mini|Jörg Schlick (rechts, mit Martin Kippenberger) Jörg Schlick (* 23. Juni 1951 in Graz; † 29. Dezember 2005 ebenda) war ein österreichischer Konzeptkünstler, Autor, Maler, Kurator und Musiker. Er galt als eine der zentralen Figuren der steirischen Kunst seit den 1980er Jahren und war Mitbegründer der Lord Jim Loge.

Leben Schlick wurde 1951 in Graz geboren und blieb eng mit der Grazer Kunst- und Literaturszene verbunden. Er arbeitete in unterschiedlichen Medien und Zusammenhängen, darunter Malerei, Konzeptkunst, Musik, Publikation und kuratorische Projekte. In verschiedenen Kunstprojekten arbeitete er unter anderem mit Günter Brus, Wolfgang Bauer, Martin Kippenberger und Albert Oehlen zusammen.

Er war Herausgeber der Zeitschrift Sonne Busen Hammer, des Zentralorgans der Lord Jim Loge, die in den 1980er Jahren im Umfeld von Schlick, Kippenberger, Oehlen und Bauer entstand. Die Loge verband Konzeptkunst, Künstlernetzwerk, Selbstmythologisierung und Markenparodie; ihr Motto lautete „Keiner hilft Keinem“. Ihr Signet, bestehend aus Sonne, Brüsten und Hammer, wurde zu einem wiederkehrenden Zeichen in Schlicks Werk und im Umfeld der Loge.

In der Rezeption wurde Schlicks Umgang mit dem Signet der Lord Jim Loge auch als frühe Form künstlerischer Markenbildung beschrieben. Moritz Scheper schrieb in Frieze, die fiktive Struktur einer tatsächlich operierenden Loge habe es Schlick erlaubt, seine unterschiedlichen künstlerischen Tätigkeiten unter einem gemeinsamen Zeichen zusammenzuführen.

Wiederholt sorgten seine Arbeiten für Diskussionen, so zum Beispiel, als er auf dem Plakat für das Kulturfestival Steirischer Herbst 1996 einen urinierenden Mann zeigte.

Im Jahr 2000 gestaltete Schlick für Camera Austria International die sogenannte „Black Issue“ als Reaktion auf die damalige ÖVP-FPÖ-Regierungskoalition in Österreich.

2004 wurde er mit dem Würdigungspreis des Landes Steiermark für bildende Kunst ausgezeichnet.. Abgerufen am 17. April 2015.

Schlick starb am 29. Dezember 2005 im Alter von 54 Jahren in Graz.

Seine Arbeiten sind unter anderem im Museum of Modern Art (MoMA), New York, in der Neuen Galerie Graz, im MAMCO – Musée d’art moderne et contemporain, Genf, sowie im Österreichischen Skulpturenpark vertreten.

Ausstellungen Das Künstlerhaus, Halle für Kunst & Medien (KM – Graz) widmete Schlick vom 27. September bis 22. November 2015 anlässlich seines 10. Todestages eine größere Retrospektive. Begleitend erschien eine Publikation mit einem Werkverzeichnis der Arbeiten Jörg Schlicks.

Die Galerie Nagel Draxler zeigte Schlicks Arbeiten unter anderem 2018 in der Ausstellung Zurück in Köln; die Ausstellung wurde 2019 in Frieze besprochen.

Literatur Petra und Ralph Schilcher (Hrsg.): Memory – Remembering Jörg Schlick (1951–2005). Joseph Windisch art productions, Graz 2011. VESCON Kunstkatalog 2001 – Particules Elémentaires: Jörg Schlick. Jörg Schlick. Monographie und Werkverzeichnis / Catalogue Raisonné. 1973–2005. Künstlerhaus, Halle für Kunst & Medien, Graz, 2015.

Weblinks

Todesmeldung in den Salzburger Nachrichten VESCON Kunstkatalog 2001 – Particules Elémentaires: Jörg Schlick Moritz Scheper: From Tape to Toilet-Paper Dispensers: Artist Jörg Schlick Was a Master of Branding in Frieze Verena Dengler: Jörg Schlick in Frieze Jörg Schlick beim Universalmuseum Joanneum / Österreichischen Skulpturenpark Retrospektive Jörg Schlick im Künstlerhaus, Halle für Kunst & Medien Graz

Einzelnachweise

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