Das Amtsgericht Sayda war ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit und ein Amtsgericht in Sachsen mit Sitz in Sayda.

Geschichte In Sayda bestand bis 1879 das Gerichtsamt Sayda als Eingangsgericht. Im Rahmen der Reichsjustizgesetze wurden 1879 im Königreich Sachsen die Gerichtsämter aufgehoben und Amtsgerichte, darunter das Amtsgericht Sayda, geschaffen. Der Gerichtssprengel entsprach dem Sprengel des Gerichtsamtes und umfasste folgende Ortschaften:Sächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt von 1879 S. 284–285, Digitalisat

Sayda (mit Heidengut) Brüderwiese Cämmerswalde Clausnitz (mit Neuclausnitz) Deutscheinsiedel Deutschgeorgenthal Deutschkatharinenberg Deutschneudorf Dittersbach Dittmannsdorf bei Sayda Dörnthal Dorfchemnitz (mit Neudörfel) Frauenbach Friedebach (mit Haingut) Hallbach Heidelbach (mit Glashütte) Heidelberg Heidersdorf (mit Mörtelgrund, Haingut, Eisenzeche und Folge) Hirschberg Hutha Kleinneuschönberg Neuhausen Neuwernsdorf Niederneuschönberg Niederseiffenbach (mit Lässigherd) Oberneuschönberg Oberseiffenbach (mit Oberlochmühle) Pfaffroda Pilsdorf Purschenstein (mit Zuckerhof) Rauschenbach (mit Schaarschuchhaus) Reukersdorf Schönfeld Seiffen Ullersdorf Voigtsdorf (Ober- und Nieder-) Wolfsgrund Zethau das Einsiedeler und Hirschberger Forstrevier Das Amtsgericht Sayda war eines von 15 Amtsgerichten im Bezirk des Landgerichtes Freiberg. Der Amtsgerichtsbezirk umfasste danach 25.795 Einwohner. Das Gericht hatte zwei Richterstellen und war damals ein mittelgroßes Amtsgericht im Landgerichtsbezirk.Carl Pfafferoth: Jahrbuch der deutschen Gerichtsverfassung. 1888, S. 422 online

Im Jahre 1895 wurde das Amtsgericht Olbernhau gebildet, an welches dass Amtsgericht Sayda folgende Ortschaften abgab:Bestand 30129 Amtsgericht Olbernhau im Staatsarchiv Leipzig Deutscheinsiedel mit Brüderwiese und Hammerwerk Deutschneudorf mit Fuchsleithenberg, Mühlberggasse, Salzweg, Wetzelhübel und Wolfgasse Deutschcatharienenberg Hallbach mit Hölle und Hutha Kleinneuschönberg Niederneuschönberg Niederseiffenbach mit Lässigheerd Glöckner-, Neu- und Niederlochmühle Seiffner Grund Hirschberg Oberneuschönberg mit Eisenzeche und Zechenmühle Oberseiffenbach mit Oberlochmühle Reukersdorf Hirschberger Forstrevier . Mit den Durchführungsbestimmungen zur Vereinfachung der Gerichtsorganisation im Land Sachsen vom 28. Mai 1951 zur Verordnung vom 5. Mai 1951 wurde das Amtsgericht Sayda zum Zweiggericht und nur noch für die freiwillige Gerichtsbarkeit zuständig.Durchführungsbestimmungen zur Vereinfachung der Gerichtsorganisation im Land Sachsen vom 28. Mai 1951 zur Verordnung vom 5. Mai 1951; in: Gesetz- und Verordnungsblatt Land Sachsen, S. 256. Mit dem Gerichtsverfassungsgesetz vom 2. Oktober 1952 wurde das Amtsgericht Sayda in der DDR aufgehoben und das Kreisgericht Brand-Erbisdorf an seiner Stelle eingerichtet. Gerichtssprengel war nun der Kreis Brand-Erbisdorf.

Gerichtsgebäude mini|Ehem. Gerichtsgebäude Das Amtsgericht nutzte das 1851 errichtete Gebäude des Gerichtsamtes (Pfarrgasse 1). Der stattliche Bau steht auf Grund seiner Nutzungsgeschichte und großer ortshistorischer Bedeutung, im Kontext zur Kirche auch von städtebaulichem Wert, unter Denkmalschutz. Er wird heute als Altenheim genutzt.

Siehe auch Gerichte in Sachsen 1879 bis 1945 Liste der Gerichte des Freistaates Sachsen Liste der Kulturdenkmale in Sayda

Einzelnachweise

Sayda Kategorie:Geschichte (Landkreis Mittelsachsen) Kategorie:Sayda Kategorie:Organisation (Landkreis Mittelsachsen) Kategorie:Gerichtsgründung 1879 Kategorie:Aufgelöst 1952