Gottfried von SparrJohann Friedrich Gauhe: Sparr, in ders.: Des Heil. Röm. Reichs Genealogisch-historisches Adels-Lexicon, Darinnen die älteste und ansehnlichste adeliche, freyherrliche und gräfliche Familien nach ihrem Alterthum, Ursprunge, Vertheilungen in unterschiedene Häuser [et]c. nebst den Leben derer daraus entsprossenen berühmtesten Personen, insonderheit Staats-Minister ... mit bewährten Zeugnissen vorgestellet werden, Teil 2, Leipzig: Gleditsch, 1740, Spalten 2366–2370; hier: Sp. 2369; Google-Books (auch: Godfried von SparrenHannoversche Geschichtsblätter, Bde. 3–4, S. 100; und Gottfried von SparrenHeinrich Bünting, Johannes Letzner, Philipp Julius Rehtmeyer (Text), Gottfried Wilhelm Leibniz (Mitarb.): Braunschweig-Lüneburgische Chronica, Oder: Historische Beschreibung Der Durchlauchtigsten Herzogen zu Braunschweig und Lüneburg ..., Braunschweig: In Verlegung Detleff Detleffsen. Gedruckt bey Arnold Jacob Keiteln, 1722, S. 1679; Google-Books und Gottfried von SparreHector Wilhelm Heinrich Mithoff: Kunstdenkmale und Alterthümer im Hannoverschen, Bd. 1: Fürstenthum Calenberg, Hannover: Helwingsche Hofbuchhandlung, 1871, S. 69; Google-Books geboren 1593 in Greifenberg in Pommern;Dieter Müller-Bruns: Totenschild mit dem Familienwappen des Obristleutnants Gottfried von Sparr, Stadtkommandant der Residenzstadt von Hannover, in: Kleeblatt. Zeitschrift für Heraldik und verwandte Wissenschaften, Heft 1/2012, S. 6; Transkript gestorben 12. Juli 1663 in Hannover) war ein deutscher Militär während des Dreißigjährigen Krieges und anschließend Stadtkommandant von Hannover.Hinrich Hesse: Zerstörte hannoversche Wahrzeichen, in: Hannoversche Geschichtsblätter, Neue Folge Band 8 (1955), S. 241–283; hier: S. 268;

Leben Familie Gottfried von Sparr war ein Abkömmling des adeligen Geschlechtes von Sparr, das sich im 10. Jahrhundert im Jahr 926 im Gebiet der Mark Brandenburg niedergelassen hatte. Er war möglicherweise um 1630 einer von sechs Söhnen des Rudolf von Sparr († 1639).

Gottfried von Sparr war Vetter des kurbrandenburgischen Feldmarschalls Otto Christoph von Sparr.Amtsblatt der Norddeutschen Postverwaltung, 1871, S. 166;

Er war der Schwiegersohn einer in der Altstadt von Hannover wohnenden von Knigge. Nachdem er einige Zeit Quartier bei dem dann verstorbenen Joachim Brauer gefunden hatte, wollte er übergangsweise im Hause seiner Schwiegermutter unterkommen, um sich mit einem vom Rat der Stadt Hannover erbetenen Darlehen eine eigene Unterkunft zu erwerben.

Gottfried von Sparr war der Vater des kurpfälzischen Generalmajors Franz Rudolph von Sparr.

Werdegang

mini|Um 1830: Die ehemalige Sparrenberg-Bastion an der Georgstraße mit der Erbzinsmühle; sie wich dem 1845 begonnenen Bau des Hoftheaters am heutigen Opernplatz;Gouache nach den Kindheitserinnerungen von August Voigt-Fölger, um 1900, Historisches Museum Hannover

Gottfried von Sparr wirkte in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts als Obrist-Wachtmeister und wurde „bei der Schilderung des 30jährigen Krieges“ mehrfach als einer der Beteiligten erwähnt. Er stand im Juli 1632 im Rang eines Kapitäns in den Diensten des Königs von Schweden Gustav Adolf.Mittheilungen des Vereins für Geschichts- und Alterthumskunde zu Kahla und Roda, Bd. 4 (1894), S. 37f.; und fand in der Hannoverschen Chronik Erwähnung in den Jahren 1643, 1644 und 1646.

Im Zeitraum von 1647 bis 1663 verfasste von Sparr mindestens acht Briefe an den Generalfeldmarschall Jobst Hilmar von Knigge, die sich bis heute erhalten haben. Darin schrieb von Sparr neben tagesaktuellen und politischen Ereignissen unter anderem über Familiäres, die „Jungfer Catarina“ und den Verwalter des Gutes in Leveste, Gottfried von Heister (1609–1679).Angaben nebst Inhaltsangaben über den Kalliope-Verbund

Nach dem Zustandekommen des Westfälischen Friedens wurde Oberst von Sparr 1649 zum Kommandanten der Residenzstadt Hannover ernannt.

1661 ordnete von Sparr als Teil der Stadtbefestigung Hannovers den Bau eines neuen Außenwerkes zur Verteidigung gegen zukünftige Überfälle an. 1661 ließ er unter Zuhilfenahme von Soldateska und mittels von der Stadt gezahlten 1000 Thalern den „Sparren-Berg“ oder „Sparrenberg“ „bey dem neuen Hause an den Wall“ errichten; die „Sparrenberg-Bastion“, auf der seinerzeit auch die hannoversche Mühle ihren Standort fand.

Totenschild mit Wappen Zur Erinnerung an den 1663 Verstorbenen wurde sein im selben Jahr geschaffener Totenschild mit seinem Familienwappen geschaffen. Das mit Malereien verzierte und mit Schnitzwerk versehene „Vollwappen mit Helm, Helmdecke und Helmzier“ des pommerschen Adligen „ist von Waffen aller Art sowie von acht Ahnenwappen“ umgeben. Es findet sich im Bödekersaal der Marktkirche von Hannover.

Archivalien Archivalien von und über Gottfried von Sparr finden sich beispielsweise in Form von acht Briefen von von Sparr an Jobst Hilmar von Knigge aus dem Zeitraum von 1647 bis 1663; erhalten in der Autografensammlung Kestner in der Universitätsbibliothek Leipzig.

Weblinks Bernd Warlich: Sparre, Gottfried von, Quellenauswertungen auf der Seite 30jaehrigerkrieg.de Foto des Totenschildes mit dem Familienwappen von von Sparr auf der Seite des Heraldischen Vereins „Zum Kleeblatt“ Briefe von von Sparr an Jobst Hilmar von Knigge

Einzelnachweise

Gottfried Kategorie:Adliger Kategorie:Militärperson im Dreißigjährigen Krieg (HRR) Kategorie:Person (Hannover) Kategorie:Mitte (Hannover) Kategorie:Geboren 1593 Kategorie:Gestorben 1663 Kategorie:Mann