Marina Senckel (* 3. September 1982 in Bremen) ist eine deutsche Theater- und Filmschauspielerin.
Leben Marina Senckel wuchs in ihrer Geburtsstadt Bremen auf und besuchte dort die Freie Schule Bremen. Seit früher Jugend sammelte sie Schauspielerfahrungen in zahlreichen Theaterprojekten und Gruppen. So unter anderem am Bremer Kulturzentrum Schlachthof in der Performancegruppe „Dritte Ebene“, sowie in der politisch motivierten Theatergruppe „Der Brotladen“, unter der Schirmherrschaft von Hanne Hiob und Manfred Wekwerth. Auch im freien Theaterprojekt „Theater Total“ in Bochum wirkte sie mit, den Roman Verbrechen und Strafe von Fjodor Dostojewski, in der Neuübersetzung von Swetlana Geier, auf die Bühne zu bringen. Mit der Vorbereitungsperformance Qué es amore? gab es eine Einladung 2002 zum Theatertreffen der Jugend der Berliner Festspiele. Zudem war sie Regieassistentin am Theater Bremen im MoKS.Kinder-und Jugendtheater MoKS
Sie gab im „Kleinen Theater“ in Hamburg einen Brecht-Lieder-Abend und war am Kampnagel in Hamburg in einer Theaterperformance über das Buch HureHure von Nelly Arcan neben anderen Musikerinnen solo auf der Bühne.
Nach einem fast einjährigen Besuch der privaten Sprech- und Schauspielkunst Schule in Hamburg wurde sie 2003 an die Schauspielschule Max-Reinhardt SeminarMax-Reinhardt Seminar an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien aufgenommen. Ihr dortiger Dozent und Rollenlehrer Klaus Maria Brandauer besetzte sie während der Studienzeit in seiner Inszenierung von Shakespeares Sommernachtstraum auf der Seewiese in Altaussee in der Rolle der Hermia. Des Weiteren spielte sie im Rahmen des Studiums im Schlosstheater Schönbrunn das Gretchen in Goethes Faust, Phlillys in Fette Männer im Rock (Nicki Silver) und Fatima in Die arabische NachtDie arabische Nacht (Roland Schimmelpfennig). Sie arbeitete mit Susanne Granzer, Artak Grigorjan, Michaela Rosen, Gustav Rueb, Michaela Rosen und Istvan Szabó.
Ende des dritten Studienjahres wurde sie vorzeitig vom ehemaligen Burgtheater-Intendanten Claus Peymann an das Berliner Ensemble geholt; sie schloss während ihres Engagements ihr Studium mit einem Master of Arts ab. Von 2006 bis 2017 war sie am Berliner Ensemble festes Mitglied. Es kam regelmäßig zu Zusammenarbeiten mit Regisseuren wie Robert Wilson, Peter Stein, Claus Peymann, Manfred Karge, Thomas Langhoff, Philip Tiedemann, Martin Wuttke und Leander Haußmann. Sie spielte Rollen wie die Ilse aus dem Stück Frühlings Erwachen, Olga aus Anton Chechovs Drei Schwestern und Irene aus Krankheit der Jugend. Mit der Eve aus Peter Steins Inszenierung von Der zerbrochne Krug erhielt sie neben Klaus Maria Brandauer als Dorfrichter Adam von der TheaterGemeinde Berlin 2010Der zerbrochne Krug, Berliner TheaterGemeinde den Theaterpreis und Einladung zu den Wiener-Zürcher Festspielen und Hamburger Theater-Festival. Mit der Dreigroschenoper-Inszenierung von Robert Wilson reiste sie um die Welt und realisierte an die 300 Aufführungen.
Musikalisch arbeitete sie mit Komponisten sowie Pianisten wie Tobias Schwencke, Hans-Jörn Brandenburg, Max Doehlmann und Jörg Gollasch regelmäßig zusammen. Am Berliner Ensemble sind vor allem die musikalischen Arbeiten mit Herbert Grönemeyer an Faust I und II sowie Leonce und Lena und mit der US-amerikanischen Musikband CocoRosie in Robert Wilsons Inszenierung von Peter Pan zu nennen.
Für die Rolle der Ottile in Vor Sonnenuntergang von Gerhart Hauptmann, unter der Regie von Janusz Kica, übernahm sie 2015 ein Gastengagement im Theater in der Josefstadt in Wien.
Unter der Leitung von Luigi Reitani am instituto italiano di cultura Berlin, gab sie von 2017 bis 2019 etliche Lesungen und Buchvorstellungen, unter anderem mit dem Regisseur und Autor Cesare Livi.
An der Neuköllner Oper Berlin arbeitete sie 2019 mit der Regisseurin Cordula Däuper an einem musikalischen Abend über Clara Schumann. Ihr Filmdebüt gab sie 2013 in dem Indie-Film Go with Le Flo, der vom kalifornischen Indie-Filmteam Bright Blue Gorilla produziert wurde. Go with Le Flo wurde auf zahlreichen Festivals international gezeigt und ausgezeichnet.
Zu einigen ihrer Fernsehauftritte zählen die ZDF-Krimiserie Letzte Spur Berlin sowie der ARD-Fernsehfilm Meine Nachbarn mit dem dicken Hund. Des Weiteren ist Marina Senckel in Leander Haußmanns Kinofilm Stasikomödie zu sehen.
In Wismar spielte sie im Rahmen des Theatersommers 2022 die Schauspielerin Greta Schröder in einer komödiantischen Bearbeitung des Nosferatu-Stoffes Nosferatu 2.0Nosferatu 2.0 in der St. Georgenkirche. Holger Mahlich führte Regie und verfasste dazu den dramatischen Text.
Zurzeit lebt sie mit ihren beiden Kindern in Berlin.
Theater (Auswahl) Neuköllner Oper Berlin 2019: Casting ClaraCasting Clara (Cordula Däuper und Johannes Müller) – Regie: Cordula DäuperCordula Däuper – Clara Schumann Theater in der Josefstad 2015: Vor Sonnenuntergang (Gerhart Hauptmann) – Regie: Janusz Kica – Ottilie
Berliner Ensemble 2017: Peter Pan (J.M. Barri) – Regie: Robert Wilson / CocoRosie – Nixe / Pirat 2017: Krankheit der Jugend (Ferdinand Bruckner) – Regie: Catharina May – Irene 2016: Faust I und II (J.W.v. Goethe) – Regie: Robert Wilson / Herbert Grönemeyer – Engel / Meerkatze / Sphynx / Griechin 2016: Die Gewehre der Frau Carrar (Bertolt Brecht) – Regie: Manfred Karge – Manuela 2016: Der Selbstmörder (Nikolai Erdmann) – Regie: Jean Bellorini – Ensemble 2016: Drei Schwestern (Anton Tschechow) – Regie: Leander Haußmann – Olga 2016: Die Griechen (Volker Braun) – Regie: Manfred Karge (Uraufführung) – Ensemble 2015: Untergang des Egoisten Johann Fatzer (Bertolt Brecht) – Regie: Manfred Karge – Das Mädchen / Die Nachbarin 2014: Hans im Glück (Bertolt Brecht) – Regie: Sebastian Sommer – Leichtes Mädchen / Magd / Witwe 2014: Der Prozess (Franz Kafka) – Regie: Claus Peymann – Leni 2013: Floh im Ohr (Georges Feydeau) – Regie: Philip Tiedemann – Lucienne 2013: Die Rassen (Ferdinand Bruckner) – Regie: Manfred Karge – Helene Marx 2012: Vassa Shelesnova (Maxim Gorki) – Regie: Manfred Karge – Rachel 2012: Hanns-Eisler-Revue (Hanns Eisler) – Regie: Manfred Karge – Ensemble 2010: Der kaukasische Kreidekreis (Bertolt Brecht) – Regie: Manfred Karge – Die Gouverneursfrau 2009: La Perichole (Jacques Offenbach) – Regie: Thomas Schulte-Michels – Mastrilla 2009: Trilogie der schönen Ferienzeit (Carlo Goldoni) – Regie: Claus Peymann – Viktoria 2008: Liebeslieder für Gespenster / Frank Wedekind Revue – Regie: Jutta Ferbers – Ensemble 2008: Die Goldberg-Variationen (George Tabori) – Regie: Thomas Langhoff – Therese Tormentina Superstar / Das goldene Kalb / Martha Dolorosa 2008: Der zerbrochene Krug (Heinrich von Kleist) – Regie: Peter Stein – Eve 2007: Totentanz (August Strindberg) – Regie: Thomas Langhoff – Jenny 2007: Wallenstein (Friedrich Schiller) – Regie: Peter Stein – Magdt Neubrunn 2007: Die Dreigroschenoper (Bertolt Brecht) – Regie: Robert Wilson – Vixer 2007: Pfffft oder der letzte Tango am Telefon (George Tabori) – Regie: Martin Wuttke (Uraufführung) – Griechin 2006: Die Jungfrau von Orleans (Friedrich Schiller) – Regie: Claus Peymann – Margot 2006: Die Spuren der Verirrten (Peter Handke) – Regie: Claus Peymann (Uraufführung) – Mädchen mit den roten Schuhen
Filmografie (Auswahl) 2012: Go with Le Flo (Regie: Michael Glover) 2013: Der Richter in Dir (Regie: Peter Pepe Pippig) 2014: Letzte Spur Berlin (Edzard Onneken) 2016: Deine Zukunft (Regie: Jan Galli) 2018: 36 Husbands (Regie: Michael Glover) 2018: Meine Nachbarn mit dem dicken Hund (Regie: Ingo Rasper) 2019: Stasikomödie (Regie: Leander Haußmann) 2019: Resurrezione (Regie: Tonino De Bernardi) 2026: Frieda – Mit Feuer und Flamme (Serie)
Auszeichnungen 2017: Short Film Corner nominiert – Festival de Cannes (fr) – Deine Zukunft 2017: Filmschau Baden-Württemberg nominiert Jugendfilmpreis – Deine Zukunft 2016: Jupiter Award Beste TV-Serie National nominiert – Letzte Spur Berlin 2014: Best Foreign Film – Myrtle Beach Film Festival – Go with Le Flo 2014: Official Selection – Jaipur International Film Festival – Go with Le Flo 2014: Official Selection – Beijing International Film Festival – Go with Le Flo 2010: Aufführung des Jahres verliehen von TheaterGemeinde Berlin – Der zerbrochne Krug – Regie: Peter SteinAufführung des Jahres 2002: Bundeswettbewerb Theatertreffen der Jugend Berliner Festspiele – Que es amor? – Theater Total
Weblinks
Marina Senckel Webpräsenz von Marina Senckel Marina Senckel im Berliner Ensemble
Einzelnachweise
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