mini|Johann Hilmar Graf von Schönfeld, gemalt um 1814 von Johann Nepomuk Enders Johann Hilmar Adolph Freiherr von Schönfeld, ab 1788 3. Reichsgraf von Schönfeld (* 18. Juni 1743 in Löbnitz (Sachsen); † 6. März 1820 in Wien) war ein königlich-sächsischer Gesandter und Minister in Wien sowie Rittergutsbesitzer.

Herkunft mini|Wappen der Grafen von Schönfeld Er stammte aus der Löbnitzer Linie des sächsischen Adelsgeschlechts von Schönfeldt und war der Sohn des Rittergutsbesitzers Heinrich Rudolph von Schönfeldt auf Löbnitz-Schlossteil. Seit 1784 war Schönfeldt kursächsischer und ab 1806 königlich-sächsischer Gesandter und Minister in Wien, nachdem er zuvor in dieser Funktion bereits in Venedig und Paris tätig war.

Für seine Verdienste und seine Abstammung und somit Anknüpfung an die bereits seit 1704 reichsgräfliche Linie Wachau des Hauses Schönfeld denen die Reichsgrafenwürde bereits am 9. April 1657 angeboten wurde, diese damals jedoch aus ihnen vorbehaltenen Gründen ablehnten, die jedoch bereits kurze Zeit später im Mannesstamme erlosch, wurde er als kursächsischer wirklicher Kämmerer am 6. MärzNicht 6. Dezember wie im Gothaischen Taschenbuch und den Stammtafeln der Familie. 1788 vom Kaiser Joseph II. in den Reichsgrafenstand erhoben und ihm die Anrede „Hoch- und Wohlgeboren“ verliehen. Er wurde damit zum 3. Reichsgrafen der Familie Schönfeldt. Zu diesem Zeitpunkt besaß er nicht nur Löbnitz, sondern war auch Herr über die Rittergüter Störmthal und Liebertwolkwitz.AT-OeStA/AVA Adel RAA 377.54 Später lebte er, da seine Frau Österreicherin war, lange Zeit in Wien, wo er mangels eines eigenen Palais von seinem Freund Albert von Sachsen-Teschen dessen Palais als Residenz zur Verfügung gestellt bekam.

Aufgrund der berufsbedingten Abwesenheit aus Löbnitz ließ er sein Rittergut Löbnitz-Schlossteil verpachten. mini|Schönfelds Gemahlin, Gräfin Ursula Viktoria von Fries, gemalt von E.Vigee-Lebrun 1793

Familie Er heiratete in Wien am 20. Juli 1788 Ursula Margaretha Agnes Victoria Ludovica Gräfin von Fries, Tochter des reichsten Bankiers seiner Zeit, Johann Graf von Fries (* 3. Februar 1767; † 6. März 1805). Das Paar hatte mehrere Kinder: Ludwig (* 20. März 1791; † 19. August 1828), Rittmeister ⚭ 1827 Gräfin Rosalie von Grünne (* 3. März 1805; † 20. April 1841)Die Witwe heiratete 1832 Karl von Lichtenstein († 12. Oktober 1871) Adolph Ludwig Moritz (* 2. Oktober 1797; † 6. April 1883), Ehrenritter des Malteserordens ⚭ 1825 Gräfin Anna Maria Pálffy de Erdöd (* 19. April 1804; † 6. Mai 1890)

Der Urenkel von Adolph, Heinrich Graf von Schönfeldt (1884–1963), war einer der erfolgreichsten österreichischen Rennfahrer des frühen 20. Jahrhunderts.

Literatur Manfred Wilde: Die Ritter- und Freigüter in Nordsachsen. Starke, Limburg 1997, S. 307. Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser. Teil A, Band 115, S. 476

Einzelnachweise

Johann Hilmar Adolph Kategorie:Diplomat Kategorie:Landesminister (Sachsen) Kategorie:Titulargraf Kategorie:Person (Wien) Kategorie:Geboren 1743 Kategorie:Gestorben 1820 Kategorie:Mann