|} Die Bahnstrecke Livron–Aspres-sur-Buëch ist eine 109,4 km lange eingleisige Eisenbahnstrecke in Frankreich. Sie verläuft grob in Nordwest-Südost-Richtung, indem sie dem Verlauf des Flusses Drôme folgt. Damit sind zwei Eisenbahnmagistralen verbunden, die beide jeweils eine Schienenverbindung zwischen der südostfranzösischen Großstadt Lyon über Valence und Orange beziehungsweise über Grenoble zur Metropolregion Aix-Marseille-Provence herstellt.

Im Anschluss nach Osten befindet sich die Bahnstrecke Veynes–Briançon, die in die voralpenländische Region der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur führt. Alle genannten Strecken bedienen sowohl den Güter- als auch Personenverkehr. An ihrem Westende in Livron besteht mit der knapp 5 km langen Bahnstrecke Livron–Privas Übergang zum rechten Rhôneufer bei der Ortschaft La Voulte. Hier findet seit 1938 kein Personenverkehr mehr statt.

Geschichte

+ Länge von Tunneln und Brücken entlang der Strecke BK Bezeichnung Tunnel Brücke 17,349 Viaduc de Crest (Drôme) 113 34,614 Tunnel d’Espenel 308 37,985 Viaduc de Vercheny (Drôme) 95 44,303 Viaduc de Pontaix (Drôme) 125 52,525 Pont métallique sur la Drôme 68 64,703 Pont métallique sur le Bez 69 73,941 Galerie des Tuileries 21 74,802 Viaduc du Claps (Drôme) 217 74,943 Tunnel de Clamontard 409 75,675 Tunnel du Col Bonnet 865 76,888 Pont sur la Drôme 17 81,164 Tunnel des Tours 120 84,42 Tunnel de Saint-Roman 301 85,236 Tunnel de l’Adret 88 86,185 Viaduc de La Condamine 44 87,981 Tunnel des Blaches 23 88,219 Galerie des Blaches 74 88,431 Galerie de La Cascade N° 1 31 88,585 Galerie de La Cascade N° 2 98 89,04 Tunnel du Prieuré 1026 90,555 Tunnel de Beaurières 88 91,226 Tunnel de Ponteillard 185 91,72 Tunnel de Baritel 565 Alter Tunnel Baritel 93,125 Tunnel du Col de Cabre 3764 106,782 Tunnel du Chevalet 330 Streckenmeter gesamt 8296 635 Anzahl 17 7 Am 19. Juni 1857Jean-Baptiste Duvergier: Collection complète des lois, décrets, ordonnances, règlements, et avis du Conseil d’État, Jahrgang 1857, S. 224. wurde dem jungen, offiziell erst drei Wochen später gegründeten Bahnunternehmen Compagnie des chemins de fer de Paris à Lyon et à la Méditerranée (PLM) die Konzession für diese Strecke erteilt, zunächst allerdings nur für den rechtsrhônschen Ort La Voulte bis ins etwa 22 Kilometer entfernten Crest. Die PLM betrieb in dieser Region zahlreiche weitere Eisenbahnstrecke oder hatte die Trassierung in Projektion. Der Rhôneübergang war also anfangs Bestandteil der Strecke. Gut zwei Jahre später, am 13. August 1859 wurde auf ihr auch der Personenverkehr zugelassen, also ihr öffentliches Interesse zuerkannt.Jean-Baptiste Duvergier: Collection complète des lois, décrets, ordonnances, règlements, et avis du Conseil d’État, Jahrgang 1859, S. 308.

Außer der Eisenbahnbrücke La Voulte gab es bautechnisch keine besonderen Herausforderungen, sodass der Bau zügig vonstattengehen konnte. Bereits am 25. September 1871 konnte dieser Abschnitt in Betrieb genommen werden. Anfang Juli 1875 wurde von der Gesellschaft eine Verlängerung bis Briançon über Gap angestrebt, die dafür mit dem Ministerium für öffentliche Arbeiten und Verkehr einen Vertrag unterzeichnete. Um diese Zeit hatte die Gemeinde Briançon ca. 4500 Einwohner.

1976 musste das Claps-Viadukt für mehrere Monate aufgrund akuten Sanierungsbedarfs gesperrt werden. Weitere, umfangreiche Erneuerungen haben dann erst wieder zu Beginn des 21. Jahrhunderts stattgefunden, bei dem man vor allem den Oberbau vollständig erneuert hat.Une ligne inter-régionalerégénération de la ligne ferroviaire Livron – Aspres-sur-Buëch du 15 mars au 12 décembre 2021, Kundeninformationsblatt, SNCF Réseau, 2020.Julien Combelles: Train: d’importants travaux entre Livron et Aspres-sur-Buëch. Le Dauphiné libéré online, 12. Dezember 2020.

Infrastruktur Der Abschnitt östlich von Crest ist durch permanente Steigung, unzählige Kurven und zahlreiche, nach Osten hin zunehmende Anzahl von Viadukten und Tunneln gekennzeichnet, die in ihrer Erstellung auffallend und teuer waren. Insgesamt befinden sich auf diesem 92,25 km langen Abschnitt 8,931 km Brücken und Tunnel, also fast 10 Prozent der Streckenlänge.

Die Brücken und Viadukte wurden aus Metallgittern konstruiert, die auf gemauerte Pfeiler gesetzt wurden. Das längste Viadukt ist das 217 Meter lange und bis zu 44 Meter hohe Viaduct du Claps. Dieses befand sich bereits 1976 in einem derart ruinösen Zustand, dass es ersetzt werden musste. In einem Dreivierteljahr Umbau wurde das alte Stahlgeflecht durch eine moderne, 570 t Baustahl-Balkenkonstruktion ersetzt. Die drei Steinstützen im Abstand von je 54 m wurden nicht verändert., 6. Dezember 2003. Die beiden ebenfalls über 100 Meter langen Brücken sind das Viaduc de Pontaix, 9. Januar 2006. und das Viaduc de Crest, 9. Januar 2006..

Der wichtigste und höchstgelegene Tunnel auf dieser Strecke ist der 3,764 km lange Cabre-Pass-Tunnel, in dem sich kurz vor seinem südöstlichen Ausgang der Scheitelpunkt dieser Bahnstrecke befindet. Der Tunnel zeichnet sich durch eine weitere Besonderheit aus, indem er doppelspurig breit gebaut wurde, obwohl die Strecke durchgehend eingleisig ist. Man wollte in der Anfangszeit der Traktionsevolution mit dieser Konstruktion für einen besseren Dampfabzug sorgen. Außerdem besitzt dieser Tunnel zwei Dampfabzugschächte von 100 bzw. 185 Meter Höhe, die heute noch sichtbar sind. Der Bau war nicht nur kostenintensiv, sondern forderte auch zahlreiche Menschenleben durch Schlagwetterexplosionen. Der nächstlange Tunnel ist der gut 1 km lange Kehrtunnel du Prieuré, mit dem 21 Höhenmeter gewonnen werden konnten.

Nach Fertigstellung der Strecke musste im Bereich des Tunnel de Baritel mit 69 m Länge eine neue Trassierung gefunden werden, weil es in diesem Bereich tektonische Erdbewegungen gab. Heute führt die Strecke ein wenig weiter nördlich bei Baritel um die Gesteinsstörung herum. Ein 565 m langer, neuer Tunnel wurde gebaut und wird noch heute genutzt., 20. März 2006.Tunnel de Baritel, Inventaire des tunnels ferroviaires de france No 26040.10, einschl. Fotos mit deutlich sichtbaren Schäden am Bauwerk.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Bahnstrecke in Auvergne-Rhône-Alpes