Caslano ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Tessin. Sie gehört zum Kreis Magliasina und zum Bezirk Lugano und liegt im Malcantone. mini|hochkant=.7|Caslano. Historisches Luftbild von Walter Mittelholzer (1919) mini|hochkant=.7|Caslano. Historisches Luftbild von Werner Friedli (1954) mini|Zeitgenössisches Luftbild (2025)

Geographie Das Dorf liegt auf 275 m ü. M. am Luganersee, nahe der Mündung der Magliasina und 3 km östlich der Station Ponte Tresa TI der Linie Ponte Tresa-Lugano. Ihr Gebiet ragt als Halbinsel in den Luganersee, höchster Punkt der Halbinsel ist der Monte Caslano mit einer Höhe von Das Gemeindegebiet umfasst das rechtsufrige Mündungsgebiet des Flusses Magliasina, der alte Kern am Seeufer lehnt sich an den Monte Caslano (oder Sassalto) an.

Die Nachbargemeinden sind im Norden Pura TI und Magliaso, im Osten Collina d’Oro, im Süden Brusimpiano (Italien) und im Westen Tresa.

Geschichte Das Dorf wurde 1126 als Castellano erstmals erwähnt. Es ist nach der Überlieferung auf einer römischen Befestigung entstanden, auf deren Existenz der alte, bis ins 18. Jahrhundert verwendete Ortsname Castellano und die kompakte Struktur des einst befestigten Ortskerns hinweisen. Zur Gemeinde gehören die Weiler Magliasina und Torrazza. Letzterer wurde nach erbitterten Kämpfen mit der Gemeinde Lavena Ponte Tresa im zwischen den eidgenössischen Orten und dem Herzogtum Mailand 1604 geschlossenen Vertrag von Varese endgültig dem Dorf zugesprochen.

Caslano bildet nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.Patriziato di Caslano (mit Fotos). In: patriziatidelmalcantone.ch.

Bevölkerung

Tourismus Die Gemeinde lebt vor allem vom Tourismus. Caslano hat einen schönen alten Dorfkern am Luganersee. Das Dorf ist durch die Lugano-Ponte-Tresa-Bahn an den Öffentlichen Verkehr angeschlossen. Auf dem Gemeindegebiet erstreckt sich ein Golfplatz; der Eingang befindet sich in der Nachbargemeinde Magliaso. Die Gemeinden Ponte Tresa, Caslano und Magliaso sind so stark verbaut und ineinander verwachsen, dass die Gemeindegrenzen kaum zu erkennen sind.

Um den Tourismus in der Region zu fördern wurde am 31. Juli 1935 in Caslano die Associazione Turistica Malcantonese gegründet. Ihr gehören 27 Gemeinden an.Associazione Turistica Malcantonese In: Virgilio Chiesa: Lineamenti storici del Malcantone. Gaggini Bizzozero, Curio 2002, S. 244.

Gewerbe und Industrie Die reichen Vorkommen an Kalkstein wurden am Fuss des Monte Sassalto seit Jahrhunderten genutzt. Ursprünglich gab es sechs Kalköfen, in denen Kalkstein zu Branntkalk verarbeitet wurde. Daraus konnte man unter Zugabe von Wasser Mörtel und Verputze herstellen. Diese Industrie ermöglichte eine gewisse wirtschaftliche Expansion des Dorfes. Zeugnis davon ist heute noch der Kalkofen im Ortsteil Torrazza, der von 1913 bis 1950 in Betrieb war.La Fornace di Caslano. In: rhpositive.net (PDF; 1,6 MB)

Die Chocolat Alprose hat in Caslano ihren Sitz und produziert dort mit rund 100 Mitarbeitern Schokolade für den Detailhandel. Das Unternehmen wurde 1957 unter dem Namen Titlis-Chocolat gegründet und gehört zur Stollwerck-Gruppe, welche 2011 von Barry Callebaut an die belgische Baronie verkauft wurde.Barry Callebaut verkauft Alprose nach Belgien, Handelszeitung vom 11. Juli 2011

Sehenswürdigkeiten

Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.

Sakralbauten Pfarrkirche San CristoforoSimona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 402–405. Friedhof Caslano Kapelle Santa Maria delle Grazie Friedhof mit Gräbern der Familien Azzi, Greppi und Vicari Kirche Madonna del Rosario (Rosenkranzkirche; fertiggestellt 1739) im Ortsteil Magliasina Betkapelle Santa Maria dei Greppi im Ortsteil Magliasina Betkapelle della Pietà

Museen Museo della Pesca (Fischereimuseum) in der Villa CarolinaMuseo della pesca (mit Fotos) (italienisch) auf museodellapesca.ch Museo Sergio MainaMuseo Sergio Maina (mit Fotos) (italienisch) auf maina-sergio.ch Schokolademuseum Alprose Museo dell’apparecchio fotografico e cinematograficoMuseo dell’apparecchio fotografico e cinematografico auf guidle.com/de

Zivilbauten mini|Grund- und Mittelschule, Caslano, (1980) Villa Martini-Ferretti Luzerner Ferienwohnung Grund- und Mittelschule (Architekten: Mario Campi, Franco Pessina) Wohnhaus via Martelli 17 (Architekt: Aurelio Galfetti) Wohnhaus via Camparlungo 3 (Architekten: Emilio Bernegger, Bruno Keller, Edy Quaglia) Kindergarten (Architekten: Emilio Bernegger, Edy Quaglia) San Michele-Viertel (Architekt: Franco Ponti) Ehemaliges Landhaus Generalkonsul Dr. D., Via Bosconi 6 (Architekt: Fritz August Breuhaus de Groot) Wohnhaus mit Fresko Madonna mit Kind Wohnhaus mit Fresko Madonna mit Kind und zwei Heilige Verschiedene Bürgerhäuser; Bürgerhaus Valenghi mit Fresko San Cristoforo Alter Kalkhochofen und Ziegelei im Ortsteil Torrazza

Sport Der Fussballclub Associazione Calcio Malcantone ist 1999 aus der Fusion des FC Caslano mit dem FC Tresa/Monteggio entstanden.

Infrastrukturen Pro CaslanoPro Caslano auf portal.dnb.de (abgerufen am 2. Februar 2017). Ente Turistico del MalcantoneEnte Turistico del Malcantone auf portal.dnb.de (abgerufen am: 29. Mai 2016.)

Bilder

Persönlichkeiten

Luigi Chialiva (1841–1914), Architekt und Maler Cristoforo Vicari (1846–1913), Bildhauer

Literatur Adolfo Caldelari: Arte e Storia nel Ticino. ETT, Locarno 1975, S. 118–119. Virgilio Chiesa: Lineamenti storici del Malcantone. Tipografia Gaggini-Bizzozero, Lugano 1961.

Virgilio Gilardoni: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967, S. 277. Nino Ezio Greppi: La Vicinia di Caslano (Ricerche storiche). Tipografia «Popolo d’Italia», Milano 1931, im Archivio storico della Svizzera italiana, 1929, Hefte I e II. Nino Ezio Greppi, Francesco Dario Palmisano: Documenti per la storia di Caslano: 1. La Vicinia di Caslano. (Nino Ezio Greppi, neue Auflage); 2. Repertorio di vari temi riguardanti Caslano fino al 2007. (Palmisano), Vorwort von Mario Agliati, Verlag ASPT CH Ponte Tresa 2008. Plinio Grossi: Il Malcantone. Guida Galli-Tamburini, 2. Auflage, Fontana Print S.A. Pregassona 1984, S. 114-116, 142, 148. Mario Jäggli: La vegetazione del Monte di Caslano. Edizione della Pro Malcantone, 1970. Stephan Magyar, Armin von Moos: Der glimmerartige Ton in der Trias des Mte Caslano, Kt. Tessin. Leemann, Zürich 1947Stephan Magyar, Armin von Moos: Der glimmerartige Ton in der Trias des Mte Caslano, Kt. Tessin. in portal.dnb.de (abgerufen am: 29. Mai 2016.) Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 402–405. Francesco Dario Palmisano: Ponte Tresa e Caslano a fronte sulle rive del lago Ceresio e nel corso della storia. Hrsg. Archivio Storico Ponte Tresa, Ponte Tresa 2007. Giovanni Maria Staffieri: Caslano. In: Malcantone. Testimonianze culturali nei comuni malcantonesi. Lugano-Agno 1985, S. 23, 26-29, 43. Celestino Trezzini: Caslano. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 2: Basel – Egnach. Attinger, Neuenburg 1924, S. 505 (Digitalisat [PDF; 28,8 MB]). Stefano Vassere (Hrsg.): Caslano. In: Repertorio toponomastico ticinese. Band 24. Archivio di Stato, Bellinzona 2008.

Weblinks

Webauftritt der Gemeinde Caslano

Amt für Statistik des Kantons Tessin: Caslano Caslano: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin Caslano: ASTi, catalogo dei fondi fotografici

Einzelnachweise

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