mini|hochkant|Karl-August Keil, Oberwolfach 1981 Karl-August Keil (* 11. Oktober 1925 in Lindau im Bodensee; † 14. Juni 2021) war ein deutscher Mathematiker. Von 1952 bis 1988 unterrichtete er die Fächer Mathematik, Physik und Astronomie am Gymnasium bei St. Anna in Augsburg. Er verfasste zahlreiche Schriften, insbesondere mathematische Unterrichtswerke, aber auch Beiträge zur Astronomie und zur Schulgeschichte.
Leben und Wirken Nach dem frühen Tod des Vaters zog die Familie 1928 von Lindau nach Augsburg. Im Mai 1943 erhielt Keil als 17-Jähriger vorzeitig das Abitur am humanistischen Gymnasium bei St. Anna und wurde gleich darauf zum Arbeitsdienst mit anschließendem Kriegsdienst in Frankreich und an der Ostfront eingezogen. Im Juni 1945 wurde er aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft entlassen und nahm im Wintersemester 1945/46 das Studium der Mathematik und Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München auf. Bereits im Herbst 1946 verfasste Keil als Hilfsassistent Skripte zu Vorlesungen von Oskar Perron und Eberhard Hopf. 1947/48 absolvierte er ein Auslandsjahr an der Universität Bern. Nach den Staatsexamina (1. Examen 1950; 2. Examen 1951 in Augsburg) unterrichtete er zunächst an Privatschulen (u. a. am Anna Barbara von Stettenschen Institut Augsburg), bevor er im Herbst 1952 eine Planstelle am Gymnasium bei St. Anna erhielt.
Dissertation Parallel zu seinem Referendariat erarbeitete Keil eine Dissertation mit dem Titel Das qualitative Verhalten der Integralkurven einer gewöhnlichen Differentialgleichung erster Ordnung in der Umgebung eines singulären Punktes, mit der er am 29. Juli 1952 bei Oskar Perron promoviert wurde.
Sternwarte Als in den 1960er Jahren im Zuge steigender Schülerzahlen die Pläne für den 1967 bezogenen Neubau an der Schertlinstraße reiften, konnte Keil sich mit seinen Plänen für eine Sternwarte durchsetzen. Die auf dem Flachdach errichtete Beobachtungskuppel mit 4,5 m Durchmesser besitzt ein elektrisch aufklappbares Dachsegment, das dem Hauptinstrument, einem 20 cm Coudé-Refraktor, freien Blick zum Sternenhimmel gewährt. Fernrohr wie Kuppeldach lassen sich hierbei automatisch nachführen. Daneben steht ein abgegrenzter Dachbereich für Außenbeobachtungen, etwa mit einer zur ursprünglichen Ausstattung gehörenden 8-Zoll-Schmidt-Kamera für fotografische Deep-Sky-Beobachtungen, zur Verfügung.
Zentralstelle für Computer im Unterricht Ab 1969 war Keil zudem Leiter der neu gegründeten Zentralstelle für Programmierten Unterricht, die dem Anna-Gymnasium angegliedert wurde. In den 1970er Jahren wurde sie in Zentralstelle für Computer im Unterricht umbenannt, war zunächst für die Unterstützung der bayerischen Gymnasien, später für alle Schularten zuständig und wurde mit Keils Pensionierung zu einer eigenständigen Einrichtung.
Familie mini|Inge und Karl-August Keil, Oberwolfach 1981 Am 19. August 1953 heiratete er die Mathematikerin und spätere Astronomiehistorikerin Inge Keil.Traueranzeige Inge Keil, Augsburger Allgemeine vom 23. Juli 2010 Das Paar hat mehrere Kinder.
Schriften (Auswahl) (zbMATH 0064.33502; Mathematical Reviews 16#1023b)
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Einzelnachweise
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