Die Englisch-Portugiesische Allianz von 1373 wurde am 16. Juni 1373 zwischen König Eduard III. von England und König Ferdinand I. und Königin Leonore von Portugal vertraglich vereinbart. Sie stellt eine Vereinbarung „immerwährender Freundschaft, Einheit [und] Gemeinschaft“ zwischen den beiden seefahrenden Nationen dar und begründete die älteste, ununterbrochene und weiterhin bestehende Freundschaftsvereinbarung zwischen zwei Staaten.

Text Die Vereinbarung ist in lateinischer Sprache abgefasst. Ein bekannter Passus des Vertrags lautet:

Bedeutung

Die Allianz wurde im Lauf der Jahrhunderte mehrfach erneuert; so mit den Verträgen von 1386 (Vertrag von Windsor), 1643, 1654, 1660, 1661, 1703 (Methuenvertrag), 1815 und 1899 (Geheimvertrag von Windsor). Sie war Grundlage der Schiedsverträge zwischen Großbritannien und Portugal von 1904 und 1914.

Während der Iberischen Union von 1580 bis 1640, als die Monarchien von Spanien und Portugal eine dynastische Union bildeten, war der Vertrag vorübergehend unwirksam. Mit der Wiederherstellung der Unabhängigkeit Portugals lebte das Bündnis jedoch wieder auf und erreichte während der napoleonischen Kriege einen neuen Höhepunkt, als die Briten ihren besten General, den Herzog von Wellington, schickten, um erfolgreich gegen die Armeen Napoleons zu kämpfen.

Zweiter Weltkrieg Die Allianz wurde während des Zweiten Weltkriegs wieder bedeutsam. Die Portugiesen blieben im Einvernehmen mit Großbritannien, das den Krieg nicht auf die Iberische Halbinsel tragen wollte, neutral. 1943 erreichte Winston Churchill nach dreimonatigen Verhandlungen mit der Regierung Portugals die Nutzungsrechte der Flugplätze auf den portugiesischen Azoren und der Einrichtungen der Marine, was sich in der Atlantikschlacht als wichtig erwies.

Premierminister Churchill führte dazu im Unterhaus aus:

Falklandkrieg Zu Beginn des Falklandkriegs im Jahr 1982 erhielt Großbritannien im Bemühen, breite diplomatische Unterstützung gegen die Besetzung der Inselgruppe durch Argentinien zu finden, die Unterstützung Portugals auf der Basis der Allianz aus dem 14. Jahrhundert.

Der britische Geschäftsträger in Lissabon war zunächst davon ausgegangen, dass es bei dem Unterstützungsersuchen Probleme geben würde, da sich die portugiesische Regierung 20 Jahre zuvor, als der indische Premier Nehru die portugiesische Kolonie Goa in Indien besetzt hatte und Großbritannien mit Hinweis darauf, dass es sich um ein Land des Commonwealth handele, nicht Partei ergriff, von der Allianz distanziert hatte. Großbritannien konnte erneut die Stützpunkte auf den Azoren nutzen und Portugal musste erleben, wie daraufhin eine aufgebrachte Menge das Büro der portugiesischen Fluglinie TAP in Buenos Aires stürmte.

Brexit – Nordirlandprotokoll Im Oktober 2021 eskalierte der Konflikt zwischen der britischen Regierung und der Europäischen Union (EU) über das Nordirland-Protokoll der Vereinbarung über den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU (Brexit).

Der britische Brexit-Minister David Frost reiste nach Lissabon, um dort den grundsätzlichen Standpunkt der Regierung Johnson öffentlich zu verdeutlichen. Er sagte unter anderem:

Literatur Edgar Prestage: The Anglo-Portuguese Alliance. In: Transactions of the Royal Historical Society. Vol. 17, 1934, , S. 69–100.

Einzelnachweise

Kategorie:Portugiesische Geschichte (Mittelalter) Kategorie:1373 Kategorie:Britisch-portugiesische Beziehungen Kategorie:Vertrag (14. Jahrhundert) Kategorie:Rechtsgeschichte (Portugal) Kategorie:Rechtsgeschichte des Mittelalters (England) Kategorie:Portugal im Zweiten Weltkrieg Kategorie:Völkerrechtlicher Vertrag (Königreich Portugal) Kategorie:Historischer völkerrechtlicher Vertrag (Vereinigtes Königreich)