Die Gouverneure von Bosnien und Herzegowina waren nach der auf dem Berliner Kongress vereinbarten Okkupation von Bosnien und der Herzegowina durch das gemeinsame Heer der österreichisch-ungarischen Monarchie 1878 als Vertreter des Monarchen oberste Militär- und Zivilbeamte in Bosnien und Herzegowina. Er unterstand nicht der für Cisleithanien zuständigen k.k. Regierung in Wien, sondern dem für ganz Österreich-Ungarn zuständigen gemeinsamen (k.u.k.) Finanzminister in Wien. Auch wenn Bosnien und die Herzegowina noch bis 1908 formal Teil des Osmanischen Reiches waren, hatten die österreichisch-ungarischen Behörden ab 1878 die faktische Kontrolle über das Land. Am 5. Oktober 1908 gab Kaiser und König Franz Joseph I. die Annexion von Bosnien und der Herzegowina bekannt und trug dem gemeinsamen Finanzministerium auf, eine Verfassung für Bosnien und Herzegowina zu verfassen. 1910 wurden von Franz Joseph I. mehrere Gesetze und Reformen erlassen, die dem Land Bosnien und Herzegowina die gleichen Rechte gaben wie allen anderen Kronländern. Unter anderem wurde ein Landtag errichtet. Die Gouverneure waren entsprechend Landeschef und zudem Chef der Landesregierung. Das Amt des Gouverneurs existierte bis zum Zerfall der Doppelmonarchie nach dem Ersten Weltkrieg 1918.
K.u.k. Gouverneure von Bosnien und Herzegowina #PorträtName (Lebensdaten)Amtszeit1119x119pxJoseph Philippovich von Philippsberg(1818–1889)13. Juli 187818. November 18782110x110pxWilhelm von Württemberg(1828–1896)18. November 18786. April 1881Militär-Zeitung Nr. 83, Wien, 18. November 1887, S. 674.394x94pxHermann Dahlen von Orlaburg(1828–1887)6. April 18819. August 1882Leonard F. Wise, Mark Hillary Hansen, E. W. Egan: Kings, Rulers, And Statesmen. Sterlin Publishing & Co., New York 2006, S. 44.Lit. Österreichisches Biographisches Lexikon. 1957.4108x108pxJohann Nepomuk von Appel(1826–1906)9. August 18828. Dezember 1903Verordnungsblatt für das k. u. k. Heer: Personal-Angelegenheiten, Band 53, Nr. 48, vom 5. Dezember 1893, K. K. Hof- und Staatsdruckerei., Wien 1904, S. 6935118x118pxEugen von Albori(1838–1915)8. Dezember 190325. Juni 19076122x122pxAnton von Winzor(1844–1910)30. Juni 19077. März 1909Fritz Fellner (Hrsg.): Schicksalsjahre Österreichs 1908–1919. Das politische Tagebuch Josef Redlichs. Band 3: Biographische Daten und Register. Böhlau, Wien/Köln 2011, ISBN 978-3-205-78617-7, S. 228.7113x113pxMarijan Varešanin(1847–1917)7. März 190910. Mai 19118126x126pxOskar Potiorek(1853–1933)10. Mai 191122. Dezember 19149119x119pxStjepan Sarkotić(1858–1939)1. Januar 19153. November 1918Richard Georg Plaschka: Zwei Südslawen an der Schwelle von 1918. In: Richard Georg Plaschka, Horst Haselsteiner (Hrsg.): Nationalismus, Staatsgewalt, Widerstand. Aspekte nationaler und sozialer Entwicklung in Ostmittel- und Südosteuropa. Verlag für Geschichte und Politik, Wien 1985, ISBN 3-486-52831-9, S. 324–333, hier S. 332f.
Literatur
Srećko M. Džaja: Bosnien-Herzegowina in der österreichisch-ungarischen Epoche 1878–1918. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 1994, ISBN 3-486-56079-4. Petar Vrankić: Religion und Politik in Bosnien und der Herzegowina (1878–1918). Paderborn u. a. 1998, ISBN 3-506-79511-2.
Einzelnachweise
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