Die Revolución Democrática (deutsch: „Demokratische Revolution“), kurz RD, war eine politische Partei in Chile. Sie war Teil der Parteienkoalition Frente Amplio, seit 2021 auch der Koalition Apruebo Dignidad und somit seit 2022 Teil der Regierung unter Präsident Gabriel Boric. Die Revolución Democrática war in der politischen Linken zu verorten.

Geschichte Die Ursprünge der Revolución Democrática sind in den Schüler- und Studentenprotesten 2011 zu finden. Dabei bildeten sich mehrere linksgerichtete Bewegungen, die für Reformen im Bildungssektor und gegen die Politik der Concertación und von Präsident Piñera protestierten. Einer der Anführer der Proteste war Giorgio Jackson, der Präsident der Studierendenvertretung der Päpstliche Katholische Universität von Chile war. Am 7. Januar 2012 war er einer der Gründer der Bewegung Revolución Democrática. Die Bewegung erhielt in den ersten Wochen bereits massiven Zuspruch. Im September des Jahres fand der Gründungsparteitag statt, im Januar 2013 wurde der erste Vorstand gewählt. Bei der Präsidentschaftswahl 2013 nominierte die Bewegung keine eigenen Kandidaten, nachdem zuvor Gespräche mit der Koalition Nueva Mayoría der Präsidentin Michelle Bachelet zu keinen Ergebnissen geführt hatten. Allerdings wurde Jackson als unabhängiger Kandidat in die Abgeordnetenkammer gewählt. Daneben unterstützte die Bewegung verschiedene unabhängige Kandidaten. Auch für die Präsidentschaftswahl 2013 stellte sie keinen eigenen Kandidaten auf.

Im Jahr 2015 entschied die Bewegung, sich offiziell bei der Wahlbehörde SERVEL als Partei registrieren zu lassen. Das Vorhaben scheiterte zunächst, da die Behörde das Wort „Revolución“ im Parteinamen ablehnte. Am 15. Oktober 2015 wurde der Name dennoch genehmigt, und am 22. Juni 2016 wurde die Partei nach Vorlage von ausreichenden Unterstützungsunterschriften legalisiert. Bei den Gemeindewahlen 2016 stellte die Partei erstmals eigene Kandidaten für mehrere Bürgermeisterposten auf. Seit den Gemeindewahlen 2021 stellt sie landesweit vier Bürgermeisterinnen und zwei Bürgermeister, die für das Parteienbündnis Frente Amplio antraten und teils mit beachtlichen Mehrheiten in bekannten chilenischen Städten und Metropolitangemeinden wie Valdivia (Carla Amtmann, * 1987, 49 %),Valdivia tiene nueva alcaldesa: Carla Amtmann superó ampliamente a los demás candidatos. In: Noticias Los Ríos, 21. Mai 2021, abgerufen am 6. November 2021 (spanisch). Viña del Mar (Macarena Ripamonti, * 1991, 38,5 %)Viña tiene alcaldesa del Frente Amplio: Macarena Ripamonti será la sucesora de Virginia Reginato. In: La Tercera, 16. Mai 2021, abgerufen am 6. November 2021 (spanisch). und Ñuñoa (Emilia Ríos Saavedra, * 1988, 31,8 %) gewählt wurden.

Die Partei war Gründungsmitglied der neuen, linken Parteienkoalition Frente Amplio. Als Mitglied dieser Koalition trat die Partei erstmals bei der Präsidentschafts- und Parlamentswahl 2017 an. Sie unterstützte die Präsidentschaftskandidatur von Beatriz Sánchez und gewann 10 Sitze in der Abgeordnetenkammer sowie einen Sitz im Senat. Für die Wahl zur Verfassunggebenden Versammlung 2021 schloss sich die Partei der neuen Koalition Apruebo Dignidad an, seit der Wahl ist sie mit 9 Abgeordneten in der Verfassunggebenden Versammlung vertreten. Im Zuge der Präsidentschaftswahl 2021 unterstützt die Partei Gabriel Boric von der Partei Convergencia Social, die ebenfalls Mitglied des Frente Amplio und von Apruebo Dignidad ist. Bei den Parlamentswahlen konnte die Partei sich allerdings nicht verbessern, erlitt im Vergleich zur vorherigen Wahl sogar leichte Verluste.

Parteiziele Die Partei versteht sich als demokratische Partei, die gleichberechtigte Gesellschaft fördern will. Obwohl der Parteiname darauf anspielt, lehnt die Partei Gewalt jeder Form ab. Daneben hat die Partei einige Prinzipien:

Demokratie Transparenz Geschlechtergleichheit Ethische Politik Autonomie Diversität und Inklusion Achtung der politische Institutionen

Mitglieder Präsidenten der Partei Name Foto Beginn der Amtszeit Ende der AmtszeitMiguel Crispi*76x76px20122013Pablo Paredes Muñoz*76x76px20142014Sebastián Depolo76x76px20152016Rodrigo Echecopar76x76px20172018Catalina Pérez Salinas76x76px20192021Margarita Portuguez76x76px2021 * als nationaler Koordinator der Bewegung

Senatoren Die Revolución Democrática ist mit einem Senator im Senat vertreten. Name Región Wahlkreis Erstmals gewählt Ende der AmtsperiodeJuan Ignacio LatorreValparaísoVI20182026

Abgeordnete Die folgenden Personen vertreten die Revolución Democrática im Abgeordnetenhaus in der Wahlperiode 2022–2026. Name Región WahldistriktCatalina Pérez SalinasAntofagasta3Jorge BritoValparaíso7Maite OrsiniMetropolitana9Consuelo VelosoMaule18Ericka ÑancoAraucanía23Jaime SáezLos Lagos26

Bürgermeister Daneben sind seit den Gemeindewahlen 2021 folgende Bürgermeister Mitglieder der Partei: Name Región Kommune Macarena RipamontiValparaísoViña del MarFrancisco RiquelmeValparaísoCasablancaTomás VodanovicMetropolitanaMaipúEmilia RíosMetropolitanaÑuñoaLuis ValenzuelaMetropolitanaTiltilCarla AmtmannLos RíosValdivia

Wahlergebnisse Parlamentswahlen WahlAbgeordnetenkammerSenat Stimmen % der Stimmen Sitze Stimmen % der Stimmen Sitze2017308.517 5,89 %34.420 2,3 %2021257.854 4,07 %156.512 3,36 %

Regionalratswahlen WahlStimmen% der StimmenSitze2017302.812 5,21 %2021250.324 4,08 %

Gemeindewahlen WahlBürgermeisterRatsmitglieder Stimmen % der Stimmen Sitze Stimmen % der Stimmen Sitze201611.913 0,25 %62.348 1,37 %2021261.813 4,13 %206.006 3,39 %

Wahlen zur Verfassunggebenden Versammlung WahlStimmen% der StimmenSitze2021341.765 5,59 %

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Parteigründung 2012 Kategorie:Aufgelöst 2024 Kategorie:Politische Linke Kategorie:Historische Partei (Chile)