mini|Johannes Uhl vor dem Zentrum Kreuzberg (NKZ), 2017 mini|Zentrum Kreuzberg (NKZ), 1969–1974 mini|hochkant|Grabstätte auf dem Friedhof Grunewald

Johannes Maria Uhl (* 25. Mai 1935 in Sankt Ingbert; † 10. Februar 2018 in Berlin) war ein deutscher Architekt, Autor und Hochschullehrer. Seine bekannteste Planung ist das Neue Kreuzberger Zentrum (NKZ) am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg. Er war von 1971 bis 2015 Professor für Architektur an der Universität Stuttgart.

Leben Am Jesuitenkolleg Stella Matutina Feldkich machte Uhl 1955 das Abitur. Er begann ein Architekturstudium an der Technischen Universität München, wo er auch Vorlesungen bei Romano Guardini und Hans Sedlmayr hörte. 1957 zog er nach Berlin, wo er sein Studium an der Technischen Universität Berlin bei Bernhard Hermkes fortsetzte. Von 1963 bis 1969 war er Assistent an der Technischen Universität Berlin bei Oswald Mathias Ungers.

1970 wurde er an die Fakultät 1 der Universität Stuttgart berufen. Von 1971 bis 2015 war Uhl Professor für Architektur an der Universität Stuttgart und machte mit seinen Studenten regelmäßig Exkursionen nach Berlin. 1976 führte er mit seinem 1960er Cadillac Sedan DeVille einen Autokorso zu einer Exkursion nach Klein-Glienicke an.

Uhl war Experte für Karl Friedrich Schinkel und Peter Behrens. Zudem war er ein ausgezeichneter Zeichner und gab begehrte Kurse in Aktzeichnen. 2014 würdigte die Architekturgalerie am Weißenhof in Stuttgart seine außergewöhnlichen Grafiken in der Ausstellung „Über die Zeichenhaftigkeit der Skizze“.

Seine letzte Ruhestätte fand Johannes Uhl auf dem Friedhof Grunewald in Berlin (Reihe 2/31).

Werk Ausgeführte Bauten (Auswahl) Parallel zu seiner Lehrtätigkeit in Stuttgart betrieb Uhl seit 1970 ein Architekturbüro in Berlin.

Berühmt wurde er mit dem Neuen Kreuzberger Zentrum, einem Wohnkomplex mit über 300 Wohnungen am Kottbusser Tor, das er mit Werner Jokisch plante. Generell war er intensiv im Wohnungsbau, aber auch im Industriebau tätig. 1968–1971, 1973–1975: Seniorenwohnhaus am Schlosspark Charlottenburg, Spandauer Damm (Erweiterungsbau 1970er Jahre mit Michael Klewer) 1969–1974: Neues Kreuzberger Zentrum (NKZ) in Berlin-Kreuzberg (mit Wolfgang Jokisch) 1974: Wohnbebauung Bernauer Straße 149 in Berlin-Tegel (mit Michael Klewer) 1976: Wohnanlage Siemensstraße 12 und 15 in Berlin-Moabit (mit Hasso von Werder, Uwe Pompinon und Klaus Beyersdorff) 1976–1980: Koordination der Planung der Wohnanlage Ritterstraße-Süd, genannt Konzepta in Berlin-Kreuzberg 1979–1980: Wohnhaus Fuldastraße 21 in Berlin-Neukölln (mit Wolfgang Müller) 1980–1981: Wohnhäuser Pommersche Straße 14 und 14a in Berlin-Wilmersdorf 1980–1982: Mehrfamilienvilla Rheinbabenallee 23 in Berlin-Grunewald 1981–1982: Wohnhäuser Letteallee 75–85 in Berlin-Reinickendorf 1981–1985: Wohn und Geschäftshaus Gussek-Haus Haubachstraße 33 in Berlin-Charlottenburg 1982–1983: Wohnhäuser Lynarstraße 2/2a in Berlin-Wedding 1983–1986: Wohnhaus Reichenberger Straße 108 in Berlin-Kreuzberg Um 1990: Hotel und Geschäftshaus Hasenheide 14/15 in Berlin-Kreuzberg 1995: Logistikzentrum der Firma Möbel Hübner in Ahrensfelde

Publikationen (Auswahl)

Zeichnen und bauen - building and drawing, Berlin 1987, ISBN 3-88531-054-6.

Industrie- und Gewerbebauten aus Stahl, Augsburg 1998, ISBN 978-3-8277-1698-9. Zeichnen und Entwerfen. Eine Kompositionslehre in Strichfolgen. Nicht nur für Architekten, Basel 1998, ISBN 978-3-7643-5926-3.

Grafisches Werk

Weblinks

Gebaute Bewegung. 2014. Film von Knut Klaßen, Carsten Krohn und Karsten Schubert über Johannes Uhl KOBUTO 2016 Film, Publikation und digitale Karte von Peter Behrbohm und Masen Khattab ist ein Porträt Johannes Uhls, des Neuen Kreuzberger Zentrums sowie seines Cadillac Sedan DeVille gleichen Baujahrs. Die Website zeigt eine Vielzahl der originalen Entwurfszeichnungen des Projekts, die von Johannes Uhl stets mit KOBUTO (KOttBUsserTOr) betitelt sind.

Einzelnachweise

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