mini|Ute Ritterfeld (2021) Ute Ritterfeld (* 1. Juli 1960 in Heidenheim an der Brenz) ist eine deutsche Logopädin, Diplom-Psychologin und Universitätsprofessorin an der Technischen Universität Dortmund.

Leben Ritterfeld war nach dem Staatsexamen als Logopädin an der Stiftung Rehabilitation Heidelberg von 1983 bis 1989 als Logopädin in verschiedenen Einrichtungen tätig. Zeitgleich absolvierte sie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Studium der Psychologie, das sie 1989 mit dem Diplom abschloss. Von 1989 bis 1996 war sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychologie der Technischen Universität Berlin tätig. Parallel dazu verbrachte sie 1993/1994 als Visiting doctoral student am Department of Psychology der University of Toronto. 1995 wurde sie an der Technischen Universität Berlin im Fach Psychologie mit einer Arbeit zur empirischen Ästhetik promoviert. Von 1996 bis 2004 war sie Hochschulassistentin für Sozial- und Umweltpsychologie an der Universität Magdeburg.

2002 ging Ritterfeld in die USA, wo sie bis 2007 als Professorin für interdisziplinäre Kommunikationsforschung an der Annenberg School for Communication der University of Southern California lehrte. 2004 habilitierte sie sich an der Universität Magdeburg und erhielt die Venia Legendi für Psychologie. Von 2007 bis 2010 war sie Professorin für Medienpsychologie an der Freien Universität Amsterdam mit einer Doppelanbindung in der Psychologie und der Kommunikationswissenschaft. 2010 nahm sie einen Ruf auf die Professur „Sprache und Kommunikation“ an der Fakultät Rehabilitationswissenschaften der Technischen Universität Dortmund an. Bis zum Eintritt in den Ruhestand 2023 leitete sie dieses Fachgebiet und war im Senat der Universität tätig.

Ritterfeld war Vertrauensdozentin der Studienstiftung des Deutschen Volkes und betreut seit dem Eintritt in den Ruhestand weiterhin den akademischen Nachwuchs auf dem Weg zur Professur. Außerdem coacht sie seit 2020 Führungskräfte in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Im Ehrenamt engagiert sie sich für die Sprachförderung bei Kindern mit Migrationshintergrund (Sprache verbindet) und in der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen.

Ute Ritterfeld hat zwei erwachsene Töchter.

Forschungsthemen In ihrer Forschung verband Ritterfeld Fragen der Bildungs- und Gesundheitsförderung, wobei insbesondere Möglichkeiten und Grenzen technologischer Innovation im Mittelpunkt standen. So untersuchte sie zum Beispiel die Nutzung von Videospielen für Bildungsprozesse oder narrativer Medien zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen. Sie wirkte in der Entwicklung von digitalen Applikationen mit, um die Sprechverständlichkeit von Menschen mit Parkinson-Krankheit zu fördern oder Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung frühzeitig zu identifizieren. Außerdem untersuchte Ritterfeld das Sprachförderpotential von Hörspielen sowie kontextuelle Bedingungen von Mehrsprachigkeit. In mehrjährigen Längsschnittstudien erforschte sie zum einen die vorsprachlichen Voraussetzungen für den Spracherwerb und Auswirkungen auf spätere schulische Bildungsprozesse bei ein- und mehrsprachigen Kindern. Zum anderen untersuchte sie Zusammenhänge zwischen sprachlichen Fähigkeiten, dem Arbeitsgedächtnis und mathematischem Lernen. Einige ihrer Arbeiten widmeten sich der physischen Aktivierung und sozialen Inklusion im Alter mithilfe technischer Anwendungen.

Ritterfelds Forschung wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Europäischen Kommission und anderen Drittmittelgebern gefördert. Sie war 1993 Mitbegründerin und bis 2014 Herausgeberin der Zeitschrift Logos interdisziplinär (heute: Logos).

Schriften (Auswahl) Bücher Psychologie der Wohnästhetik: Wie es uns gefällt. Zugl. Dissertation. Beltz, Psychologie Verlags Union, Weinheim 1996, ISBN 3-621-27346-8. als Hrsg. mit M. Cody, P. Vorderer: Serious Games: Mechanisms and Effects. Routledge, Taylor and Francis, Mahwah 2009. als Hrsg. mit Kerstin Bilda, Juliane Mühlhaus: Neue Technologien in der Sprachtherapie. Thieme, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-13-201681-1. als Hrsg. mit Katja Subellok, Eva Wimmer, Anna-Lena Scherger: Beeinträchtigungen und Potentiale von Sprache und Kommunikation: Praxisrelevante Erkenntnisse aus Lehre und Forschung an der TU Dortmund. Open access Publikation, Eldorado TU Dortmund, 2023.

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Einzelnachweise

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