mini|hochkant|Jackie Fox, The Runaways, Brumrock ’76 in Birmingham Externer Linkzu einem Porträtfoto vonJacqueline „Jackie“ Fuchs, 2018.Madison Bloom: The Runaways’ Jackie Fuchs Talks Being the Reigning “Jeopardy!” Champion. In: pitchfork.com vom 20. Dezember 2018.(Bitte Urheberrechte beachten) Jackie Fox, bürgerlich Jacqueline Louise Fuchs (* 20. Dezember 1959 in Los Angeles), ist eine US-amerikanische ehemalige Rockmusikerin. Von 1975 bis 1977 spielte sie die Bassgitarre in der ausschließlich mit Teenagerinnen besetzten Rockband The Runaways. Im Juli 2015 offenbarte sich Fuchs dem Journalisten Jason Cherkis von der Huffington Post als Vergewaltigungsopfer ihres damaligen Bandmanagers Kim Fowley, vierzig Jahre nach dem von Augenzeugen bestätigten Vorfall.

Leben und Werk Frühe Jahre Fuchs ist eine von zwei Töchtern ihrer jüdischen Eltern David Anthony Fuchs und Ronnie Fuchs,Jackie Fox: Rest in Peace, Dad. I Love You. In: runawaysonline.proboards.com vom 3. März 2010. die 1958 von New York nach Kalifornien gezogen waren, sich aber im Verlauf der 1970er-Jahre trennten.Evelyn McDonnell: Queens of Noise: The Real Story of The Runaways. Hachette UK, 2013, ISBN 0-306-82156-7, S. 36ff. Ihre Schwester ist die Drehbuchautorin Carol Fuchs. Jackie Fuchs war eine Einser-Schülerin, die nach ihrem ersten Jahr auf der High School bereits den Scholastic Assessment Test (SAT, US-amerikanischer Studierfähigkeitstest) absolviert und dabei ein Ergebnis von 98 Prozent erzielt hatte. 1975 plante Fuchs als Stipendiatin des National Merit Scholarship Program in ihrem letzten High-School-Jahr an der University of California, Los Angeles in Vollzeit Mathematik zu studieren.Jason Cherkis: The lost Girls. In: The Huffington Post vom 8. Juli 2015.

Der Journalist Jason Cherkis beschrieb Fuchs als „schlauer und forscher als die anderen Teenager, die ständig Dinge tat, von denen man Mädchen eigentlich abriet. Sie besuchte die Summer School und belegte dort Werkkundekurse. Sie lernte Powerchords auf ihrer Stratocaster-Gitarre. […] Sie wurde an der Autobahnauffahrt gesehen, wo sie mit ihrem maßgefertigten, 6-Fuß-10-Zoll langen Schwalbenschwanz-Surfbrett aus Fiberglas unter dem Arm ihren Daumen zum Autostopp ausstreckte.“Jason Cherkis: The lost Girls. In: The Huffington Post vom 8. Juli 2015.Originalzitat: „She was smarter and bolder than the other teenagers, constantly doing things girls were told they shouldn’t. She attended summer school just to take shop. She learned power chords on her Stratocaster. […] [She was spotted] at the freeway on-ramp, her 6-foot-10-inch custom fiberglass swallowtail board under one arm and her thumb out.“ Im Alter von 14 Jahren fuhr Jackie Fuchs oft bereits in den frühen Morgenstunden mit Freunden von ihrem Haus in Woodland HillsJessica Sager: Former Runaways bassist Jackie Fuchs talks ‚Jeopardy‘, rape allegations against producer. In: Fox News Channel vom 20. Dezember 2018. im San Fernando Valley über die Santa Monica Mountains an den Strand von Malibu, um dort schon vor Sonnenaufgang auf die richtige Welle zu warten. Unter den überwiegend männlichen Surfern der Gegend trug das großgewachsene, schlanke Mädchen mit blauen Augen und braunem, schulterlangem Haar den Spitznamen Malibu Barbie.

Weil die Kosten für die Teilnahme an den nationalen Surfmeisterschaften in North Carolina 1974 nur für männliche Surfer übernommen wurden, organisierte Fuchs zwei Benefizvorführungen von Surf-Dokumentarfilmen, deren Erlös die Reisekosten für weibliche Teilnehmer decken sollte. Sie überredete die Regisseure, ihre Filmrollen für diese Veranstaltungen kostenlos zur Verfügung zu stellen, mobilisierte örtliche Behörden für die Bereitstellung von Räumlichkeiten und Genehmigungen für Brandschutz und Sicherheit, verteilte Hunderte von selbst gemachten Flugblättern entlang des Pacific Coast Highways und kontrollierte an der Tür die Eintrittskarten der bis auf die letzten Stehplätze ausverkauften Events.

Die Suche nach Gleichgesinnten führte Jackie Fuchs zum Sunset Strip in West Hollywood, mit seinen zahlreichen Boutiquen, Restaurants und besonders Rock- und Nachtclubs, die Mitte der 1970er-Jahre von Trends wie Punk und Glam Rock geprägt waren.Jeff Dickey: The Rough Guide to Los Angeles. Rough Guide Travel Guides, 2003, ISBN 1-84353-058-9, S. 409.

Bassistin der Band The Runaways Eintritt in die Band mini|hochkant|Brumrock ’76, Bingley Hall, Birmingham Der Radio-Discjockey Rodney Bingenheimer sprach im Herbst 1975 die zu dieser Zeit fünfzehnjährige Jackie Fuchs auf der Tanzfläche des Nachtclubs Starwood in West Hollywood an und stellte sie dem Musikproduzenten Kim Fowley vor. Fowley suchte nach Talenten für die Band The Runaways, die er zu dieser Zeit mit der Rhythmusgitarristin Joan Jett und der Schlagzeugerin Sandy West zusammenstellte. Zunächst traf sich Fuchs mit Jett und West und spielte mit dem Titel Strutter der Band Kiss für die Leadgitarre vor, wonach ihre Erkenntnis war: „Ich mochte sie nicht und sie mochten mich nicht.“, 2004, Regie Victory Tischler-Blue.Originalzitat: „I hated them, they hated me.“ Danach setzte sich auf dieser Position Lita Ford durch., 2004, Regie Victory Tischler-Blue. Zwischenzeitlich stieß noch Cherie Currie als Leadsängerin zur Band hinzu. Kurz darauf bestellte Fowley Fuchs erneut ein, um der Band als Bassgitarristin vorzuspielen. Fowley erklärte: „Jackie war das Mädchen von nebenan, das ich brauchte, um einen Ausgleich zu der großbusigen Lita, der burschikosen Joan und der Surferin Sandy zu schaffen. So konnten die Jungs [aus dem Publikum], die Angst vor diesen weiblichen Biestern haben würden, über eine Stewardess-/Krankenschwester-Assoziation [mit Jackie] in Gang gebracht werden.“Dave Thompson: Bad Reputation: The Unauthorized Biography of Joan Jett. Backbeat Books, 2011, ISBN 1-61713-077-X, S. 40.Originalzitat: „Jackie was the girl next door I needed, to balance out big-titted Lita, tomboy Joan and surf girl Sandy. It meant that guys that’d be afraid of these she-creatures could get that stewardess/nurse thing going.“

Fuchs kam zum Probespiel und „lernte etwa 10 Songs innerhalb einer halben Stunde, Kim ging herum und fragte: ‚Wollt ihr sie in der Band haben?‘ Joan und Sandy sagten ja, Lita sagte nein.“ Cherie Currie überredete schließlich Lita Ford, mit ja zu stimmen. Wie ihre Bandkolleginnen war Currie ungeduldig und wollte mit der Gruppe Fortschritte erzielen. Außerdem „war es mir wirklich egal, wen wir in die Band holten, und es stellte sich heraus, dass sie [Jackie] ein echtes Juwel für die Runaways darstellte, denn sie hatte eine ganz andere Qualität[, das besondere Etwas]. Sie trug meist diese Frederick’s-of-Hollywood-Klamotten […] und die Jungs waren verrückt danach,“ sagte Currie.Dave Thompson: Bad Reputation: The Unauthorized Biography of Joan Jett. Backbeat Books, 2011, ISBN 1-61713-077-X, S. 40ff.Originalzitat: „‚I went down there and learned about 10 songs in half an hour, Kim went around and said, do you want her in the band, Joan and Sandy said yes, Lita said no.‘ It was Cherie that talked Lita Ford around. Like her bandmates, she was impatient simply to get the group up and running. Besides, ‚I really didn't give damn who we got in the band and she turned out to be a real gem to add to the Runaways, because she had a quality about her that was very different. She was into the Frederick’s of Hollywood garb that she wore all the time, the guys went crazy for that.‘“, 2004, Regie Victory Tischler-Blue.

mini|hochkant|Jackie Fox mit Cherie Currie, Bingley Hall 1976 Kim Fowley besuchte Jackies Mutter Ronnie Fuchs und erklärte ihr seine Pläne für ihre Tochter und die Band, die auch unter anderem Privatunterricht und Chaperones auf Konzertreisen in Aussicht stellten.Evelyn McDonnell: Queens of Noise: The Real Story of The Runaways. Hachette UK, 2013, ISBN 0-306-82156-7, S. 120ff. Jackie verließ kurz vor ihrem 16. Geburtstag die Schule und trat als jüngstes MitgliedDave Thompson: Bad Reputation: The Unauthorized Biography of Joan Jett. Backbeat Books, 2011, ISBN 1-61713-077-X, S. 51. den Runaways bei, wofür sie den Bühnennamen „Jackie Fox“ annahm.Dave Thompson: Bad Reputation: The Unauthorized Biography of Joan Jett. Backbeat Books, 2011, ISBN 1-61713-077-X, S. 37. Fox war nach Micki Steele und Peggy Foster die dritte Bassistin der Gruppe innerhalb der ersten zwei Monate (November/Dezember 1975) des Bestehens der Band.therunaways.com, S. 32f. Etwa eine Woche, nachdem Jackie Fox in die Gruppe eingetreten war, nahm das Label Mercury Records Fowley und die Band unter Vertrag.

Für die Studioaufnahmen des The Runaways betitelten Debütalbums hatte Kim Fowley 1976 den Bassisten der Band Blondie, Nigel Harrison, verpflichtet,, 2004, Regie Victory Tischler-Blue. sodass Jackie Fox hier nur im Begleitgesang mitwirkte. Sie sagte später: „Ich glaube, Kim [Fowley] wusste nicht so recht, was er von mir erwarten konnte, da ich gerade erst der Band beigetreten war. Angesichts des knapp bemessenen Aufnahmebudgets wollte er wohl sein Risiko minimieren […]“. Dabei habe er nicht nach der Perfektion gestrebt, die aus Fox’ Sicht für eine „bestmögliche Aufnahme“ des Titels erreichbar gewesen wäre.How the Runaways’ Debut Overcame Everything to Find Greatness. In: ultimateclassicrock.comOriginalzitat: [Jackie Fox:] „I think Kim just wasn’t sure that he’d be able to get something out of me because I was so new, and he wasn’t willing to take the chance because it was not a big recording budget, and hey — every cent he spent was money he didn’t get to keep. […] I don’t think Kim cared about making the best possible record.“

Tourneen und Austritt aus der Band Die Band tourte zunächst in den Vereinigten Staaten, wobei das Verhältnis zwischen Jackie Fox und ihren Bandkolleginnen sowie dem Management von Misstrauen geprägt war, was sie aufbrausend und wachsam machte. Auf den langen Autofahrten zwischen den Veranstaltungsorten blieb Fox wach, weil sie befürchtete, dass der Fahrer einschlafen könnte. Sie hielt sich von Alkohol und Drogen fern und beschwerte sich, wenn ihr Tourmanager Scott Anderson das Essensgeld für Drogen für die Band ausgab. Bei einem Zwischenstopp in Cleveland wandte sie sich in einem Brief an ihre Familie: „Ich bin mir nicht sicher, ob ich diese Tournee bei all dem Geschrei, dem Gebrüll und der einhergehenden Dummheit durchhalten werde.“Jason Cherkis: The lost Girls. In: The Huffington Post vom 8. Juli 2015.Originalzitat: „The mistrust between Jackie and everyone else associated with the Runaways made her quick-tempered and guarded. On long car rides between tour dates, Jackie refused to sleep, fearing that their driver would pass out. She made sure to stay sober on tour and complained when their manager, Scott Anderson, spent food money on drugs for the band. At a stop in Cleveland, Jackie vented to her family in a letter home: ‚I’m not at all sure I will last thru this tour what with the screaming, yelling & stupidity.‘“