Marta de Menezes (* 31. Mai 1975 in Lissabon) ist eine portugiesische Künstlerin und Kuratorin der Bio Art. Sie arbeitet an der Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft.
Leben und Werk Marta de Menezes erhielt 1997 einen Bachelorabschluss in Bildender Kunst sowie 1999 einen Masterabschluss in Malerei an der Universität Lissabon. 2001 erwarb sie zusätzlich einen Masterabschluss in Kunstgeschichte und Bildwissenschaft an der Universität Oxford. Seit Ende der 1990er Jahre arbeitet sie in Großbritannien, Australien, den Niederlanden und Portugal und erforscht die Möglichkeiten, die Biowissenschaften für die visuelle Darstellung in der Kunst zu nutzbar zu machen.
Sie ist Direktorin von Cultivamos Cultura, eine Institution für experimentelle Kunst in Portugal, sowie Direktorin von Ectopia, einer Einrichtung zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Kunst.
De Menezes begreift die Biologie als Kunstmedium und fertigt Werke mithilfe verschiedener wissenschaftlicher Methoden, die dem Bereich der Bio Art zuzuordnen sind. Für ihre Arbeiten kollaboriert sie häufig mit Wissenschaftlern und arbeitet im Labor. Bei ihrem Projekt nature? (1999) änderte sie die Muster von Schmetterlingsflügeln und stellte dabei Muster her, die so in der Natur nicht – als Produkt eines evolutionären Prozesses – vorfindbar sind. Mit ihrem Werk Proteic Portrait (2002) widmete sie sich der Proteomik und fertigte ein Selbstporträt, indem sie die Buchstabencodes der Aminosäuren so anordnete, dass sie ihren vollen Namen darstellen: MARTAISAVELRIVEIRDEMENESESDASILVAGRACA. Ein weiteres Werk mit dem Titel Functional Portrait: Martin Kemp Analyzing a Painting (2002) bildet die Gehirnaktivitäten (aufgenommen mittels fMRT) des Kunsthistorikers Martin Kemp ab, während dieser ein Gemälde aus der Renaissance analysiert.
Die Arbeiten von de Menezes werden international ausgestellt, so etwa auf der Ars Electronica (2019), der Londoner Design-Biennale (2016) oder der Beijing Biennale of New Media Art (2016).
De Menezes arbeitet zudem als Kuratorin für internationale Ausstellungen, wie für das Kontejner Festival in Zagreb, die Verbeke-Stiftung in Belgien oder das FACTT-Transnational and Transdisciplinary Festival of Art and Science.
Ausstellungen (Auswahl)
2021: Paired Immunity, Art Laboratory Berlin, Deutschland 2020: Bioscientific Imaginaries, Allengheny Art Galleries, Pittsburgh, USA 2019: Human Limitations – Limited Humanity, Ars Electronica, Linz, Österreich 2016: Utopia by Design, London Design Biennale, Vereinigtes Königreich 2016: Ethics of Technology, Beijing Media Arts Biennale, China 2014: It's About Time!, Touch Me Festival, Zagreb, Kroatien 2012: Documenta 2012, Kassel, Deutschland 2008: Abel's Sketch Book, Vitenfabrikken, Stavanger, Norwegen 2007: Genesis, Centraal Museum Utrecht, Niederlande 2006: META.morfosis, Museo Extremeño e Iberoamericano de Arte Contemporáneo (MEIAC), Badajoz, Spanien 2005: Touch Me, Kontejner, Zagreb, Kroatien 2004: BioDifference, Biennale of Electronic Arts of Perth, Lawrence Wilson Art Gallery, Perth, Australien 2002: BioFeel, Perth Institute of Contemporary Arts (PICA), Perth, Australien 2000: Next Sex, Ars Electronica, Linz, Österreich
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Einzelnachweise
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