SWR3 ist die Popwelle des Südwestrundfunks (SWR). Das Programm des öffentlich-rechtlichen Hörfunksenders wird im SWR-Funkhaus in Baden-Baden produziert. Zusätzlich gibt es in Stuttgart und Mainz regionale Studios, die der Baden-Badener Redaktion zuliefern. Die Finanzierung erfolgt über Rundfunkgebühren und Radiowerbung. Der Media-Analyse 2026 Audio II zufolge erreicht SWR3 in einer durchschnittlichen Sendestunde 934.000 Hörer, bundesweit sind es täglich 3,31 Mio. Hörer.
Geschichte mini|Altes Studio SK3 (1998 bis 2006) mini|Sendestudio B, in Anlehnung an das offizielle Maskottchen auch „Elchstudio“ genannt (2010)
Das Programm entstand im Zuge der Senderfusion des SDR und des SWF zum SWR aus den beiden Vorgängerwellen SDR 3 und SWF3. Der Sendestart von SWR3 war am 30. August 1998. Zuvor sendeten beide Wellen bereits seit dem Mittag des 23. August eine gemeinsame einwöchige Hörer-Hitparade unter dem Titel „SWR3 – Start ins Wildall“. „Start ins Wildall“ hieß auch ein Gratis-Festival zum Sendestart im Baden-Airpark bei Baden-Baden, mit dessen Top-Act Herbert Grönemeyer offiziell der Sendebetrieb von SWR3 begann. Michael Reufsteck moderierte in der folgenden Nacht die erste reguläre Sendung des neuen Senders, „SWR3 Luna“.
Bis August 2006 wurde im Baden-Badener Haus des Hörfunks aus Studioräumen gesendet, aus denen vor dem Sendestart von SWR3 das Programm von SWF3 abgewickelt wurde. Seitdem wird aus einem Neubau gesendet, der unmittelbar an das Haus des Hörfunks angrenzt und mit diesem verbunden ist. Bis Ende 2024 unterhielt SWR3 ebenfalls ein eigens Regionalstudio in Mannheim.
Programm und Zielgruppe SWR3 möchte (als Kernzielgruppe) insbesondere Hörer zwischen 14 und 49 Jahren ansprechen und bietet dazu ein 24-Stunden-Live-Programm. Die Musik orientiert sich an einem Hot Adult Contemporary-Format. Aktuelle Informationen bringt der Sender in den stündlichen SWR3-Nachrichten und daneben in Beiträgen im laufenden Programm, wie z. B. im SWR3-Topthema (12:15 Uhr und 17:40 Uhr).
Der Programm-Claim von SWR3 lautet: „Einfach gute Musik. Einfach SWR3.“, zuvor gab es die Slogans: „Lust auf gute Musik. Einfach SWR3.“ „Der beste Musikmix. Einfach SWR3“, „Mehr Hits. Mehr Kicks. Einfach SWR3.“ (dieser wird in Textform z. B. im Radiotext noch verwendet), „Leben im Wildall“ und „Einfach die besten Hits, einfach SWR3“. Außerdem ist der Slogan „SWR3 – Ihr Radio Nummer 1“ hinzugekommen. Stationvoice des Senders war von 2000 bis 2022 Jan Garcia. Am 12. September 2022 wurde er durch Jan Bracht ersetzt.
Insgesamt ist SWR3 ein stark formatiertes und durchstrukturiertes Programm, das mit Großaktionen auf sich aufmerksam macht. Dabei verlost SWR3 unter dem Motto „SWR3 Elch und weg“ Reisen u. a. mit Prominenten. Das von SWF3 ab 1994 jährlich veranstaltete SWF3 New Pop Festival (in Baden-Baden) wurde von SWR3 weitergeführt. Bei diesem Festival treten nationale und internationale Künstler auf. Diese programmlichen Änderungen führten nach einem Quotentief nach der Fusion seit etwa 2002 wieder zu hohen Einschaltzahlen. Der Media-Analyse (MA) 2007 Radio II zufolge wurde SWR3 täglich von bundesweit 3,8 Millionen Hörern (2005: 3,22 Mio.) mindestens einmal eingeschaltet, bei der Media-Analyse 2010 Radio II waren es 3,82 Millionen Hörer.
Zum Verbreitungsgebiet wird, wie es bereits beim Vorgängersender SWF3 der Fall war, neben Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz inoffiziell auch der Raum Köln/Bonn hinzugezählt, der im Wetterbericht und in den Verkehrsmeldungen oft separat erwähnt wird. Auch in anderen an das SWR-Sendegebiet angrenzenden Gebieten, wie z. B. dem Frankfurter Raum, dem Saarland, dem Siegerland und dem bayerischen Schwaben hat SWR3 viele Hörer.
SWR3 spielt verrückt In unregelmäßigen Abständen, meist an einem Feiertag wie beispielsweise Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Tag der Deutschen Einheit oder Silvester, findet das Event SWR3 spielt verrückt statt. An dem Tag werden ausschließlich von Zuhörern gewünschte Lieder gespielt, die oft deutlich vom sonst für den Sender üblichen Musikspektrum abweichen und die eine Vielzahl von Genres von Klassik über Schlager bis hin zu härteren Spielformen des Metal umfassen. Manche der Sendungen wurden archiviert und waren auch danach noch für eine längere Zeit als Stream auf der Website und in der SWR3-App abrufbar.
Nachrichten SWR3 sendet rund um die Uhr zur vollen Stunde aktuelle Nachrichten. Montags bis Freitags zwischen 5:30 Uhr und 8:30 Uhr werden zusätzlich Nachrichten zur halben Stunde gesendet. SWR3 produziert die Nachrichtensendungen unter der Woche von 5:30 Uhr bis 19:00 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen von 8:00 Uhr bis 19:00 Uhr selbst. Außerhalb dieser Zeiten werden die zentralen Hörfunknachrichten des SWR übernommen. Diese werden ebenfalls in Baden-Baden produziert. Für den Zuhörer sind die von SWR3 selbst produzierten Nachrichten daran zu erkennen, dass der Moderator den Nachrichtenredakteur anmoderiert. Im Laufe der Zeit wurde der Umfang der durch SWR3 produzierten Nachrichtensendungen reduziert. Bis zum 29. Januar 2021 produzierte SWR3 unter der Woche eigene Nachrichtensendungen bis 22:00 Uhr. Die 5:00 Uhr Nachrichtensendungen unter der Woche wurden bis zum 23. Dezember 2024 durch SWR3 selbst produziert.
Schwerpunkt der SWR3-Nachrichten ist die überregionale Berichterstattung aus Deutschland und der Welt. Außerdem werden herausragende Ereignisse aus dem Sendegebiet berichtet. Für die einzelnen Meldungen greifen die Redakteure auf die Nachrichtenticker der großen Nachrichtenagenturen wie AFP, AP, dpa und Reuters zurück. Außerdem werden kurze Beitrage, sogenannte Nachrichten‐Minuten, verwendet. Diese werden von ARD-Korrespondenten im ARD-Hauptstadtstudio und den ARD-Auslandsstudios zentral für alle Hörfunkwellen der ARD bereitgestellt. Zusätzlich werden Beiträge von den Reportern des SWR sowie teilweise eigene Beiträge verwendet.
Für die SWR3-Nachrichten arbeiten in der Regel zwei Redakteure. Einer der Redakteure übernimmt ebenfalls das Lesen der Meldungen. Eine Nachrichtensendung hat in der Regel eine Länge von etwa 2,5 Minuten. Eine Besonderheit stellen hierbei die SWR3-Nachrichten um 19:00 Uhr an Wochenenden und Feiertagen da. Diese sind genau 3 Minuten lang und enthalten zusätzlich den Wetterbericht für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sowie eine abschließende Zeitansage. Hierdurch wird der pünktliche Übergang auf das gemeinsame Abendprogramm der ARD-Popwellen um 19:03 Uhr sichergestellt.
Die zentralen Hörfunknachrichten des SWR sind während der Sendungen Pop – Die Abendshow und der ARD-Popnacht genau 3 Minuten lang. Durch die einheitliche Länge können andere ARD-Hörfunkwellen, die das Programm übernehmen, in dieser Zeit eigene Nachrichten senden. Außerhalb der ARD-Popnacht variiert die Länge der zentralen Hörfunknachrichten des SWR leicht.
Montags bis freitags wird um 17:40 Uhr das SWR3-Topthema, ein planmäßiger Beitrag über ein festgelegtes Thema, gesendet. Seit dem Wegfall der Sendung Topthemen am Mittag im September 2022 wird das SWR3-Topthema zusätzlich mittags um 12:15 Uhr gesendet.
Verkehrsinformationen Das „SWR3-Verkehrszentrum“ berichtet jede halbe Stunde über die Verkehrslage im UKW-Sendegebiet und den angrenzenden Gebieten. Sogenannte „SWR3-Staumelder“ – registrierte Hörer – können Verkehrsstörungen melden, die noch nicht anderweitig gemeldet wurden. Während Pop - die Abendshow und der ARD-Popnacht werden Verkehrsmeldungen aus den Sendegebiet aller übernehmenden Sender gesendet. Es wird dann auch nur generisch als „Verkehrszentrum“ bezeichnet.
Die Verkehrsmeldungen werden montags bis freitags von 6:00 Uhr bis 12:00 Uhr von speziellen Verkehrsredakteuren verlesen. An Tagen mit erwartet hohem Verkehrsaufkommen wird bis 19:00 Uhr ein spezieller Verkehrsredakteur eingesetzt. Außerhalb dieser Zeit liest der jeweiligen Moderator der Sendung die Verkehrsmeldungen.
Seit 3. März 2026 werden in den Abend- und Nachtsendung Sprachsynthesizer verwendet um Wetter und Verkehrsmeldungen zu verlesen. Die Sendungen werden von anderen ARD-Anstalten übernommen. Durch dieses Vorgehen werden die Wetter- und Verkehrsmeldungen für jede Welle individuell ausgestrahlt. Die Meldungen werden weiterhin von Redakteuren erstellt. Ein Algorithmus sorgt dafür, dass Wetter und Verkehrsmeldungen auf allen Wellen gleich lang sind. Dies geschieht beispielsweise dadurch, dass auf einer Welle der Hinweis auf die Studio-Hotline länger ist oder bei einer anderen Welle gänzlich fehlt. Das Vorgehen ist für den Zuhörer transparent, da am Anfang der Meldungen jeweils darauf hingewiesen wird. Die ARD bezeichnet das Vorgehen als Künstliche Intelligenz. Die verwendeten Stimmen stammen von zwei Mitarbeitern des SWR.
ARD-Popnacht
Die Pop- und Servicewellen der ARD senden seit dem 23. Dezember 1985 ein gemeinsames Nachtprogramm. Seit dem 1. Januar 1990 trägt dieses Nachtprogramm den Namen ARD-Popnacht. Bis 2011 waren je nach Wochentag unterschiedliche ARD-Hörfunkwellen für das Nachtprogramm verantwortlich.
SWR3 sendet seit dem Sendestart 1998 ein eigenes Nachtprogramm und übernahm die ARD-Popnacht nie. Jedoch gestaltete SWR3 die ARD-Popnacht in den Nächten auf Samstag und Sonntag sowie einzelne Nächte unter der Woche. In diesen Nächten gab SWR3 sein Nachtprogramm im Rahmen der ARD-Popnacht an andere ARD-Hörfunkwellen ab.
Die ARD änderte 2010/2011 das Modell der gemeinsamen Nachtprogramme. Fortan ist für jedes Gemeinschafts-Nachtprogramm nur noch ein Sender verantwortlich. Bei der ARD-Popnacht ist das seit dem Januar 2011 SWR3. Dabei ist die Sendung „Luna“ (0:03 Uhr bis 5:00 Uhr, am Wochenende bis 6:00 Uhr) jede Nacht auf vielen ARD-Popwellen zu hören. Für die übernehmenden Hörfunkwellen werden seit 2018 jedoch neutrale Jingles ohne Nennung des Sendungsnamens ausgespielt.
Empfangswege Hörfunk mini|UKW-Frequenzen von SWR3. (Stand: 2010) SWR3 kann terrestrisch analog über UKW flächendeckend in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in entsprechender Regionalisierung empfangen werden.
Digital wird der Sender nahezu flächendeckend über DAB+ im Sendegebiet verbreitet: Kanal 8A, 8D und Kanal 9D in Baden-Württemberg, Kanal 11A in Rheinland-Pfalz. In Baden-Württemberg wird dabei die überregionale Version verwendet.
Des Weiteren kann SWR3 über DVB-S, DVB-C und Internetradio empfangen werden.
Siehe auch: Sendeanlagen des SWR und Liste von Sendeanlagen in Rheinland-Pfalz.
Regionalisierung
Nach dem Sendestart 1998 wurden in den ersten Jahren neben dem Zentralprogramm auch längere sogenannte „Metro-Fenster“ gesendet. Diese umfassten an Werktagen zwischen einer (Metro Rhein-Neckar aus Heidelberg, Metro Rhein-Main aus Mainz) und sieben Stunden (Metro Stuttgart). Sie wurden über einzelne UKW-Frequenzen in den Ziel-Ballungsgebieten ausgestrahlt, Metro Stuttgart daneben auch über Satellit (ADR). Die übrigen UKW-Frequenzen übertrugen weiterhin das überregionale Programm aus Baden-Baden. Im September 2002 wurden die moderierten Strecken aus den Regionalstudios eingestellt.
Jedoch gibt es weiterhin Regionalprogramm, hierbei handelt es sich aber nur um kurze Features wie Wetterberichte. Außerdem werden teilweise regionalisierte Jingles gesendet. Die vier Regionen werden im Programm von SWR3 wie folgt bezeichnet: von der Alb übers Allgäu bis zum Bodensee (früher: von der Alb bis zum Bodensee), in Jingles auch: für Baden-Württemberg und Bayern Baden, die Pfalz und Rhein-Neckar (früher: die Pfalz und Baden), in Jingles auch: für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz, das Rheinland und Rhein-Main (früher: Rheinland-Pfalz und das Rheinland), in Jingles auch: fürs Rheinland, die Pfalz und Rhein-Main Württemberg, von der Alb bis zum Main (früher: Württemberg) Bis 2024 wurden ebenfalls regionalisierte Veranstaltungshinweise gesendet.
Via Internetradio, DVB-S, DVB-C und DAB+ ist stattdessen überregional die Rede von: SWR3-Land: vom Rheinland bis zum Bodensee
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