Die Bahnstrecke Poinson-Beneuvre–Langres war eine 46,5 km lange, eingleisige Bahnstrecke in Frankreich. Sie stellte eine Querverbindung zwischen zwei von Paris ausgehenden, nach Süden gerichteten Bahnstrecken dar, der Bahnstrecke Saint-Julien–Gray im Westen und der Bahnstrecke Paris–Mulhouse, die sich 114 bzw. 131 km weiter nördlich im Bahnhof Troyes voneinander trennen. Sie wurde nur bis 1963 betrieben, 1967 bzw. 1975 stillgelegt und mit dem Bau der Autobahntrasse der A 31 Anfang der 1980er Jahre endgültig zerschnitten.
Geschichte Am 31. Dezember 1875 unterzeichneten der Minister für öffentliche Arbeiten und die Bahngesellschaft Chemins de fer de l’Est (EST) einen Vertrag über den Bau und Betrieb dieser Strecke, für die von Anfang an auch Personenverkehr vorgesehen war.Loi qui déclare d’utilité publique plusieurs chemins de fer et approuve la convention passée avec la Compagnie des chemins de fer de l’Est pour la concession desdits chemins de fer. Bulletin des lois de la République Française, Paris, 31. Dezember 1875, Nationaldruckerei, Jg. XII, Band 11, Nr. 286, S. 1301–1310.
Die Strecke wurde am 1. September 1883 in Betrieb genommen. Vom 1. Januar 1934 bis zum 1. Dezember 1963 wurde sie im Rahmen eines Pachtverhältnisses (Affermage) durch die Société générale des chemins de fer économiques (SE) betrieben.
Zum 1. April 1955 wurde der Reiseverkehr und zum 1. Dezember 1963 der Güterverkehr eingestellt.Réseau principal: Poinson-Beneuvre Langres, Archéologie ferroviaire Die Entwidmung der Strecke fand in zwei Abschnitten statt: am 19. Oktober 1967 der längste Abschnitt Poinson-Beneuvre–Langres-Bonnelle (BK 280,677 bis 319,945), am 24. Februar 1975 der verbliebene, etwa sechs Kilometer lange Stummel innerhalb des Stadtgebietes von Langres: Langres-Bonnelle – Langres (BK 319,945 bis 325,955). In den 1930er Jahren wurde auf dieser Strecke – wie auch auf den umliegenden Strecken – das Telegrafennetz eingerichtet.Patricia Perru: Traversées électriques aériennes Ajout à votre panier, auf: Haute Marne le Département, Archives départementales de la Haute-Marne 2014.
Ab 1931 wurden auf dieser Strecke von dem Reifenproduzenten Michelin Triebwagen in leichter Bauweise, die sogenannten Micheline, Typ 11, getestet. Sie boten 24 Sitzplätze und ähnelte einem Omnibus mit 5 Starrachsen. Nach einer Entgleisung in den Wäldern von Aujeurres 1941 wurden diese Versuche eingestellt.Bernard Sanrey: Les michelines, Haute-Marne: une histoire de trains, épisode I, 27. November 2019.
Einzelnachweise
Kategorie:Bahnstrecke in Grand Est Kategorie:Bahnstrecke in Bourgogne-Franche-Comté