Betina Kuntzsch (* 1963 in Ost-Berlin) ist eine deutsche Fotografin, Videokünstlerin und Filmemacherin.

Leben Betina Kuntzsch ist als Tochter der Modegestalterin Ingrid Kuntzsch (1932–1994) und des Architekten Dietmar Kuntzsch in Berlin-Prenzlauer Berg aufgewachsen. Sie studierte ab 1983 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, wo sie 1988 als erste und einzige Studentin zu DDR-Zeiten ihr Diplom mit einer Video-Arbeit abschloss. Nach dem Examen arbeitete sie für das Jugendprogramm Elf 99 des DDR-Fernsehens. Betina Kuntzsch, Biographie DEFA Film Library, abgerufen am 16. Oktober 2021 Betina Kuntzsch lebt und arbeitet in Berlin.

Werk Ein zentraler Bereich ihres Werkes sind Video-Zeichnungen, poetisch-grafische Strukturen, die einerseits anhand weiterentwickelter dokumentarischer Fotografien Geschichten und Momente des urbanen Alltags umkreisen. Auf der anderen Seite entstehen abstrakte Linien-Formationen für Video-Arbeiten im Monitor sowie im Raum. Für diese Video-Zeichnungen nutzt sie High-End-Compositing-Programme. Sie verarbeitet vor allem aktuelle mediale Themen aus allen Lebensbereichen und historische Materialien.Profil Betina Kuntzsch auf bbk-kulturwerk.de; abgerufen am 6. April 2022.

Als Filmemacherin verwendet sie Fundstücke, wie sich auflösendes Filmmaterial, alte Fotografien oder Laterna-Magica-Schleifen, collagiert sie zu Kurzfilmen über gesellschaftspolitische und historische Themen sowie über Persönlichkeiten.

Für den animierten Dokumentarfilm WegzaubernKurze Inhaltsangabe und Jury-Filmbewertung von Wegzaubern, abgerufen am 6. April 2022. erhielt sie im Jahr 2015 die Goldene Taube des Festivals DOK Leipzig. Ihr Projekt Vom Sockel denken besteht aus einer Intervention im Stadtraum und zehn Kurzfilmen. Die öffentliche Übergabe fand am 18. November 2021 statt, bei welchem es auch öffentliche Proteste gab.Geschichtspolitik: Aufruhr an Thälmanns Sockel, www.nd-aktuell.de, abgerufen am 6. April 2022.

Der Film Kopf Faust Fahne - Perspektiven auf das Thälmann-Denkmal wurde beim Festival DOK Leipzig 2021 in den drei Kategorien Deutscher Wettbewerb – Die Filme, DEFA-Förderpreis und VER.DI-Preis nominiert.

Preise und Auszeichnungen (Auswahl) 2012: Kunstpreis Schöneberg, Haus am Kleistpark, Berlin, 2. Preis 2015: DOK Leipzig, Goldene Taube (Wegzaubern) 2016: Animatou Genf, Prix Animatou Docanim (Wegzaubern) 2020: Wettbewerb Künstlerische Kommentierung des Ernst-Thälmann-Denkmals, Bezirksamt Pankow von Berlin, 2. Preis und Realisierung (Vom Sockel denken) 2023: 35. Internationales Filmfest Dresden, LUCA Filmpreis für Geschlechtergerechtigkeit (Loïe Fuller – Die elektrische Fee)

Ausstellungen (Auswahl)

1990: Hommage an El Lissitzky, Palais am Festungsgraben, Berlin 1992: Video und DDR, Museum für Gegenwartskunst, Basel 1996: 5th Intern. ART FILM BIENNALE, Centre Georges Pompidou, Paris 1998 Festival Zivilisation/Antiziviliastion Schloss Bröllin 1999: Abstraktion in der Fotografier, Museum Ludwig, Köln 2007: Final Cut, Kunsthalle Dominikanerkirche, Osnabrück 2008: L·L – Auf der Suche nach Ela Geminada, Video-Sound- und Text-Performance, LOOP Videokunstfestival, Ateneu, Barcelona 2009: Kunst und Öffentlichkeit – 40 Jahre NBK, Neuer Berliner Kunstverein 2011: Hommage an Heo, NanSeolHeon, Gangneung, Südkorea 2015: HEIM_SPIEL, Kommunale Galerie Berlin 2016: MESHES (Video-Installation, konzertante Aufführung, Musik: Gabriel Mãlãncioiu), InnerSound New Arts Festival Bukarest 2017: #Skills, Kunsthalle Brennabor, Brandenburg 2018: Video-Zeichnungen, ARDEX-Infozentrum, Witten 2019: Transformationen, Kommunale Galerie Berlin 2021: Urban Morphologies, Video-Installation (Komposition: Katharina Rosenberger, Kooperation mit ensemble mosaik), Silent Green, Berlin und ZEITRÄUME Festival für Musik und Architektur, Basel 2022: Worin unsere Stärke besteht – Fünfzig Künstlerinnen aus der DDR, Kunstraum Kreuzberg

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Einzelnachweise

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