mini|Ehemalige Spitalkapelle in Villeneuve, heute Gemeindehaus (2020) mini|Liste der Spitalmeister von 1611 bis 1652 in einem Ämterbuch mini|Register über die Ordnungen der Stadt Bern, Eintrag Neuenstadt (um 1750) Das Hôpital de Villeneuve ist ein ehemaliges Hospital in der Gemeinde Villeneuve, im Distrikt Aigle des Kantons Waadt in der Schweiz.
Geschichte 1236 gründete Aymon von Savoyen in Villeneuve die Maison-Dieu für Arme, Pilger und Kranke und stattete die Einrichtung mit Grundbesitz aus, dazu gehörte die Mühle in Saint-Maurice, die Zehnten in Bagnes, Fully, Aigle und Yvorne, die Alp Ayerne, Wälder in Chamblon, Rebgüter und Renten. Das Hospital war eine Filiale der Abtei St-Maurice (Augustiner-Chorherren).Helvetia Sacra IV/1, S. 493–494. 1536 führte Bern in der Waadt die Reformation ein und säkularisierte das Hospital. An die Stelle der Augustinerchorherren trat der Spitalmeister zu Neuenstadt.In der altbernischen Amtssprache wird Villeneuve Neuenstadt am See genannt. Nicht zu verwechseln mit Neuenstadt (La Neuveville). Während im 16. Jahrhundert mit Junker Ferdinand Bouvier (1554–1637) ein Lokaler die Leitung der Einrichtung innehatte, sind ab 1611 nur noch Burger der Stadt Bern als Amtsinhaber nachzuweisen. Am 8. Juli 1735 beschloss die bernische Obrigkeit bezüglich des Spitalmeisters: «kann nur von Unglükhafftigen praetendeirt und bedient werden».Register über die Ordnungen der Stadt Bern, Eintrag Neuenstadt; Mit unglückhaftig sind Burger der Stadt Bern gemeint, welche die Wahl in den Grossen Rat nicht geschafft hatten; Feller 1955/56, S. 438. Wie die Schaffnerei Hettiswil wurde das Spital zu Villeneuve zwar durch einen Burger der Stadt Bern geleitet, doch war das Amt nicht zeitlich begrenzt, was darauf schliessen lässt, dass der Posten nicht sonderlich begehrt war. Das Amt des Spitalmeisters zu Neuenstadt hatte damit nicht den Status einer Landvogtei.
Die ehemalige Spitalkapelle diente im 18. Jahrhundert als Kornhaus. Mit dem Untergang der Stadt und Republik Bern ging dieses an den neu konstituierten Kanton Waadt über, der per 1. November 1806 den Spitalbetrieb aufgab. 1826 verkaufte der Kanton das Spitalgebäude an die Gemeinde Villeneuve, die Rebgüter blieben in Staatsbesitz. Der Erlös aus dem Verkauf sollte der Gründung des Kantonsspitals in Lausanne dienen.chuv.ch Die Gemeinde nutzte die ehemalige Spitalkapelle als Schule und liess sie 1874 bis 1876 durch die Architekten Henri und Charles Chaudet zum neugotischen Gemeindehaus umbauen. Das verbliebene Rebland wird durch den Kanton Waadt als Domaines des Hospices Cantonaux d’Aigle et de Villeneuve bewirtschaftet.vd.ch
Liste der Tenanciers Girard Bernardi, 1375–1376 Jean Gerbais, bis 1375, 1393 Jean Garreti, 1376–1378 Antoine Bartholomei, 1378–1382 Guillaume Albi, 1382–1389 Antoine Medici, 1389–1393 Jean Reinodi, 1402–1417 Guillaume Villien, 1417–1428 Pierre Borgesi, ab 1428 Guillaume de Châtillon, 1433 Jean de Bellegarde, 1441–1463 Louis de Monthey, 1463–1471 Pierre de Greyres, 1471–1481 Charles de Seyssel,hls-dhs-dss.ch 1481–1501 Jean de Albiaco, 1515–1535Ab 1536 weltlicher Spitalmeister (hospitalier, directeur) Ferdinand Bouvier, um 1588 Niklaus von Wattenwyl, 1611–1617 Simon König, 1617–1623 Jakob von Werdt, 1623–1624 Abraham Schnyder, 1624–1628 Abraham Sybold,vitrosearch.ch 1628–1637 Georg von Römerstal, 1637–1652 Sebastian von Luternau, 1652 Isaak Im Hoff,hfls.ch 1688 Hans Rudolf Reinhard von Luternau, 1730 bis um 1740 Johann Rudolf Hubert von Luternau, 1765–1789 Johann David von Wattenwyl, 1790Helvetia Sacra IV/1, S. 493–494.
Weblinks
https://www.24heures.ch/de-quand-datent-les-ossements-trouves-a-villeneuve-385999491891 chuv.ch
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Ehemaliges Kloster im Kanton Waadt Hopital Kategorie:Kulturgut von regionaler Bedeutung im Kanton Waadt Hopital Kategorie:Historistisch überarbeitetes Bauwerk Kategorie:Kloster (13. Jahrhundert) Villeneuve Kategorie:Aufgelöst 1806