mini|Äthiopisches Frachtschiff im Hafen von Djibouti Der Port de Djibouti ()ميناء دورال oder ميناء دوراليه‎. ist ein Seehafen in Dschibuti, der Hauptstadt des ostafrikanischen Staates Djibouti. Er liegt strategisch günstig als Umschlagspunkt an einer der Hauptverkehrslinien für den Warenhandel zwischen Europa, dem Fernen Osten, dem Horn von Afrika und dem Persischen Golf. Der Hafen ist ein wichtiger Tankplatz und Warenumschlagplatz und ist der wichtigste Seehandelsplatz für Importe und Exporte aus dem benachbarten Äthiopien.CIA World Factbook - Djibouti. The World Factbook, CIA cia.gov. Geschätzt 2.500 Schiffe passieren jährlich den Hafen. Djibouti ramps up efforts to get seafarers stranded by coronavirus off ships. Hellenic Shipping News Worldwide. www.hellenicshippingnews.com.

Die Wirtschaft von Dschibuti hängt sehr an der strategischen Lage des Hafens, da etwa ein Drittel aller Warentransporte in der Welt an der Nordostspitze von Afrika vorbeiführt.Andres Schipani: Spying and stability: Djibouti thrives in ‘return to cold war’. Financial Times, 11. Mai 2021. Der Hafen steht allerdings auch im Zentrum eines Rechtsstreits zwischen dem Betreiber DP World () und der Regierung von Dschibuti seit 2018, als die Konzession von DP World durch ein Presidential Decree (Präsidentialerlass) widerrufen wurde.Ruling by London Tribunal Says Djibouti Acted Illegally. The Maritime Executive, 23. Juni 2021.

Betrieb Die Djibouti Ports & Free Zones Authority (DPFZA) ist die staatliche Organisation des Port of Djibouti und anderer Häfen im Land. Die Organisation überwacht auch die National Free Zones (Freihandelszonen) und dient als Bindeglied zwischen den Firmen in diesen Zonen und anderen staatlichen Einrichtungen. Die DPFZA untersteht dem Büro des Präsidenten.DPFZA. djiboutifz.com, Djibouti Ports & Free Zones Authority. ArchivlinkDPFZA: Message from the Chairman. dpfza.gov.dj.David Pilling: Two Ethiopian projects show ‘railpolitik’ in action. Financial Times, 1. Juni 2021.

Äthiopienhandel Etwa siebzig Prozent der Verladungen von Fracht im Hafen stammen aus, oder gehen nach Äthiopien. 95 % des Außenhandels von Äthiopien werden somit über den Hafen abgewickelt.Elias Meseret: Associated Press, 5. Oktober 2016.Aaron Maasho: Ethiopia to take stake in Port of Djibouti, its trade gateway -state media, Reuters, 1. Mai 2018. Der Hafen verlor seinen direkten Eisenbahnanschluss nach Äthiopien als die Bahnstrecke Dschibuti–Addis Abeba aufgegeben wurde. Die 2018 eröffnete Bahnstrecke Addis Abeba–Dschibuti läuft zum nahegelegenen Port de Doraleh.Godfrey Ivudria: Djibouti Port Ranked Top in Africa. East African Business Week, 11. Mai 2021. Auf dem Gelände des Port de Doraleh befindet sich der Doraleh Multipurpose Port (DMP) sowie das Société De Gestion Du Terminal A Conteneur De Doraleh (SGTD; früher Doraleh Container Terminal (DCT)), beide mit direkten Eisenbahnanschluss und das Erdölterminal Horizon Terminal (HDTL). Da Äthiopien zwar auf einer Elektrifizierung bestanden hat, aber Energieprobleme andauern, bleibt die Leistung hinter den Erwartungen zurück und der größte Teil der Fracht aus Äthiopien erreicht den Hafen auf der Straße. Dschibuti hat in Partnerschaft mit Äthiopien im Januar 2021 ein Viehterminal am Doraleh Multipurpose Port eingeweiht. Die Anlage hat eine Kapazität von 2,5 Millionen Tieren pro Jahr oder 1.000 Kamele, 500 Rinder und 4.270 Ziegen oder Schafe pro Tag. Das Terminal umfasst auch Ruhezonen und Quarantänedienste für das Vieh vor der Weiterverschiffung.

Militärhafen Die strategische Lage des Hafens am Golf von Aden macht den Hafen zu einem wichtigen militärischen Außenposten für fünf der Großmächte. Dadurch kommen jährlich circa $125 Mio. an Pachteinnahmen von den Vereinigten Staaten, der Volksrepublik China, Frankreich, Japan und Italien.Djibouti: A Busy Hub of Foreign Military Bases on the Horn of Africa. Inside Arabia, 11. Juli 2019.

Die United States Navy hat das Camp Lemonnier, ihre einzige Basis in Afrika zum Krieg gegen den Terror.US Military Bases in Djibouti. Military Bases, 23. Juni 2021. Von dort aus erfolgten Kampagnen gegen al-Shabaab, eine somalische Terroristengruppe, die mit al-Qaida in Verbindung stand. Es wurden auch Einsätze gegen Piraterie vor der Küste Somalias gefahren.Sun Degang, Yahia H. Zoubir: The Eagle’s Nest in the Horn of Africa: US Military Strategic Deployment in Djibouti. JSTOR: Africa Spectrum. Vol. 51, 1: S. 111–124, .

Die Marine nationale française hat 5.000 Soldaten in Dschibuti. Dies ist die größte französische Überseebasis. Deutschland und Spanien werden von den Franzosen beherbergt, während Italien seine eigene Basis im Land hat. Japans einzige überseeische Militärbasis ist ebenfalls in Dschibuti angesiedelt und wird ausgebaut als Gegengewicht gegen Chinas zunehmenden Einfluss.Abdi Latif Dahir: How a tiny African country became the world’s key military base. Quartz.

Die Volksrepublik China eröffnete 2017 seine Marinebasis in der Nähe des Doraleh Multipurpose Port als erste überseeische Militärbasis.Ben Blanchard: China sends troops to open first overseas military base in Djibouti. Reuters, 12. Juli 2017.AFRICOM: Chinese Naval Base in Africa Set to Support Aircraft Carriers. USNI News, 20. April 2021.

Geschichte mini|Frachtschiffe im Hafen von Dschibuti Dschibuti als wichtige Seepassage an einer Haupthandelsroute zwischen Ost und West blickt auf eine Geschichte von über 3.500 Jahren zurück. Diese beginnt mit der Erschließung des Roten Meeres für die Seefahrt.Port de Djibouti – PMAESA, 23. Juni 2021 Schon die Ägypter, die Phönizier, die Ptolemäer, die Römer, die Griechen, Byzantiner, die Araber und in neuerer Zeit die Europäer auf der Gewürzroute.Port History. – Port de Djibouti. Die Blütezeit kam mit der Eröffnung des Suezkanals.The Suez canal. Patrimoines Partagés تراث مشترك ‎ heritage.bnf.fr

Der Hafen entwickelte sich aus der Suche Äthiopiens, welches keinen Zugang zum Meer hat, nach einem Handelshafen. Dschibutis Küste bot sowohl leichten Zugang, als auch geschützte Ankerplätze.A safe harbor in Djibouti. - OPEC Fund for International Development. opecfund.org. Die Arbeit an der franko-äthiopischen Bahnstrecke Dschibuti–Addis Abeba (Chemin de Fer Djibouto-Éthiopien, C.D.E.) begann 1897 und dauerte bis 1917. Sie verband die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba mit dem Hafen Dschibuti. Die Fertigstellung der Bahnstrecke machte den Hafen zu einem Handelsknoten.Simon Imbert-Vier: Living the War Far Away from the Front: Creating Territories around Djibouti. In: Shiferaw Bekele, Uoldelul Chelati Dirar, Alessandro Volterra, Massimo Zaccaria (hgg.): The First World War from Tripoli to Addis Ababa (1911-1924). Corne de l’Afrique contemporaine / Contemporary Horn of Africa, Centre français des études éthiopiennes, Addis Abbeba 2018-10-08. ISBN 979-10-365-2378-6

Die Entwicklung des Hafens beschleunigte sich zwischen 1948 und 1957 durch den Bau von vier Tiefwasser-Quays und die Ausbaggerung des Zugangskanals zum Hafen. An Land wurden neue Lagerhäuser und Öllager sowie Stromleitungen und Wasserzuführungen gebaut und Eisenbahnlinien verlegt.

1952 ließ die französische Ölfirma Pétroles de Somalie (heute: Total S.A.) bunkern und 1956 richtete Mobil Oil eine Station in Dschibuti ein.

Zwischen 1960 und 1970 entwickelte sich um den Hafen ein internationales maritimes Austausch-Netzwerk. Das Rote Meer war zu dieser Zeit schon eine der meistfrequentierten Schiffsrouten geworden und Dschibuti diente als Servicestation dafür. Das Bunkern vervierfachte sich in den zehn Jahren seit 1954 und erreichte 1965 ein Maximum von 1,8 Mio. Tonnen.David Fick: Africa: Continent of Economic Opportunity. Real African Publishers, 1. April 2007, ISBN 978-1-919855-47-9.

Dschibutis strategische Lage ermöglichte den Hafenbehörden den Hafen zu einem regionalen Zentrum für das Rote Meer und den Indischen Ozean zu machen, sowie auch für Europa, Afrika und Asien. Es entwickelte sich der Containertransport und Dschibutis erster moderner Containerterminal nahm im Februar 1985 seine Arbeit auf.

Von 1991 bis 1994 fand in Dschibuti ein Bürgerkrieg statt, welcher die Wirtschaft des Landes lahmlegte. Anfang der 2000er löste sich die alte Bahnstrecke Dschibuti–Addis Abeba aufgrund fehlender Unterhaltung auf.Ethiopia-Djibouti Railway Line Modernisation - Railway Technology.

Neuere Entwicklungen Im Zuge der chinesischen Neuen Seidenstraße (Belt and Road Initiative, 新丝绸之路, Xīn Sīchóuzhīlù) wurde China ein wichtiger Handels- und Militärpartner für Dschibuti.China Consolidates Its Commercial Foothold in Djibouti. thediplomat.com. Zwischen 2011 und 2016 bauten die Chinesen eine leistungsfähige Eisenbahnlinie in Normalspur. Die Bahnstrecke Addis Abeba–Dschibuti führt zu nahegelegenen Port de Doraleh und ermöglicht Äthiopien neuerlich Zugang zum Meer.China and Ethiopia, Part 2: The Addis Ababa–Djibouti Railway. thediplomat.com.On board the Chinese-built Ethiopia to Djibouti train. South China Morning Post, 12. Dezember 2018. Es ist die erste moderne elektrifizierte Bahnlinie in Ostafrika.

Im September 2013 begann der Bau des Damerjog Port, finanziert durch die China Merchants Group und die Regierung von Dschibuti und errichtet durch die China Civil Engineering Construction Corporation (CCECC). Das Terminal wird für Tiere, eine Frachtlinie, ein Reparaturdock und als Flüssigkeitenlager genutzt.Djibouti Port SA - Damerjog Livestock Port - ZAWYA MENA Edition.Djibouti Starts Construction of Two Major Ports. Offshore Energy.

Im selben Jahr wurde die Arbeit des Doraleh Multipurpose Port begonnen. Der Hafen Doraleh dient zur Entlastung des alten Hafens von Dschibuti. Dadurch wurde die Kapazität um 29 Mio. Tonnen gesteigert.Djibouti Starts Construction of Two Major Ports. World Maritime News, 13. September 2013.

Im Januar 2021 führte die Weltbank und der IHS Markit’s Global Container Port Performance Index Dschibutis Hafen als der beste Containerhafen in Afrika und auf Platz 61 weltweit.Djibouti Ranked Top Port In Africa In World Bank And Ihs Markit Report On Container Ports. Hellenic Shipping News Worldwide. Laut dem Bericht benötigen „Schiffe im Median weniger als einen Tag im Hafen von Dschibuti, damit handelt es sich um einen der effektivsten Hafen der Welt.“ (ships spend a median time of less than one day in Djibouti’s port, making it among the most efficient in the world). Dies weckte bei der Hafenverwaltung die Hoffnung, dass Djibouti „das nächste Singapur werden könnte.“.„become the next Singapore“. Andres Schipani: Djibouti’s port dream to become the ‘Singapore of Africa’. Financial Times, 1. Juni 2021.

Im Mai 2021 begann in Kenia der Bau für Lamu Port, wodurch ein Transportkorridor zwischen dem Lamu-Archipel, Südsudan und Äthiopien geschaffen werden soll.New Kenyan Port Aims to Be East Africa’s Biggest. Bloomberg, 24. Mai 2021.Abishek Mishra: A Chinese-built port in the Indian Ocean: The story of Kenya’s Lamu port. Observer Research Foundation. Der Hafen wird von der China Communications Construction Company gebaut. Da der Hafen vor allem als Umladehafen dienen soll, wird erwartet, dass er wichtige Transportfirmen anzieht und eventuell zu einer Konkurrenz für den Hafen Dschibuti wird.Benard Musembi Kilaka, Jan Bachmann: Kenya launches Lamu port. But its value remains an open question. The Conversation.

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