Das Amtsgericht Lauenstein war ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit und ein Amtsgericht in Sachsen mit Sitz in Lauenstein.
Geschichte In Lauenstein bestand bis 1879 das Gerichtsamt Lauenstein als Eingangsgericht. Im Rahmen der Reichsjustizgesetze wurden 1879 im Königreich Sachsen die Gerichtsämter aufgehoben und Amtsgerichte, darunter das Amtsgericht Lauenstein, geschaffen. Der Gerichtssprengel umfasste Lauenstein mit Kratzhammer und Unterlöwenhain, Stadt Bärenstein mit Bärenklau, Dorf Bärenstein, Berthelsdorf, Börnchen bei Lauenstein mit Kleinbörnchen, Börnersdorf, Breitenau, Dittersdorf, Döbra, Fürstenau, Fürstenwalde, Glashütte, Gleisberg, Gottgetreu, Hennersbach, Liebenau mit Kleinliebenau, Löwenhain (Oberlöwenhain), Müglitz, Neudörfel bei Lauenstein, Oelsengrund, Rudolphsdorf, Rückenhain, Walddörfchen und Waltersdorf bei Lauenstein.Sächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt von 1879 S. 241, Digitalisat Das Amtsgericht Lauenstein war eines von 14 Amtsgerichten im Bezirk des Landgerichtes Dresden. Der Amtsgerichtsbezirk umfasste danach 8338 Einwohner. Das Gericht hatte damals eine Richterstelle und war das zweitkleinste Amtsgericht im Landgerichtsbezirk.Carl Pfafferoth: Jahrbuch der deutschen Gerichtsverfassung. 1888, S. 422 online
Ende 1931 wurde das Amtsgericht Altenberg aufgehoben. Das Amtsgericht Lauenstein übernahm seine Aufgaben für die Gemeinden Altenberg, Geising, Georgenfeld, Hirschsprung, Zinnwald und den selbständige Gutsbezirk Staatsforstrevier Hirschsprung-Altenberg. Die anderen Gemeinden des Amtsgerichts Altenberg wurden dem Amtsgericht Dippoldiswalde zugeordnet.Bestand 11035 Amtsgericht Altenberg, Online
Mit den Durchführungsbestimmungen zur Vereinfachung der Gerichtsorganisation im Land Sachsen vom 28. Mai 1951 zur Verordnung vom 5. Mai 1951 wurde das Amtsgericht Lauenstein zum Zweiggericht und nur noch für Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit zuständig.Durchführungsbestimmungen zur Vereinfachung der Gerichtsorganisation im Land Sachsen vom 28. Mai 1951 zur Verordnung vom 5. Mai 1951; in: Gesetz- und Verordnungsblatt Land Sachsen, S. 256. Mit dem Gerichtsverfassungsgesetz vom 2. Oktober 1952 wurde das Amtsgericht Lauenstein in der DDR aufgehoben und das Kreisgericht Dippoldiswalde an seiner Stelle eingerichtet. Gerichtssprengel war nun der Kreis Dippoldiswalde.
Gerichtsgebäude mini|Ehem. Gerichtsgebäude (vor 2019) Das Amtsgerichtsgebäude (Talstraße 5; 6) wurde 1902 eröffnet. Das ehemalige Amtsgericht ist ein großer Putzbau mit aufwändiger Fassadengestaltung. Aufgrund seiner baugeschichtlichen und ortsgeschichtlichen Bedeutung steht es unter Denkmalschutz. Es wird heute als Grundschule genutzt.
Siehe auch Gerichte im Königreich Sachsen Gerichte in Sachsen 1879 bis 1945 Liste der Gerichte des Freistaates Sachsen Liste der Kulturdenkmale in Lauenstein (Altenberg)
Einzelnachweise
Lauenstein Kategorie:Geschichte (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) Kategorie:Altenberg (Erzgebirge) Kategorie:Organisation (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) Kategorie:Gerichtsgründung 1879 Kategorie:Aufgelöst 1952