Ranulf Higden, Ranulph Higden oder auch Ranulf Higdon und latinisiert auch Ranulphus (* ca. 1280; † 12. März 1364 in Chester, England) war ein englischer Chronist und Benediktinermönch des Klosters St. Werburgh in Chester.
Leben Es wird angenommen, dass Ranulf Higden im Westen Englands geboren wurde, um 1299 in Chester das Mönchsgelübde (der Benediktiner) ablegte und in der Folge den Norden Englands bereiste. Er lebte und wirkte bis 1364 im Kloster St. Werburgh in Chester (heute Chester Cathedral) und ist dort auch begraben. mini|Weltkarte in einer Handschrift von Ranulfs Polychronicon aus dem späten 14. Jahrhundert (British Library). Osten ist oben, Jerusalem in der Mitte, das Rote Meer (rot eingefärbt) oben rechts.
Werk Ranulf Higden verfasste mehrere Schriften, u. a. die lateinische Universalgeschichte Polychronicon, entstanden ab 1327 in sieben Büchern, die über mehrere Jahrhunderte als geschichtliches Standardwerk galten. Dem Manuskript der Christ Church in Oxford ist zu entnehmen, dass Higden es bis zum Jahr 1342 selbst fortgeführt hat; dieses Dokument kann online eingesehen werden.Christ Church MS.89 unter medieval.bodleian.ox.ac.uk Das in Latein geschriebene Werk wurde von John Trevisa 1387 ins Englische übersetzt und von Caxton 1480 gedruckt.
Das Polychronicon, mit den Fortsetzungen und den englischen Versionen, wurde im 19. Jahrhundert für die Rolls Series (No. 41) durch Churchill Babington (Vols. I und II) und Joseph Rawson Lumby herausgegeben.C. Babington & J.R. Lumby, Polychronicon Ranulphi Higden Monachi Cestrensis together with the English Translations of John Trevisa and of an Unknown Writer of the Fifteenth Century, RS 41, 1865-68. Es gibt zudem eine aktuelle Übersetzung seiner Predigten von Margaret Jennings und Sally A. Wilson.Ranulph Higden, Ars componendi sermones. Translated by Margaret Jennings and Sally A. Wilson. Introduction and Notes by Margaret Jennings (Dallas Medieval Texts and Translations 2). Louvain/Paris: Peeters, 2003. ISBN 978-90-429-1242-7.
Sein Petagogicum super Donatum, ein Handbuch der lateinischen Grammatik mit einem Kommentar zum grammatischen Lehrwerk des Aelius Donatus, galt als verschollen, bis 2024 die Wiederentdeckung eines Exemplars in der Staatsbibliothek zu Berlin bekannt wurde.Presseinformation: Mittelalterlicher Text wiederentdeckt. Presseinformation der Universität Göttingen vom 21. Juni 2024.
Literatur
Weblinks
Mittelalterlicher Text wiederentdeckt.Forscher identifizieren Grammatikhandbuch des englischen Gelehrten Ranulph Higden, Pressemitteilung der Georg-August-Universität Göttingen vom 21. Juni 2024, abgerufen am 23. April 2026. Der Mönch und die Handschrift. In: SPK-Magazin vom 18. Februar 2025, abgerufen am 23. April 2026.
Einzelnachweise
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