Der Salzburger Augentrost (Euphrasia salisburgensis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Augentrost (Euphrasia) in der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae).

Beschreibung mini|Blütenstand mit Tragblättern

Vegetative Merkmale Der Salzburger Augentrost ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 20 Zentimetern erreicht. Sie ist unverzweigt oder nur am Grunde verzweigt und ohne Drüsenhaare.

Die gegenständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind mehr oder weniger sitzend. Die mittleren Laubblätter sind zwei- bis viermal so lang wie breit mit keilförmiger Spreitenbasis und tragen an jeder Seite zwei bis fünf spitze, begrannte Zähne.

Generative Merkmale Die Blütezeit ist Juni bis Oktober. Die Tragblätter im traubigen Blütenstand sind laubblattähnlich.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph. Die Blütenkrone ist trichterförmig-zweilippig. Die Unterlippe ist ausgebreitet-dreiteilig mit ausgerandeten Zipfeln, sie ist länger als die Oberlippe. Die Krone ist 5 bis 7 Millimeter lang, weiß bis bläulich oder rötlich.

Die Kapselfrucht ist zwei- bis viermal so lang wie breit und so lang oder länger wie der Kelch.

Die Chromosomenzahl wird oft mit 2n = 44 angegeben, es gibt aber auch andere Ergebnisse.

Ökologie Wie alle Euphrasia-Arten ist auch der Salzburger Augentrost ein Halbparasit; sie zwar besitzt Chlorophyll, entzieht aber der Wirtspflanze Wasser und Nährsalze. Beim Salzburger Augentrost handelt es sich um einen mesomorphen Therophyten.

Blütenökologisch handelt es sich um Eigentliche Lippenblumen mit völlig verborgenem „Honig“. Die Bestäuber sind Hymenopteren.

Vorkommen Vom Salzburger Augentrost gibt es Fundortangaben für Spanien, Frankreich, Korsika, Großbritannien, Irland, Deutschland, Schweden, Norwegen, Finnland, die Schweiz, Italien, Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien, Tschechien, Polen, die Slowakei, Rumänien, Bulgarien, Albanien, Griechenland, Kreta, die Türkei und die Ukraine. Der Salzburger Augentrost gedeiht in der Schweiz in der Kalkfels-Pionierflur des Gebirges (Verband Drabo-Seslerion). Sonst ist es eine Art der Ordnung Seslerietalia, kommt aber auch im Verband Erico-Pinion vor und in tieferen Höhenlagen im Verband Seslerio-Mesobromion. In den Allgäuer Alpen steigt der Salzburger Augentrost im Tiroler Teil an der Krottenkopfscharte bis zu einer Höhenlage von 2300 Metern auf.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).

Taxonomie Die Erstveröffentlichung von Euphrasia salisburgensis erfolgte 1794 durch David Heinrich Hoppe nach Heinrich Christian Funck in Botanisches Taschenbuch fur die Anfänger dieser Wissenschaft und der Apothekerkunst, S. 190. Das Artepitheton salisburgensis bedeutet „aus Salzburg“. Synonyme für Euphrasia salisburgensis sind Euphrasia carpatica , Euphrasia lapponica , Euphrasia marilaunica und Euphrasia nivalis .

Einzelnachweise Karol Marhold, 2011+: Euphrasia: Datenblatt ‘’Euphrasia salisburgensis’’ In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt mit Verbreitung in Spanien bei Flora Vascular. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW-Verlag, Eching bei München 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 463 f. Dimitri Hartl, Gerhard Wagenitz: Euphrasia salisburgensis. In: G. Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Band VI/1, 2. Auflage 1972, S. 369–371.

Weblinks

Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben). Günther Blaich: Datenblatt mit Fotos. Gerhard Nitter: Steckbrief mit Fotos.

Kategorie:Augentroste Kategorie:Alpenflora