mini|Clara Bow (1920er-Jahre) Clara Gordon Bow (* 29. Juli 1905 in Brooklyn, New York; † 27. September 1965 in Culver City, Kalifornien) war eine US-amerikanische Schauspielerin, die in den späten Stummfilmtagen berühmt wurde. Sie gilt als Sexsymbol der 1920er-Jahre und durch ihr Mitwirken an der Komödie Das gewisse Etwas mit dem Originaltitel It als „das erste It-Girl“.

Leben Clara Bow hatte eine schwierige Kindheit. Ihre Mutter litt laut Diagnose an Epilepsie und einer dadurch entstandenen Psychose, ihr Vater war alkoholkrank. Beide Eltern wurden ihr gegenüber übergriffig.Kenneth Turan: Clara Bow’s’ Anguish. In: Washington Post, 21. Oktober 1988. Nach dem Gewinn eines Schönheitswettbewerbes wurde sie für das Kino entdeckt und drehte ihren ersten Film im Alter von siebzehn Jahren. 1924 wurde sie unter die WAMPAS Baby Stars des Jahres gewählt. Ihren Durchbruch zum Star hatte sie 1925 mit den Filmen The Plastic Age und Dancing Mothers, der sie neben Alice Joyce zeigte.

In ihren weiteren Filmen entwickelte ihr Studio Paramount Pictures sie zu einem der bekanntesten Flapper der Zeit. In der Popularität konnte sie zeitweise mit Colleen Moore – die 1923 in dem Film Flaming Youth eine Frisur mit Namen Bubikopf und das Image des Flappers überhaupt bekannt gemacht hatte – und Joan Crawford konkurrieren. mini|hochkant|links|Clara Bow in My Lady of Whims (1925) Vor allem die Besetzung mit der Hauptrolle in dem Film It aus dem Jahr 1927 führte dazu, dass man bis heute in den USA bei einer attraktiven Frau mit starker Präsenz von einem It-Girl spricht. Es war die Verfilmung eines Romans der damals populären Schriftstellerin Elinor Glyn. Eine landesweite Publicity-Aktion von Paramount diente dem Ziel, genau die Schauspielerin zu finden, die „It“ habe, das gewisse Etwas. Elinor Glyn persönlich wählte Clara Bow aus, deren Karriere hierdurch einen starken Schub erhielt. Die Presse berichtete zu der Zeit auch intensiv über Claras turbulentes Liebesleben. Sie hatte teilweise gleichzeitig Affären u. a. mit Persönlichkeiten wie Bela Lugosi, Gary Cooper, Victor Fleming oder John Gilbert.

Neben den üblichen Romanzen spielte Bow gelegentlich auch in anspruchsvollen Filmen mit – so 1927 in dem Kriegsdrama Wings, das auf der ersten Oscarverleihung den Oscar als bester Film gewann. Die Schauspielerin war zu diesem Zeitpunkt der größte weibliche Star der Paramount Studios. Mit Beginn der Tonfilmära begann sich der Publikumsgeschmack zu wandeln, und das Image von Bow als Flapper und It-Girl passte nicht mehr in die Zeit der Weltwirtschaftskrise. Mit Nancy Carroll, Marlene Dietrich, Ruth Chatterton, Kay Francis und Frances Dee standen dem Studio mittlerweile andere weibliche Stars zur Verfügung.

Ihr bisheriger Förderer B. P. Schulberg fand in der jungen Schauspielerin Sylvia Sidney einen Ersatz für Bow, deren Gewichtsprobleme zusätzlich ihr vorheriges Image als Sexsymbol konterkarierten. Sie verlor die weibliche Hauptrolle in City Streets an Sidney und verließ das Studio nach einem heftigen Streit. Dank Call Her Savage konnte sie 1932 jedoch ein Comeback bei der Fox Film Corporation starten. MGM wollte sie bereits für die Filmkomödie Feuerkopf besetzen, doch psychische Probleme verhinderten den Einsatz. Die Rolle ging an Jean Harlow, die einige Jahre vorher eine kleine Rolle in dem Clara-Bow-Film The Saturday Night Kid gespielt hatte. Im nächsten Jahr lieferte Jean Harlow in Bombshell eine Parodie auf einige Aspekte aus Bows Privatleben ab.

mini|Clara Bows Grab in Glendale. Das auf dem Grabstein angegebene Geburtsjahr 1907 gilt heute als widerlegt. Bow drehte einen letzten Film und zog sich 1933 ins Privatleben auf eine Ranch in Nevada zurück, wo sie mit dem Westernschauspieler und Politiker Rex Bell lebte, den sie 1931 geheiratet hatte. Dort bekam sie zwei Söhne. Ihr psychischer Zustand verschlechterte sich zusehends; sie wurde menschenscheu und soll einen Suizidversuch unternommen haben.Katja Iken: Geschichte der It-Girls – Paris Hiltons Vor-vor-vorbild. einestages – Zeitgeschichten auf Spiegel Online, 25. Februar 2011. 1949 diagnostizierten Ärzte bei ihr eine Schizophrenie. Bow kehrte nach der Diagnose nicht nach Nevada zu ihrer Familie zurück, sondern lebte den Rest ihres Lebens zurückgezogen mit einer Betreuerin in einem Bungalow in Culver City. In ihren letzten Lebensjahren erlebte sie noch eine Wiederentdeckung ihrer Filme. Sie starb im September 1965 mit 60 Jahren an Herzversagen. Ihr Grab befindet sich im Freedom Mausoleum im Forest Lawn Memorial Park in Glendale, Kalifornien.

Ihr zu Ehren gibt es seit 1960 einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame (1500 Vine Street).

Rezeption Im Jahr 1985 veröffentlichte Prince sein Album Around the World in a Day, auf dem er in dem Song Condition of the Heart Clara Bow erwähnt. Zudem ist sie in surrealistischer Darstellung auf dem Albumcover abgebildet. Von dem britischen Musikprojekt Sieben ist 2012 das Stück Sleep, Clara Bow erschienen. 2024 veröffentlichte Taylor Swift das Lied Clara Bow auf ihrem Album The Tortured Poets Department.

Filmografie (Auswahl) 1922: Beyond the Rainbow 1922: Down to the Sea in Ships 1923: Frauenfeinde (Enemies of Woman) 1923: The Pill Pounder (Kurzfilm) 1923: The Daring Years 1923: Maytime 1923: Black Oxen 1924: Grit 1924: Poisoned Paradise: The Forbidden Story of Monte Carlo 1924: Kinder der Freude (Daughters of Pleasure) 1924: Wine 1924: Der Kampf mit dem Schatten (Empty Hearts) 1924: Helen’s Babies 1924: Die Straßensängerin von New York (This Woman) 1924: Black Lightning 1925: Der elektrische Stuhl (Capital Punishment) 1925: Hochstapler der Liebe (The Adventurous Sex) (verschollen) 1925: My Lady’s Lips 1925: Eve’s Lover 1925: The Lawful Cheater 1925: The Scarlet West 1925: Parisian Love 1925: Küss mich noch einmal (Kiss Me Again) 1925: The Keeper of the Bees 1925: The Primrose Path 1925: Free to Love 1925: Der König der Gaukler (The Best Bad Man) 1925: The Plastic Age 1925: The Ancient Mariner 1925: My Lady of Whims 1926: Shadow of the Law 1926: Two Can Play 1926: Dancing Mothers 1926: Fascinating Youth 1926: The Runaway 1926: Der Weiberfeind (Mantrap) 1926: Fünf Minuten Angst (Kid Boots) 1927: Das gewisse Etwas (It) 1927: Children of Divorce 1927: Rough House Rosie 1927: Wings (Wings) 1927: Hula 1927: Bin ich ihr Typ? (Get Your Man) 1928: Vier Herren suchen Anschluß (Red Hair) 1928: Steckbrieflich verfolgt (Ladies of the Mob) 1928: Das Mädel aus der Tanzbar (The Fleet’s In) 1928: Übern Sonntag, lieber Schatz (Three Week Ends) 1929: The Wild Party 1929: Dangerous Curves 1929: The Saturday Night Kid 1930: Paramount-Parade (Paramount on Parade) 1930: True to the Navy 1930: Love Among the Millionaires 1930: Her Wedding Night 1931: No Limit 1931: Kick In 1932: Call Her Savage 1933: Hoopla 1949: Screen Snapshots 1860: Howdy, Podner (Kurzfilm)

Weblinks

Katja Iken: Geschichte der It-Girls – Paris Hiltons Vor-vor-vorbild. einestages – Zeitgeschichten auf Spiegel Online, 25. Februar 2011. Who is Clara Bow and why did Taylor Swift name a song after her Essay auf Entertainment Weekly Essay im Guardian

Einzelnachweise

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