mini|Jean Ernest de Beurmann mini|hochkant|Grab von Jean Ernest de Beurmann
Jean Ernest de Beurmann, gelegentlich Jean-Ernest de Beurmann (* 25. Oktober 1775 in Straßburg, Département Bas-Rhin; † 10. Oktober 1850 in Toulon, Département Var) war ein französischer Général de brigade.
Leben Beurmann war der jüngste Sohn des Offiziers Conrad August de Beurmann und dessen Ehefrau Marie Catherine Kübleber. Seine älteren Brüden waren General Frédéric Auguste (1777–1815) und Lieutenant Colonel Pierre Frédéric de Beurmann.
Beurmann begann seine militärische Karriere als Soldatenkind. Mit Wirkung zum 10. August 1784 wurde er mit neun Jahren in die Armee aufgenommen. Bereits während der Revolution fiel er durch seine Tapferkeit. Das brachte ihm die Beförderung zum Sous-Lieutenant (1790), Lieutenant (1791) und Capitaine (1792) ein. Während der Terrorherrschaft diente er unter verschiedenen Kommandos. Er nahm u. a. an der Belagerung von Mainz und der Belagerung von Maastricht teil. In den Schlachten bei Neerwinden, Hondschoote und Fleurus konnte sich Beurmann durch Tapferkeit auszeichnen.
Am 17. Januar 1798 heiratete Beurmann in Koblenz Marie-Joséphe Sontheim und hatte mit ihr eine Tochter und zwei Söhne. General Lazare Hoche und der Jurist François Joseph Rudler waren dabei als Ehrengäste anwesend. 1799 geriet Beurmann in der Schlacht bei Saint-Julien in Kriegsgefangenschaft. Konsul Napoleon Bonaparte beförderte ihn noch in Gefangenschaft zum Bataillonskommandeur. Nach seiner Freilassung wurde er im elften Jahr des französischen Revolutionskalenders (1802–1803) zum Adjutantenmajor ernannt und war fast zwei Jahre in Toulon stationiert. Für seine Verdienste wurde er zum Offizier der Ehrenlegion ernannt. Anschließend nahm er an den Schlachten bei Ulm, Austerlitz, Jena, Preußisch Eylau sowie an der Eroberung von Lübeck, Heilsberg und Königsberg teil. Überall bewies er außergewöhnliche Unerschrockenheit. Kaiser Napoleon ernannte ihn 1807 zum Kommandeur der Ehrenlegion und 1808 zum Baron des Reiches.
1809 ging Baron von Beurmann nach Spanien und führte ein Korps westfälischer Truppen in den Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel. Bei der Belagerung von Gerona (1809) bewies er herausragende Tapferkeit. Er eroberte das befestigte Kloster Saint-Denis. Beim Angriff auf die Festung Mont-Saint-Jean führte er drei Angriffe. Zum Stabschef ernannt, zeichnete er sich erneut bei der Belagerung von Figueres aus. Am 23. Oktober 1811 verlieh ihm der Kaiser den Rang eines Général de brigade.
Nach dem Frieden von Fontainebleau 1814 und der Abdankung Napoleons blieb Beurmann im Stab von General Charles Pierre François Augereau in Lyon. Nach Napoleons Flucht von der Insel Elba und dessen anschließender Herrschaft der Hundert Tage unterstützte Beurmann den Kaiser nicht, sondern wurde zum Parteigänger König Ludwig XVIII. Während der Restauration blieb er ebenfalls den Bourbonen treu.
Während und nach der Julimonarchie galt Beurmann als Anhänger des Bürgerkönigs Louis-Philippe I. Er ließ sich in Toulon nieder und fungierte dort zwischen 1840 und 1846 als Bürgermeister. Anschließend übernahm er keine militärischen oder politischen Ämter und zog er sich ins Privatleben zurück. Er starb zwei Wochen vor seinem 75. Geburtstag in Toulon und fand dort auf dem Cimetière Central seine letzte Ruhestätte.
Ehrungen 5. Februar 1804 Ritter der Ehrenlegion 14. Juni 1804 Offizier der Ehrenlegion 11. Juni 1807 Commandeur der Ehrenlegion 16. September 1808 Baron de l’Émpire 1808 Militärverdienstorden 24. Dezember 1837 Großoffizier der Ehrenlegion Sein Name findet sich am westlichen Pfeiler (39. Spalte) des Triumphbogens am Place Charles de Gaulle (Paris)
Literatur David G. Chandler: The campaigns of Napoleon. Weidenfeld, London 1993, ISBN 0-297-81367-6 (Nachdruck der Ausgabe London 1966) Jean-Pierre Kintz (Hrsg.): Nouveau Dictionnaire de Biographie Alsacienne, Band 3: Bec à Bic. Fédération des Sociétés d’Histoire et d’Archéologie d’Alsace, Straßburg 1983, ISBN 2-85759-001-6, Seite 207. Charles Mullié: Biographie des célébrités militaires des armées de terre et de mer de 1789 à 1850, Band 1. Poignavant, Paris 1851. Georges Six: Dictionnaire biographique des généraux et amiraux français de la révolution et de l’émpire 1792–1814. Saffroy, Paris 1999, ISBN 2-901541-06-2 (Nachdruck der Ausgabe Paris 1934) Digby Smith: The Greenhill Napoleonic Wars Data Book. Greenhill, London 1998, ISBN 1-85367-276-9.
Weblinks
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