Gerda Helene Hensel, Familienname Meredig-Hensel, (* 30. Juni 1920Paul S. Ulrich: Biographisches Verzeichnis für Theater, Tanz und Musik. Berlin Verlag. Arno Spitz GmbH. 1997. S. 757. ISBN 978-3-87061-479-9. Bei dem dort angegebenen Geburtsjahr 1900, statt 1920, handelt es sich um einen Druckfehler. in Düsseldorf; † 27. Juli 2009Lt. Auskunft aus dem Melderegister der Stadt Nürnberg im Rahmen einer erweiterten Melderegisterauskunft. Schreiben der Stadt Nürnberg vom 21. Juli 2021.. Sängerliste bei esdf-Opera. Abgerufen am 9. Oktober 2021 in Nürnberg) war eine deutsche Tänzerin, Opern- und Operettensängerin (Soubrette) und Schauspielerin. Sie wirkte über 30 Jahre am Opernhaus Nürnberg.
Leben Ausbildung und Anfänge Gerda Hensel begann ihre Bühnenlaufbahn als Kinderdarstellerin und Balletttänzerin an den Städtischen Bühnen Düsseldorf.Gerda Hensel. Kurzbiografie. In: Blätter der Städtischen Bühnen Nürnberg. Spielzeit 1957/58, Nr. 15 (April 1958, Heft 2). Stadtarchiv Nürnberg, Signatur A 66/I, Nr. 1027. Ihre Gesangsausbildung erhielt sie am Robert-Schumann-Konservatorium ihrer Heimatstadt. Nach mehreren Spielzeiten als Gruppentänzerin (ab 1937–1940) an den Städtischen Bühnen Düsseldorf wurde sie dort für die Spielzeit 1940/41 als Solistin für die Operette engagiert.Gerda Hensel in den Deutschen Bühnenjahrbüchern 1938-41, jeweils unter Düsseldorf I.: 1938 (S. 330), 1939 (Seite 329), 1940 (Seite 322), 1941 (Seite 356).
Zur Spielzeit 1941/42 wechselte Hensel als Operettensängerin (Gesang- und Tanzsoubrette) an die Städtischen Theater Chemnitz.Deutsches Bühnenjahrbuch 1942, Seite 325, Chemnitz I.Deutsches Bühnenjahrbuch 1943, Seite 206, Chemnitz I. Anfang 1945 wurde sie in Chemnitz ausgebombt und verlor nahezu vollständig ihr persönliches Eigentum.Siehe GERDA HENSEL. Personalakte, C45/II Nr. 969, Stadtarchiv Nürnberg. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sie ihre Bühnenlaufbahn an den Städtischen Theatern Chemnitz fort.Deutsches Bühnenjahrbuch 1945–48, Seite 154, 515 (Register)Deutsches Bühnenjahrbuch 1949, Seite 156, 564 (Register).
In der Spielzeit 1946/47 trat sie dort als Bärbele in der Operette Schwarzwaldmädel, als Stasi in Die Csárdásfürstin und in der Titelrolle von Ralph Benatzkys Bühnenwerk Bezauberndes Fräulein auf.Theaterzettel Leon Jessel SCHWARZWALDMÄDEL Spielzeit 1946 / 47. Abgerufen am 9. Oktober 2021.Programmheft Emmerich Kalman DIE CSARDASFÜRSTIN Spielzeit 1946 / 47 Programmheft Mai 1947. Abgerufen am 31. Mai 2023Programmheft Ralph Benatzky BEZAUBERNDES FRÄULEIN Spielzeit 1946 / 47 Programmheft Juni 1947. Abgerufen am 31. Mai 2023 In der Spielzeit 1947/48 wirkte sie in der Uraufführung der Operette Schallplatten der Liebe mit.Schallplatten der Liebe. Besetzungsliste im Musical-Lexikon der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Abgerufen am 9. Oktober 2021. In der Spielzeit 1947/48 sang sie die Anna in Der liebe Augustin.Theaterzettel Leo Fall DER LIEBE AUGUSTIN Spielzeit 1947 / 48. Abgerufen am 9. Oktober 2021. In der Spielzeit 1948/49 folgte die Belotte in Madame Pompadour.Theaterzettel Leo Fall MADAME POMPADOUR Spielzeit 1948 / 49. Abgerufen am 31. Mai 2023 In der Spielzeit 1949/50 übernahm sie die Hosenrolle des Marinekadetten Henri in der Operette Der Opernball, außerdem sang sie in dieser Spielzeit die Lisa in Gräfin Mariza, Hannchen in Der Vetter aus Dingsda und die Bronislawa in Der Bettelstudent.Der Opernball. Besetzungszettel. Spielzeit 1949/50.Theaterzettel Emmerich Kalman GRÄFIN MARIZA Spielzeit 1949 / 50. Abgerufen am 31. Mai 2023Theaterzettel Eduard Künneke DER VETTER AUS DINGSDA Spielzeit 1949 / 50. Abgerufen am 31. Mai 2023Theaterzettel Carl Millöcker DER BETTELSTUDENT Spielzeit 1949 / 50. Abgerufen am 9. Oktober 2021. In der Spielzeit 1950/51 war sie die Monika Brink in der Operette Glückliche Reise.Programmheft Eduard Künneke GLÜCKLICHE REISE Spielzeit 1950 / 51. Abgerufen am 9. Oktober 2021. In der Spielzeit 1951/52 trat sie in Chemnitz als Briefchristl in Der Vogelhändler und als Regine in Hochzeitsnacht im Paradies auf.Programmheft Friedrich Schröder HOCHZEITSNACHT IM PARADIES Spielzeit 1951 / 52. Abgerufen am 9. Oktober 2021. In der Spielzeit 1951/52Anhand von Programmheften, Theaterzetteln und Besetzungslisten lassen sich Auftritte von Gerda Hensel an den Städtischen Theatern Chemnitz bis einschließlich der Spielzeit 1951/52 nachweisen. Ob Gerda Hensel auch in der Spielzeit 1952/53 noch in Chemnitz engagiert war, lässt sich anhand der Deutschen Bühnenjahrbücher nicht eindeutig verifizieren. Für die Spielzeit 1952/53 ist Hensel im Deutschen Bühnenjahrbuch 1953, wie auch in den Vorjahren, im Register weiterhin gelistet, jedoch ohne Angabe eines Theaters. Da ab der Spielzeit 1950/51 die Personal-Verzeichnisse der Bühnen im Ostsektor Berlins und in der Ostzone jedoch nicht mehr zur Veröffentlichung im Deutschen Bühnenjahrbuch eingereicht wurden, ist ein weiteres Engagement in Chemnitz nicht auszuschließen. Für die Spielzeiten 1953/54 und 1954/55 sind keine Engagements von Gerda Hensel in den Deutschen Bühnenjahrbüchern nachweisbar. folgten Auftritte in der Operette Ein Walzer für Dich von Will Meisel und in dem Operettenabend Wir singen und spielen aus Operetten!.Programmheft Will Meisel EIN WALZER FÜR DICH Spielzeit 1951 / 52. Abgerufen am 9. Oktober 2021.Theaterzettel WIR SINGEN UND SPIELEN AUS OPERETTEN Theater Chemnitz 1951. Abgerufen am 9. Oktober 2021.
Nach kurzen Engagements in Berlin und Detmold wurde Hensel für die Spielzeit 1955/56 an die Städtischen Bühnen Gelsenkirchen engagiert.Deutsches Bühnenjahrbuch 1956, Seite 203, Gelsenkirchen I.
Im Oktober 1955 gab sie am Opernhaus Nürnberg ein erfolgreiches Gastspiel als Valencienne in Die lustige Witwe.Stadtarchiv Nürnberg, Signatur A 81/II Nr. 2136, A 81/II - Theaterbilder / Szenenfotos: A 81 - Theaterbilder; Bildsammlung zu Aufführungen der Städtischen Bühnen bzw. des Opernhauses. Im Juli 1956 sang sie am Opernhaus Nürnberg unter der musikalischen Leitung von Peter Kreuder die Lois Lane/Bianca Minola in Kiss Me Kate! neben Karl Pschigode, Gretel Hartung und Kurt Leo Sourisseaux.Besetzungszettel. Stadtarchiv Nürnberg, Signatur A 66/I Nr. 939.
Engagement am Opernhaus Nürnberg Soubrettenrollen Mit Beginn der Spielzeit 1956/57 wurde Gerda Hensel fest an das Opernhaus Nürnberg verpflichtet, an dem sie über 30 Jahre bis zu ihrem Bühnenabschied im Jahr 1988 wirkte. In Nürnberg war sie als Tanz- und Operettensoubrette, zunächst mit einem Zweijahresvertrag, später vertraglich auch für „Partien und Rollen des Charakterfachs (auch Sprechrollen)“ engagiert. Gelegentlich wurde sie auch in der Spieloper eingesetzt. So übernahm sie im Mai 1968 in einer Repertoirevorstellung die Rolle der Agnes (Hata) in Die verkaufte Braut.Die verkaufte Braut. Theaterzettel vom 16. Mai 1968. Stadtarchiv Nürnberg, Signatur A 66/I Nr. 1539, als Einspringerin für Hella Ruttkowski, die wiederum Claudia Hellmann als Ludmila (Kathinka) ersetzte. Abgerufen am 2. August 2025.
In ihrer ersten Spielzeit 1956/57 sang sie in Neuproduktionen die Prinzessin Mi in Das Land des Lächelns (Premiere: November 1956) und die Arsena in Der Zigeunerbaron (Premiere: Januar 1957).Das Land des Lächelns. Besetzungszettel vom 26. November 1956. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 2. August 2025.Der Zigeunberbaron. Besetzungszettel vom 22. Januar 1957. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 2. August 2025.
In der Spielzeit 1958/59 folgten Hannchen in Der Vetter aus DingsdaDer Vetter aus Dingsda. Besetzungszettel vom 27. September 1958. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 2. August 2025. (Premiere: September 1958, neben Sonja Knittel als Julia), Juliette Vermont in Der Graf von LuxemburgDer Graf von Luxemburg. Besetzungszettel vom 26. Oktober 1958. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 2. August 2025. (Premiere: Oktober 1958, mit Kurt Leo Sourisseaux als Partner) und Juliska in Maske in Blau (Premiere: Juli 1959). Außerdem sang sie in der Spielzeit 1958/59 als Alternativ- bzw. Zweitbesetzung für Liselotte Schmidt die Lisa in der Gräfin Mariza-Neuinszenierung.Gräfin Mariza. Theaterzettel vom 16. Oktober 1958. Stadtarchiv Nürnberg, Signatur A 66/I Nr. 996. Abgerufen am 2. August 2025.
In der Spielzeit 1959/60 übernahm sie die Adele in einer Neuinszenierung der Strauß-Operette Die Fledermaus (Premiere: Dezember 1959) und Franziska Cagliari in Wiener Blut (Premiere: April 1960).Die Fledermaus. Besetzungszettel vom 30. Dezember 1959. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 2. August 2025.Wiener Blut. Besetzungszettel vom 2. April 1960. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 2. August 2025.
In der Spielzeit 1960/61 sang sie jeweils in Neuinszenierungen die Sora in GasparoneGasparone. Besetzungszettel vom 18. September 1960. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 2. August 2025. (Premiere: September 1960), Belotte in Madame Pompadour (Premiere: Oktober 1960), Stasi in Die CsárdásfürstinDie Csárdásfürstin. Besetzungszettel vom 18. März 1961. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 2. August 2025. (Premiere: März 1961) und Jola in Clivia (Premiere: Juli 1961)
In zwei Nürnberger Neuinszenierungen der Operette Der Opernball übernahm sie die Rolle der Marguérite Duménil.Der Opernball. Besetzungszettel vom 30. Dezember 1960. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 2. August 2025.Der Opernball. Besetzungszettel vom 11. November 1967. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 2. August 2025. In der Spielzeit 1963/64 (Premiere: Juni 1964) war sie in der Titelrolle der Operette Die keusche Susanne zu hören.Die keusche Susanne. Besetzungszettel vom 7. Juni 1964. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 2. August 2025.
Wechsel ins Charakterfach In der Spielzeit 1966/67Der Vetter aus Dingsda. Besetzungszettel vom 16. Oktober 1966. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 2. August 2025. vollzog Hensel mit der Rolle der Tante Wilhelmine („Wimpel“) in der Operette Der Vetter aus Dingsda (Premiere: Oktober 1966, mit Georg Nowak als Josef Kuhbrot) allmählich den Wechsel ins Mütter- und Charakterfach. Ab Ende der 1960er Jahre übernahm sie dann am Opernhaus Nürnberg regelmäßig das Charakterfach in der Operette mit Sprech- und Gesangsrollen, nunmehr häufig im Rollenfach der „Komischen Alten“.
Zu ihren Bühnenrollen gehörten nunmehr Praskowia in Die lustige WitweDie lustige Witwe. Besetzungszettel vom 22. September 1968. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 2. August 2025. (Neuinszenierung in der Spielzeit 1968/69, Premiere: September 1968), die Hofdame Adelaide in Der VogelhändlerDer Vogelhändler. Besetzungszettel vom 5. April 1970. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 2. August 2025. (Neuinszenierung in der Spielzeit 1969/70, Premiere: April 1970), Juno in Orpheus in der UnterweltOrpheus in der UNterwelt. Besetzungszettel vom Januar 1975. Stadtarchiv Nürnberg, Signatur A 66/I Nr. 1804. Abgerufen am 2. August 2025 (Neuinszenierung in der Spielzeit 1974/75, Premiere: Januar 1975, mit Georg Nowak als Jupiter) und die Fürstin Bozena in Gräfin MarizaGräfin Mariza. Besetzungszettel vom 21. Juli 1978. Stadtarchiv Nürnberg. Abgerufen am 2. August 2025. (Neuinszenierung in der Spielzeit 1977/78: Premiere: Juli 1978).
Ab Juni 1979 spielte sie regelmäßig die Rolle der Mrs. Higgins in My Fair Lady. Ab Januar 1980 stand sie in der Wiederaufnahme von Das Feuerwerk (als Mutter Karline Oberholzer mit Georg Nowak als Partner) und ab Oktober 1980 in der Wiederaufnahme der Operette Die lustige Witwe als Praskowia (mit Albert Vogler als Pritschitsch als Partner) auf der Bühne. Außerdem übernahm sie ab der Spielzeit 1979/80 dauerhaft die Rollen (u. a. Adelaide, Gräfin Palmatica) von Hella Ruttkowski, die Ende Dezember 1980 in den Ruhestand gegangen war. In den Spielzeiten 1980/81 und 1981/82 sang Hensel regelmäßig die Gräfin Palmatica in Der Bettelstudent.
Premieren in den 1980er Jahren In den 1980er Jahren wurde Hensel regelmäßig in Operettenpremieren im Charakterfach eingesetzt. Auch nach ihrem offiziellen Rentenbeginn im September 1983 stand sie weiterhin auf der Bühne des Nürnberger Opernhauses.