Die Munkbrarupau (dänisch: Brarup ÅKristian Hald: Sydslesvigs stednavne, Bd. 7, Kopenhagen 1948, S. 81) ist ein Bach in den Gemeinden Hürup, Wees, Munkbrarup und Glücksburg im Kreis Schleswig-Flensburg im Norden der Halbinsel Angeln in Schleswig-Holstein. Die Munkbrarupau entspringt in einem kleinen Gehölz wenige Meter südlich der Straße Moorweg zwischen den beiden Ortsteilen Altmaasbüll und Rüllschau der Gemeinde Hürup. Sie mündet nach 10,5 km in Glücksburg in die Schwennau.
Im Digitalem Gewässerkundlichem Flächenverzeichnis (DGFV) des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (LLUR) hat die Munkbrarupau die Gewässernummer 30 im Bearbeitungsgebiet Flensburger Förde mit der Nummer 23. Ihr Einzugsgebiet besteht aus den Teilgebieten mit den Nummern 9611942 und 9611943 und hat eine Größe von 16,53 km².
Verlauf links|mini|Bild 1: Die Munkbrarupau verlässt den Glücksburger Schlossteich Die Quelle der Munkbrarupau liegt in einem ehemaligen Moor mit dem Namen Lundmoor in der Gemeinde Maasbüll. Dieses ist im Zwanzigsten Jahrhundert weitgehend trockengelegt worden. Im Zuge dieser Maßnahmen ist der Bachlauf zwischen Rühlschau und dem Süden des Ortsteils Rosgaard der Gemeinde Wees und dann wieder innerhalb Rosgaards in das Drainagesystem der landwirtschaftlichen Nutzflächen eingebunden worden und an der Oberfläche nur auf kurzen Strecken noch sichtbar. Kurz hinter Rosgaard mündet der erste größere Wasserlauf, der Polldammer Wasserlauf, von rechts in die Munkbrarupau. Danach fließt die Munkbrarupau in einem breiten Tal weiter in Richtung Munkbrarup nach Osten. In der feuchten Senke wendet sich der Lauf Richtung Norden, wo von Osten ein weiterer Bach (Gewässernummer 87) in die Munkbrarupau mündet, der sein Wasser aus dem südlich gelegenen Süderholz bezieht. Nach 200 m verengt sich das Tal auf weniger als 50 m Breite mit beiderseits steilen Böschungen, unterquert am westlichen Ortsrand von Munkbrarup zunächst die Landesstraße L 268 und kurz danach die Bundesstraße B 199. Dahinter wendet sich der Lauf nach Osten in ein schmales bewaldetes Tal. Der bis hierhin kanalisierte Bach mäandriert jetzt frei durch Auen und Laubwäldern in einem Bogen Richtung Norden bis zur Landesstraße L 96. Diese wird vom Bachlauf unterquert. Unmittelbar hinter der Unterquerung verläuft er Richtung Osten parallel zur Landesstraße durch einen versumpften Bruchwald, um nach 500 Metern in den Mühlenteich (auch Rüder See genannt) der Gemeinde Glücksburg zu münden. Der Mühlenteich hat eine Länge von 2 km und staut das Wasser der Munkbrarupau mit einem Wehr an der Schlossallee in Glücksburg auf. Hinter dem Wehr speist das Wasser den Schlossteich des Schlosses Glücksburg. Die Munkbrarupau verlässt den Schlossteich am Westufer durch ein Rohr im Teichwall, siehe Bild 1, fließt durch den Schlosswald und mündet nach 230 Metern in die Schwennau. +Munkbrarupau von der Quelle bis zur Mündung in die SchwennauGewässer-nummerGewässernameAnlagenartLage Lange / BreiteLauflänge in [km]Bemerkung30MunkbrarupauKontrollschacht0Quelle im Bruchwald vom Lundmoor in Maasbüll30MunkbrarupauRohrleitung ⌀ 0,3 m0,06610Unterquerung des Moorwegs30MunkbraruauGraben, 1,5 m tief, mittlere Sohlbreite 0,6 m0,41261oberirdisch mit Buschfaschinen rechts und links30MunkbrarupauRohrleitung ⌀ 0,5 m1,61762Ende der Rohrleitung30MunkbrarupauGraben, 0,6 m tief, mittlere Sohlbreite 0,5 m2,13522oberirdisch bis zur L 9630MunkbrarupauRohrleitung ⌀ 0,5 m / 0,6 m2,63347Rohrleitung durch Rosgaard 30MunkbrarupauGraben, 2 m tief, mittlere Sohlbreite 1,5 m, je 1,5 m Böschung2,89647oberirdisch mit Buschfaschinen rechts und links, Einmündung des Polldammer Wasserlaufes30MunkbrarupauGraben, 2 m tief, mittlere Sohlbreite 3 m7,72Eintritt in den Mühlenteich30Mühlenteich (Rüder See)angestauter Teich9,56Austritt aus dem Mühlenteich30MunkbrarupauRohrleitung9,7Eintritt in den Schlossteich Glücksburger Schloss30Schlossteich Glücksburger Schlossangestauter Teich10,27Austritt aus dem Schlossteich30MunkbrarupauGraben, 2 m tief, mittlere Sohlbreite 1,5 m10,51Mündung in die Schwennau
Einzugsgebiet Die Munkbrarupau wird im Wasserkörper- und Nährstoffinformationssystem Schleswig-Holstein in zwei Wasserkörper unterteilt:
Wasserkörper Munkbrarupau OL mit dem Code ff_03_a für den Oberlauf, Bearbeitungsgebiet Flensburger Förde Wasserkörper Munkbrarupau UL mit dem Code ff_03_b für den Unterlauf, Bearbeitungsgebiet Flensburger Förde Beide Wasserkörper werden vom Wasser- und Bodenverband Munkbrarupau verwaltet.
Munkbrarupau Oberlauf (OL) Der Oberlauf der Munkbrarupau im Wasserkörpersteckbrief stimmt nicht mit dem oben beschriebenen historischen Verlauf überein. Der Wasserkörper Munkbrarupau OL beginnt mit dem Gesamtverlauf des Polldammer Wasserlaufes von dessen Quelle bei Husbymühle () bis zum Eintritt in die Munkbrarupau () und endet mit der Unterquerung der L 268 in Munkbrarup (). +Wasserkörper Munkbrarupau OLGewässer-Nr.GewässernameAnlagenartLage Länge / BreiteLauflänge [km]Bemerkung48Polldammer WasserlaufKontrollschacht0Beginn des Wasserkörpers48Polldammer WasserlaufRohrleitung ⌀ 0,15 m0,16371ohne Gewässereigenschaft48Polldammer WasserlaufRohrleitung ⌀ 0,5 m 1,7721Wasserlauf ab hier oberirdisch48Polldammer WasserlaufGraben, 2 m tief, mittlere Sohlbreite 0,6 m2,31346Wasserlauf ab hier in Rohrleitung48Polldammer WasserlaufRohrleitung ⌀ 0,6 m2,41130Wasserlauf ab hier oberirdisch48Polldammer WasserlaufGraben, 2 m tief, mittlere Sohlbreite 1,5 m5,07Mündung in die Munkbrarupau30MunkbrarupauGraben, 2 m tief, mittlere Sohlbreite 1,5 m6,65Ende des Wasserkörpers Munkbrarupau OL Dieser Wasserkörper verläuft in einem künstlich begradigtem kanalartigem Bachbett oder unterirdisch in den Drainagesystemen der landwirtschaftlichen Nutzflächen und hat eine Länge von 6,5 km Länge.
Munkbrarupau Unterlauf (UL) Der Wasserkörper Munkbrarupau UL der Munkbrarupau beginnt nach der Unterquerung der L 268 in einer Wiese am Fuße des Mühlberges der Windmühle „Hoffnung“ und endet mit der Mündung in die Schwennau. Er hat eine Länge von 6 km. +Wasserkörper Munkbrarupau ULGewässer-Nr.GewässernameAnlagenartLage Länge / BreiteLauflänge [km]Bemerkung30MunkbrarupauGraben, 2 m tief, mittlere Sohlbreite 1,5 m, 0Beginn des Wasserkörpers30MunkbrarupauEinschnitttiefe 0,6 m, mittlere Solbeite 3 m3,2Eintritt in den Mühlenteich30Mühlenteich (Rüder See)angestauter Teich5,03Austritt aus dem Mühlenteich30MunkbrarupauRohrleitung5,18Eintritt in den Schlossteich Glücksburger Schloss30Schlossteich Glücksburger Schlossangestauter Teich5,75Austritt aus dem Schlossteich30MunkbrarupauGraben, 2 m tief, mittlere Solbeite 1,5 m5,98Mündung in die Schwennau
Gewässerökologie und -chemie
Munkbrarupau Oberlauf (OL) Der Wasserkörpersteckbrief der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) weist den Wasserkörper Munkbrarupau OL als „erheblich verändert“ aus. Sein ökologisches Potenzial wird als „mäßig / schlechter als gut“ und sein chemischer Zustand wegen erhöhter Quecksilber- und Nitratgehalte als „nicht gut“ bewertet. Östlich der Unterführung des Polldammer Wasserlaufes an der Straße Ruhnmark befindet sich eine Messstelle für die Nährstoffwerte des Oberflächenwassers mit der Code-Nummer 126520.() Bis zum Jahre 2027 soll der ökologische und chemische Zustand des Gewässers den Wert „gut“ erreichen. Dies soll mit Maßnahmen zur Herstellung der Durchgängigkeit für Fische und eine Vitalisierung des Gewässers erreicht werden.
Munkbrarupau Unterlauf (UL) Der Wasserkörpersteckbrief der BfG weist den Wasserkörper Munkbrarupau UL als „natürlich“ aus. Sein ökologischer Zustand wird als „unbefriedigend“ und sein chemischer Zustand wegen erhöhter Quecksilber- und Nitratgehalte als „nicht gut“ bewertet. Es gibt drei nicht näher beschriebene operative Messstellen. Bis zum Jahre 2027 soll der ökologische und chemische Zustand des Gewässers den Wert „gut“ erreichen. Dies soll mit Maßnahmen zur Herstellung der Durchgängigkeit für Fische und eine Vitalisierung des Gewässers erreicht werden.
Kultur und Tourismus mini|Bild 2: Schloss Glücksburg Der Oberlauf der Munkbrarupau befindet sich weitgehend als Rohrleitung unter der Erde. Die offenen oberirdischen Verläufe sind für Besucher nur punktuell an Brücken und Straßendurchführungen sichtbar. Es gibt keine Wanderwege am Ufer, wie sie bei größeren Flüssen in Form zum Beispiel von Leinpfaden üblich sind. Lediglich an den beiden aufgestauten Teichen, dem Mühlenteich und dem Glücksburger Schlossteich befinden sich Gehwege an deren Ufern.
Sehenswert ist das Wasserschloss Glücksburg mitten im Schlossteich gelegen. Schloss und Schlosspark mit Teich sind tagsüber öffentlich zugänglich. Das Schlossmuseum kann zu den Öffnungszeiten gegen Eintrittsgebühr besichtigt werden.
Infrastruktur Im Bachverlauf gibt es fünf Brückenbauwerke, eine Stauanlage am Mühlenteich und je ein Schöpfwerk am Mühlenteich und am Schlossteich. Letztere erlauben die Teiche bei Bedarf abzupumpen. Im Mühlenteich kann das Wasser in einen Kanal gepumpt werden, der in die Schwennau mündet. Im Schlossteich ist das Pumpwerk am Überlauf der Munkbrarupau angesiedelt.
Weblinks
Bericht zur chemischen Situation der Fließgewässer und Seen in Schleswig-Holstein November 2018, Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Schleswig-Holstein, abgerufen am 18. September 2021. www.gewaesser-bewertung.de LAWA Bund/Länderarbeitsgemeinschaft Wasser, abgerufen am 21. September 2021. Interaktive Karte - Wasserkörpersteckbriefe aus dem 2. Zyklus der WRRL (2016-2021), abgerufen am 21. September 2021.
Einzelnachweise
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