Japenzin ist seit dem 7. Juni 2009 ein Ortsteil der Gemeinde Spantekow im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern.

Geografie und Verkehr

mini|Feldsteinkirche in Japenzin

Japenzin liegt südlich der Bundesstraße 199 an der Grenze zwischen Vorpommern und Mecklenburg. Die Stadt Anklam liegt etwa 20 Kilometer nordöstlich. Die Bundesautobahn 20 ist über die Anschlussstelle Anklam in rund zehn Kilometern Entfernung zu erreichen. Den Süden der Gemarkung durchfließt der Große Landgraben. Die Linie 212 der Anklamer Verkehrsgesellschaft stellt wochentags eine Busverbindung in die Kreisstadt Anklam her. Nächster Bahnanschluss ist der Bahnhof Anklam an der Strecke Stralsund – Berlin.

Geschichte Japenzin wurde im Jahr 1292 erstmals als Iapentzin urkundlich erwähnt. Erst ab 1301 wird für den Ort die Schreibung mit J eingeführt, aber noch länger tauchen verschiedene Schreibweisen auf. Die Herkunft des slawischen Namens wird von einem Personennamen, aber auch vom Wortstamm mit offenbaren oder wachen vermutet.Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 55

Japenzin ist von der Form her ein Angerdorf mit Kirchhof und Kirche im Mittelpunkt und einer Ringstraße. Von der Funktion her war es ein in Vorpommern eher seltenes Bauerndorf mit Dreiseithöfen um den Anger, aber auch mehreren Siedlungshöfen außerhalb des Dorfes, die sogenannten Abbaue. Dazu kamen 3 Windmühlen, von denen aber nur noch eine als Relikt vorhanden ist, weil sie einen gemauerten Unterbau hat.

Zeitgleich mit den Kommunalwahlen am 7. Juni 2009 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Japenzin und Drewelow nach Spantekow eingemeindet.StBA: Gebietsänderungen vom 02. Januar bis 31. Dezember 2009 Ortsteile der ehemaligen Gemeinde waren: Japenzin und Rehberg

Chronologie Zeit EreignisMärz 1301 Erste urkundliche Erwähnung des Ortes Japenzin1. Februar 1475 Erste Urkundliche Erwähnung Rehbergs1533 Japenzin gehört zur Begüterung Spantekow1567 Die Kirche in Japenzin ist eine Tochterkirche zu Iven1667 Der Turm der Kirche wurde mit Holz erneuert1729 Die Leibeigenschaft wurde aufgehoben1759 Japenzin ist ein adliges Dorf2. Juli 1781 Durch ein Gewitter werden zwei Bauernhöfe in Japenzin zerstört1810 Die Bauern von Japenzin sind frei von der Gutsuntertänigkeit Spantekows1821 Die Schule wird gebaut.1835 Japenzin besitzt 33 Häuser und 319 Einwohner9. Dezember 1852 Die niederdeutsche Schriftstellerin und Heimatdichterin Pauline Kroß wird in Japenzin geboren7. Juli 1856 Ausschluss Japenzins aus der Schwerinsburger Linie13. Juli 1856 Graf Viktor von Schwerin auf Schwerinsburg erwarb Japenzin1861 In Japenzin existieren zwei Windmühlen1874 Exzellenz Albert Julius Graf von Ziethen–Schwerin kauft Japenzin,2. Juni 1902 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Japenzin1. Dezember 1910 Laut Gemeindeverzeichnis 1900 hat Japenzin 389 Einwohner1912 Die Ländliche Spar- und Darlehnskasse in Japenzin eröffnet1918 Japenzin und Rehberg beklagen 12 Gefallene des Ersten Weltkriegs1928 Ein Turnverein wird in Japenzin gegründet21. Dezember 1929 Die Schriftstellerin Anita Heiden-Berndt wird in Japenzin geboren1. Mai 1935 Übergabe der neu angelegten Chaussee29. April 1945 Besetzung Japenzins durch die Rote Armee2. September 1945 Japenzin hat 1012 Einwohner30. Dezember 1952 10 Männer und 9 Frauen gründeten die LPG „Neuer Weg“1953 Rehberg wird angegliedertMai 1953 Die LPG hatte 39 Mitglieder1954 Bauern aus Rehberg schließen sich der LPG Japenzin an1. April 1960 Übergabe des MTS-Stützpunktes7. April 1996 Glockeneinweihung mit feierlichem Gottesdienst7. Juni 2009 Eingliederung der Gemeinde Japenzin in die Gemeinde SpantekowOktober 2009 Der Dorfteich wird ausgebaggert und saniertFrühjahr 2011 Die neue Asphaltstraße nach Rebelow wird fertiggestellt und übergebenDezember 2012 Die mittlere Glocke („Cobrower“ Glocke) bekommt einen automatischen Motor zum Läuten

Sportvereine In Japenzin besteht der Sportverein SV 95 Japenzin.

Persönlichkeiten Pauline Scherping (1852–1932), deutsche Heimatdichterin Anita Heiden-Berndt (1929–2005), deutsche Schriftstellerin und Hörspielautorin

Sehenswürdigkeiten Kirche Japenzin (um 1300)

Literatur Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. Monika Albrecht: "Paul Kossack 1911 - 1985", Heimatkalender Anklam 1986 S. 14 Paul Kossack: "Aus der Geschichte Japenzins", Heimatkalender Anklam 1988 S. 58 Marcel Anterhaus: "Japenzin – ein kleiner Ort im Altkreis Anklam", Heimatkalender Anklam 2017 S. 105

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Vorpommern-Greifswald Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Vorpommern-Greifswald) Kategorie:Geographie (Spantekow) Kategorie:Ort in Pommern Kategorie:Ersterwähnung 1292 Kategorie:Gemeindeauflösung 2009