammmolch
FFH-Analyse und Bewertung
Das Kapitel FFH-Analyse und Bewertung in den Managementplänen beschäftigt sich unter anderem mit den aktuellen Gegebenheiten des FFH-Gebietes und den Hindernissen bei der Erhaltung und Weiterentwicklung der FFH-Lebensraumtypen. Die Ergebnisse fließen in den FFH-Maßnahmenkatalog ein. Da es für das Gesamtgebiet keinen Managementplan gibt, sind die Ergebnisse der FFH-Analyse und Beurteilung der LRT-Flächen nur in Form der Angaben im SDB veröffentlicht. Danach haben knapp drei Viertel der FFH-LRT-Flächen eine gute Gesamtbeurteilung, gut ein Viertel eine nicht gute und nur der LRT 2320 Sandheiden mit Krähenbeere auf Binnendünen mit einer Gesamtfläche von 2,3 ha eine hervorragende Gesamtbewertung zugesprochen bekommen, siehe auch Diagramm 3.
In diesem Fall ist das Kapitel FFH-Analyse und Bewertung in den Managementplänen jedes Teilgebietes zu finden.
FFH-Maßnahmenkatalog Der FFH-Maßnahmenkatalog in den Managementplänen führt neben den bereits durchgeführten Maßnahmen geplante Maßnahmen zur Erhaltung und Entwicklung der FFH-Lebensraumtypen im FFH-Gebiet an. Konkrete Empfehlungen sind in Maßnahmenkarten und Maßnahmenblättern beschrieben. In diesem Fall sind diese in den Managementplänen der Teilgebiete zu finden.
FFH-Erfolgskontrolle und Monitoring der Maßnahmen Eine FFH-Erfolgskontrolle und Monitoring der Maßnahmen findet in Schleswig-Holstein alle 6 Jahre statt. Die Ergebnisse des letzten Folgemonitorings wurden am 21. März 2012 in einem Textbeitrag und einer Kartensammlung veröffentlicht. Neuere Daten wurden bisher nicht veröffentlicht (Stand Oktober 2021).
FFH-Teilgebiete mini|Bildung eines Hochmoores
Teilgebiet Owschlager Moor Lage und Beschreibung Das TG Owschlager Moor liegt am Südwestrand der Gemeinde Owschlag nördlich des Flusses Sorge im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Es wird nach Norden durch die Eisenbahnlinie Rendsburg–Flensburg begrenzt. Es hat eine Fläche von 128 ha. Seine größte Ausdehnung liegt in Richtung Nordwest und beträgt 1,93 km. Das Gelände fällt von Nord nach Süd von 10 m bis auf 4 m über NN im Süden im Sorgetal ab.
Es handelt sich beim Owschlager Moor um ein in großen Teilen durch menschlichen Einfluss degeneriertes Hochmoor. Durch tiefe Torfstiche ist eine Verbindung zum Grundwasser entstanden und hat in weiten Teilen zu einer Eutrophierung geführt, sodass eine Regenerierung zum Regenmoor nicht mehr möglich ist.
Schutzstatus Das Owschlager Moor unterliegt als Teilgebiet des FFH-Gebietes Binnendünen- und Moorlandschaft im Sorgetal dem Verschlechterungsverbot nach § 33 des Bundesnaturschutzgesetzes. Es ist Teil des Schwerpunktbereiches 352 des landesweiten Biotopverbundsystems. Für Moore mit mehr als 100 m² Größe kommt die Landesverordnung über gesetzlich geschützte Biotope (Biotopverordnung) zur Anwendung. Alle Teilgebietsflächen mit FFH-Lebensraumtypen stehen gleichzeitig unter gesetzlichem Biotopschutz. Darüber hinaus gibt es Flächen, die ausschließlich den Status des gesetzlich geschützten Biotops innehaben. Das größte ist das Biotop 325386024-414 im Süden des Teilgebietes. Es handelt sich um ein 152 ha großes extensiv genutztes Grünland außerhalb des Moorkomplexes vom Biotoptyp Mäßig nährstoffreiches Nassgrünland (). Der Managementplan für dieses Teilgebiet wurde am 27. Februar 2018 veröffentlicht. Er beinhaltet ebenfalls das deckungsgleiche EU-Vogelschutzgebiet DE-1623-401 „Binnendünen- und Moorlandschaft im Sorgetal“.
Mit der Betreuung des Teilgebietes Owschlager Moor hat das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (LLUR) gem. § 20 LNatSchG das Unabhängige Kuratorium Landschaft Schleswig-Holstein - Verband für Naturschutz und Landschaftspflege e.V. beauftragt.
Naturschutzumgebung Das Teilgebiet grenzt im Süden beim Sorgetal unmittelbar an das TG NSG Sorgwohld, im Nordosten jenseits der Bahnlinie an das TG Heidwischmoor.
FFH-Erhaltungsgegenstand Von den 16 FFH-Lebensraumtypen und 2 Arten befinden sich 3 FFH-Lebensraumtypen und beide Arten im TG Owschlager Moor. Die Angaben beziehen sich auf die Daten aus dem Monitoring von 2012. Bei den Flächen ohne LRT-Zuordnung handelt es sich um extensiv genutzte Grünlandflächen am Rand der Moorflächen, siehe auch Diagramm 4.
2310 Sandheiden mit Besenheide und Ginster auf Binnendünen (Gesamtbeurteilung C) 7120 Renaturierungsfähige degradierte Hochmoore (Gesamtbeurteilung B+C) 7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore (Gesamtbeurteilung C)
FFH-Analyse und Bewertung Die Gesamtbeurteilung der Hochmoorlebensraumtypen hat sich zwischen den Jahren 2004 und 2015 verschlechtert. Durch Starkregenereignisse im Jahre 2012 sind viele Staueinrichtungen beschädigt worden, was zu einer Verringerung des Wasserstandes und der Ansiedlung von Moorbirken geführt hat.
Der größte Teil der Moorflächen befinden sich in Privathand. Ein kleinerer Teil gehören der Gemeinde Owschlag und der Stiftung Naturschutz SH. Die Wege im Gebiet gehören ebenfalls der Gemeinde Owschlag. Der größte Teil der Grünlandflächen gehört dem Wasser- und Bodenverband Obere Sorge, ein kleiner Streifen von 1480 m² der Landgesellschaft SH.
FFH-Maßnahmenkatalog Neben dem Kapitel Maßnahmenkatalog im Managementplan wurden für das TG Owschlager Moor eine Maßnahmenkarte und 10 Maßnahmenblätter erstellt.