Knappenberg ist eine vom früheren Eisenerzbergbau geprägte Ortschaft in der Gemeinde Hüttenberg im Bezirk St. Veit an der Glan in Kärnten. Die Ortschaft hat Einwohner (Stand ).
Lage, Ortschaftsbestandteile Die Ortschaft liegt im Nordosten des Bezirks St. Veit an der Glan, mitten in der Gemeinde Hüttenberg, am Hüttenberger Erzberg, östlich und etwa 300 Höhenmeter oberhalb des Gemeindehauptorts Hüttenberg, auf dem Gebiet der Katastralgemeinde Knappenberg.
Folgende Hofnamen werden noch im Ort geführt: Binderkeusche (Nr. 8), Zenzwirt (Nr. 27), Fleischbank (Nr. 35), Vereinshaus (Nr. 37), Grassler (Nr. 39), Kerschbaumerkeusche (Nr. 40), Obere Reissenkeusche (Nr. 47). Zur Ortschaft Knappenberg gehören auch die Ortschaftsbestandteile Stoffen und Kreuztratte:
Stoffen Stoffen liegt nordöstlich des Ortskerns auf mehr als , nahe der Rudolfshöhe. 1873 wurde ein Denkmal zur Erinnerung an einen Besuch des Kronprinzen Rudolf errichtet. Jahr Anzahl Häuser Einwohnerzahl 1890 762 1900 653 1910 635 1923 630 1961 26
Kreuztratte Südöstlich des Ortskerns liegt auf mehr als , am Sattel in Richtung Lölling, einem historischen Versammlungsort der Bergknappen des Hüttenberger Erzbergs, die Kreuztratte, mit Kreutzkeusche (Nr. 76) und Schotterkeusche (Nr. 77). Jahr Anzahl Häuser Einwohnerzahl 1890 325 1900 314 1910 38 1923 28 1961 28
Geschichte Seit Gründung der Gemeinden 1850 gehört Knappenberg zur Gemeinde Hüttenberg.
Das Dorf war lange Zeit kaum mehr als eine ungeordnete Ansammlung von kleinen Knappenkeuschen im Bereich rund um das heutige Schaubergwerk, noch 1864 als „Chaos von Einbauen und Knappenkeuschen“Ferdinand Seeland: Der Hüttenberger-Erzberg. in: Jahrbuch des naturhistorischen Landesmuseums von Kärnten. 7. Heft, Klagenfurt 1865. S. 165. bezeichnet. 1921 bis 1923 wurde von Siegfried Theiss und Hans Jaksch im Westen des Dorfs die weitläufige Barbarasiedlung errichtet, eines der bedeutendsten österreichischen Siedlungsprojekte der Zwischenkriegszeit.
Der Niedergang des Bergbaus, der 1978 in der Stilllegung des Bergwerks gipfelte, führte zusammen mit Land- und Höhenflucht zu einem starken Bevölkerungsrückgang.
Bevölkerungsentwicklung Für die Ortschaft, einschließlich von Stoffen und Kreuztratte, ermittelte man folgende Einwohnerzahlen: 1869: 83 Häuser, 946 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission: Orts-Repertorium des Herzogthumes Kärnten. Auf Grundlage der Volkszählung vom 31. Dezember 1869. Carl Gerold’s Sohn, Wien 1872. S. 60. 1880: 78 Häuser, 757 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 31. December 1880. Alfred Hölder, Wien 1882. S. 48. 1890: 73 Häuser, 711 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Orts-Repertorien der im Österreichischen Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1890. V. Kärnten. Alfred Hölder, Wien 1894. S. 49. 1900: 70 Häuser, 464 EinwohnerK. K. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1900. V. Kärnten. K. K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1905. S. 66. 1910: 67 Häuser, 422 EinwohnerStatistische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium der Österreichischen Länder. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. V. Kärnten. Verlag der Staatsdruckerei, Wien 1918. S. 32. 1923: 170 Häuser, 587 EinwohnerBundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930. Abschnitt Kärnten, S. 12. 1934: 557 Einwohnerhandschriftlicher Nachtrag im Ortsverzeichnis 1923 (Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930.) mit der Signatur II 28238 der Universitätsbibliothek Klagenfurt. Abschnitt Kärnten, S. 12. 1961: 62 Häuser, 725 EinwohnerÖsterreichisches Statistisches Zentralamt: Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 21. März 1961. Österreichische Staatsdruckerei, 1965. S. 253. 2001: 174 Gebäude (davon 114 mit Hauptwohnsitz) mit 175 Wohnungen; 273 Einwohner und 30 Nebenwohnsitzfälle; 124 Haushalte; 13 Arbeitsstätten, 5 land- und forstwirtschaftliche BetriebeStatistik Austria (Hrsg.): Ortsverzeichnis 2001 Kärnten. Wien 2004. S. 107. 2011: 179 Gebäude, 258 Einwohner, 129 Haushalte, 14 ArbeitsstättenAmt der Kärntner Landesregierung, Landesstelle für Statistik: Kärntner Ortsverzeichnis. Gebietsstand 1. 1. 2014. Klagenfurt, 2014. 2021: 185 Gebäude, 215 Einwohner, 117 Haushalte, 12 ArbeitsstättenAmt der Kärntner Landesregierung, Landesstelle für Statistik: Ortsverzeichnis Kärnten. Daten Volkszählung 2021. Klagenfurt, 2024. S. 37.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Gegründet im Jahr 2008 von Dalai Lama und dem Tibet Büro Genf, sowie in Zusammenarbeit mit der Kärntner Landesregierung, und in Würdigung der Freundschaft mit Heinrich Harrer, entstand mit dem Tibetzentrum Österreich ein modernes Bildungshaus. Dessen Angebot liegt auf traditionellen tibetischen Studiengebieten (Rigne) wie Philosophie, traditionelle Medizin und kontemplative buddhistische Praxis.
Das als Verein organisiertes Geozentrum Hüttenberg besteht seit der Schließung des Bergbaus im Jahre 1978. Aufgrund der montanhistorischen und geologisch-mineralogischen Gegebenheiten werden Kurse für geologisch und mineralogisch interessierte Laien und wissenschaftlich Interessierte angeboten.
An Sehenswürdigkeiten gibt es in Knappenberg: Schaubergwerk Knappenberg mit Bergbaumuseum im ehemaligen Grubenhaus Puppenmuseum Helga Riedel Zinngießerei Leikam, die einzige Zinngießerei Österreichs zahlreiche denkmalgeschützte montangeschichtliche Bauten
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Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Hüttenberg, Kärnten) Kategorie:Ort im Bezirk St. Veit an der Glan