Anna Fárová (* 1. Juni 1928 in Paris; † 27. Februar 2010 in Jindřichův Hradec)Anna Fárová, Stichwort des Informationsportals Abart, online auf: cs.isabart.org/ war eine französisch-tschechische Kunsthistorikerin und Fotografin, die sich auf die Geschichte der Fotografie spezialisiert hatte. Am bekanntesten ist sie für ihre Monografien u. a. über Henri Cartier-Bresson oder die Herausgabe der Werke von Josef Sudek sowie für ihr Engagement im Kampf gegen den Kommunismus in der Tschechoslowakei.
Leben Anna Fárová wurde unter dem Namen Annette Šafránková als Tochter von Miloš Šafránek, einem tschechischen Diplomaten und Kulturattaché an der Botschaft in Paris, und Anne Moussu, einer Sprachlehrerin geboren. Ihr Elternhaus bot ein kulturvolles und künstlerisches Umfeld. Die Maler Josef Šíma, Jan Zrzavý, František Tichý und Otakar Kubín sowie der Komponist Bohuslav Martinů kamen zum Beispiel regelmäßig zu Salons in ihr Elternhaus.
1947 zog Fárová nach Prag und studierte bis 1951 Kunstgeschichte und Ästhetik an der Karls-Universität. Während ihres Studiums lernte sie den surrealistischen Maler Libor Fára kennen und heiratete ihn.
Sie traf auch Václav Havel, der ein enger Freund ihres Mannes war. Dank ihres Mannes hatte sie Zugang zur Zeitschrift Verve, die ganzseitige Farbreproduktionen berühmter Gemälde und großformatige Fotos enthielt:
Zurück in Paris lernte sie im September 1956 Henri Cartier-Bresson kennen und beschloss, geprägt von dieser Persönlichkeit, ihr Leben der Fotografie zu widmen. Zwei Jahre später veröffentlichte sie bei Editions de l’Odéon eine Monografie über Bresson, die erste, die von einem europäischen Fotografen verfasst wurde. Sie spezialisierte sich dann auf das Verfassen von Künstlermonografien und veröffentlichte im Laufe der Jahre Werke zu Robert Capa, Josef Sudek, Dušan Šimánek, František Drtikol, Elliot Erwitt, Josef Koudelka, Werner Bischof und André Kertész.
1970 wurde sie Leiterin der Fotoabteilung des Kunstgewerbemuseums in Prag und begann eine Lehrtätigkeit an der FAMU, der Prager Filmhochschule. Gleichzeitig organisierte sie zahlreiche Fotoausstellungen, zum Beispiel über Josef Sudek: 1988 in Centre Georges-Pompidou oder 1995 in Lausanne. Außerdem leitete sie die Gemäldeausstellungen ihres Mannes. Mit ihm hatte sie eine Tochter, Gabina Fárová, ebenfalls eine bekannte Fotografin.
Für Fárová waren Fotografien immer künstlerische Werke und sie beklagte die verbreitete Praxis, sie als technisches Ergebnis zu präsentieren:
Politisch war Fárová eine überzeugte Antikommunistin. Im Jahr 1977 unterzeichnete sie die Charta 77, in der die prosowjetische Regierung von Gustáv Husák zur Achtung der Menschenrechte aufgefordert wurde. Dies kostete sie ihre Stelle im Kunstgewerbemuseum. Da die Fotografie von den Kommunisten im Namen des Materialismus abgelehnt wurde, arbeitete Anna Fárová im Untergrund, um junge Fotografen zu unterstützen; 1981 organisierte sie mit Hilfe von Henri Cartier-Bresson und Marc Riboud eine Ausstellung im Kloster Plasy.
Während des letzten Jahrzehnts des kommunistischen Regimes kümmerte sich Anna Fárová um den Nachlass des Fotografen Josef Sudek. Parallel dazu organisierte sie weiter halboffizielle Ausstellungen junger tschechischer Fotografie. Im Jahr 1991 wurde sie vom französischen Kulturministerium zum Chevalier des arts et des lettres ernannt.
Im Jahr 2006 zeichnete eine Ausstellung in der Prager Galerie Langhans den künstlerischen Werdegang von Anna Fárová nach.
Fárová starb am 27. Februar 2010.
2018 präsentierte das Kunstgewerbemuseum in Prag eine Hommage anlässlich des Datums ihres 90. Geburtstages.
Werke
Literatur
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Einzelnachweise
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