Die Bahnstrecke Cusco–Puno gehörte zum normalspurigen Netz der Ferrocarril del Sur (FCS) (Peruanischen Südbahn), ist 380 km lang und wird heute von PeruRail betrieben.

Geografische Lage mini|links|La Raya: höchster Punkt der Strecke

Die Strecke beginnt im Bahnhof Estacion del Sur Wanchaq in Cusco. Von dort besteht ein Dreischienengleis zum Schmalspurbahnhof Estación San Pedro der Bahnstrecke Cusco–Quillabamba für Überführungsfahrten durch das Stadtgebiet. Am Pass La Raya erreicht die Strecke mit 4319 m ü M. ihren Scheitelpunkt. Insgesamt verläuft sie überwiegend auf mehr als 3000 m ü M Höhe. Im Bahnhof von Juliaca schließt die Bahnstrecke Mollendo–Juliaca an, die zur Pazifikküste führt.Fellmann und Studer

In Puno wurde ein Bahnhof nördlich des Stadtkerns errichtet, an den ein Gleis zum Hafen anschließt. Der Hafen war bis in die 1990er-Jahre Ausgangspunkt eines Trajekts für Güterwagen über den Titicacasee nach Puerto Guaqui in Bolivien anschloss. Reisende mussten umsteigen. Für diesen Verkehr unterhielt und betrieb die FCS bis zu fünf Fährschiffe. Für die etwa 200 km lange Strecke benötigten die Schiffe etwa 12 Stunden. Auf bolivianischer Seite bestand für die Reisenden Anschluss mit dem Zug von und nach La Paz, das etwa 100 km entfernt liegt.

Geschichte Im Anschluss an die Bahnstrecke Mollendo–Juliaca und mit deren Abschnitt Arequipa–Juliaca wurde 1876 der Abschnitt Juliaca–Puno fertiggestellt und eröffnet. Für die Verbindung von Juliaca in Richtung Cusco erhielt Henry Meiggs Ende 1871 einen Auftrag für den ersten Abschnitt von Juliaca bis Sicuani.Robert D. Whetham: Railways of Peru. Volume 2: The Central and Southern Lines. Trackside Publications, Bristol 2008. ISBN 978-1-900095-37-2 Technische Schwierigkeiten gab es dabei kaum, allerdings zahlreiche Hindernisse anderer Art: Eine Cholera-Epidemie, die Ermordung des den Bahnbau immer unterstützenden Staatspräsidenten José Balta (1814–1872), politische Unruhen und finanzielle Unstimmigkeiten zwischen Meiggs und der Regierung. Das führte zum Abbruch der Bauarbeiten 1875, als die Strecke erst bis Santa Rosa fertiggestellt war. 1877 verstarb der mit dem Bau der Strecke beauftragte Henry Meiggs. Auch der für Peru verlorene Salpeterkrieg (1879–1883) und die folgende Wirtschaftskrise bremsten das Projekt aus. 1888 übernahm der Staat die Bahn und die Baustelle. Als Staatsbahn ging sie 1890 an die Peruvian Corporation über, die Anleihe-Gläubiger der nach dem verlorenen Krieg faktisch im Staatsbankrott befindlichen Republik Peru vertrat und als Ausgleich für die wertlosen Anleihen alle peruanischen Staatsbahnen auf 66 Jahre übertragen bekam. Sie organisierte den Betrieb des von Mollendo ausgehenden Bahnnetzes in der Tochtergesellschaft Ferrocarril del Sur. Erst dieser gelang es, den Bahnbau fortzusetzen und 1891 bis Sicuani fertigzustellen.Luis Felipe Zegarra: Ferrocarriles en el Perú: ¿Qué tan importantes fueron? / Railroads in Peru: How Important Were They?. In: Desarrollo y Sociedad, Jg. 68 (2011), S. 213–259, hier S. 222. 1893 ging der Abschnitt zwischen Juliaca und Sicuani in Betrieb. In einem weiteren Schritt wurde Checacupe 1907 erreicht, Cusco sogar erst 1908.

Verkehr

Bis in die Mitte der 1960er Jahre gab es eine Schlafwagenverbindung von Arequipa nach Puno, wo nach der Nachtfahrt die Fähre über den Titicacasee erreicht werden konnte.

Die Betreibergesellschaft PeruRail verfügt über zwei Touristenzüge, die an drei Tagen in der Woche über die Strecke als Titicaca verkehren. Darüber hinaus nutzt der ebenfalls touristisch ausgerichtete Belmond Andean Explorer die Strecke.Homepage von PeruRail

Literatur Hanspeter Fellmann und Bernhard Studer: Zum Titicacasee und nach Cuzco. Unterwegs mit Harald Navé, Teil 4: Mit der peruanischen Südbahn in die Anden. In: Eisenbahn Geschichte 107 (4/2021), S. 52–59. Robert D. Whetham: Railways of Peru. Volume 2: The Central and Southern Lines. Trackside Publications, Bristol 2008. ISBN 978-1-900095-37-2

Weblinks Homepage auf Spanisch und Englisch PeruRail-Fahrpläne

Einzelnachweise

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