mini|hochkant|Das Haus Karolinenstraße 15 in Augsburg (August 2021) Das Bürgerhaus Karolinenstraße 15 (ehemals Litera D 41) befand sich in der Innenstadt von Augsburg und war als Baudenkmal in der Bayerischen Denkmalliste verzeichnet., Denkmalnummer D-7-61-000-536 Im September 2021 wurde das Gebäude durch einen Brand schwer beschädigt und anschließend teilweise abgebrochen.Brand in Karolinenstraße gelöscht, Abbruch des Hauses hat begonnen. In: Augsburger Allgemeine, erschienen am 12. September 2021, abgerufen am 12. September 2021. Eine vollständige Restaurierung ist vorgesehen und begann 2023; die Arbeiten dauern Stand November 2025 noch an.Brand in der Karolinenstraße: Historisches Gebäude soll komplett restauriert werden. In: Augsburg TV, veröffentlicht am 10. Februar 2023, abgerufen am 29. November 2025.
Geschichte Im Kern stammte das Haus an der Karolinenstraße aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Die Fassade bis zur Traufe wurde um 1800 mit klassizistischem Stuckdekor (sogenannter Zopfstil)Sieben historische Häuser: Ein Rundgang durch Augsburgs Geschichte. In: Augsburger Allgemeine, erschienen am 28. März 2021, abgerufen am 13. September 2021. gestaltet.
In den 1890er Jahren wurde die Fassade umgestaltet und das Eingangsportal im Erdgeschoss, über dem sich eine Nische (der ursprüngliche Standort der Hausmadonna) befand, entfernt. Den Zwerchgiebel in barockisierendem Neorenaissancestil ergänzte man 1912. Anfang des 20. Jahrhunderts war das Anwesen Verlagshaus des Papierwaren- und Postkartenherstellers C. Holfelder & Cie. Bei den Luftangriffen auf Augsburg im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zwar getroffen, die Fassade blieb jedoch weitgehend erhalten.Norbert Lieb und Ludwig Ohlenrot: Kriegsschadenplan 1944.
1984/85 wurde das Haus saniert. In diesem Zuge ersetzte man die Hausmadonna durch eine Kopie aus Gussstein. Das aus Holz geschnitzte Original wurde 2013 auf einer Auktion versteigert und befindet sich seither in der Studiensammlung der Diözese Augsburg.
Brandzerstörung 2021 mini|hochkant|Eingerüstete Fassade nach der Brandzerstörung (April 2023) Am Freitag, dem 10. September 2021, brach in den Abendstunden im Dachstuhl des Hauses ein Feuer aus. Laut Kriminalpolizei wurde der Brand „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch einen technischen Defekt beim Aufladen eines privaten E-Scooters verursacht“, welcher sich bei Brandausbruch im Eingangsbereich einer Wohnung im dritten Stock befand.
Bis Sonntagmorgen gelang es der Berufsfeuerwehr Augsburg zusammen mit weiteren Stadtteilfeuerwehren, den Brand zu löschen und ein Übergreifen auf die Nachbarbebauung zu verhindern. Drei Personen wurden bei dem Brand leicht verletzt und auch mehrere Feuerwehrleute mussten ärztlich behandelt werden.Feuer in Karolinenstraße: „Plötzlich hat jemand geschrien: Es brennt, alle raus hier“. In: Augsburger Allgemeine, erschienen am 12. September 2021, abgerufen am 12. September 2021. Die tragenden Strukturen des Gebäudes wurden bei dem Brand so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass seitens der Stadt Augsburg entschieden wurde, das Gebäude abzubrechen. Die Kopie der Hausmadonna konnte zuvor noch gerettet werden.
Bis zur Zerstörung handelte es sich um das älteste erhaltene historische Gebäude an der Augsburger Karolinenstraße. Über eine Rekonstruktion zumindest der in den Untergeschossenen noch teilweise erhaltenen Fassade wurde bald diskutiert.Nach dem Brand in der Karolinenstraße stellt sich die Frage nach dem Wiederaufbau des Gebäudes, Bayerischer Rundfunk, Christian Wagner, 13. September 2021
Beschreibung Bei dem Gebäude handelte es sich um einen dreigeschossigen Traufseitbau mit Satteldach. An der Fassade zur Karolinenstraße hin waren ein Zwerchgiebel und ein Flacherker angeordnet. Im Zwerchgiebel befand sich eine Nische für die barocke Holzskulptur der Maria Immaculata, die von einem unbekannten Bildhauer im 18. Jahrhundert geschaffen wurde.Gerettete Hausmadonnen. Gesellschaft zur Erhaltung Augsburger Kulturdenkmale e. V., abgerufen am 12. September 2021. Ursprünglich stand die Figur in einer Nische über dem Eingangsportal im Erdgeschoss. Die Fassade war mehrfarbig gestaltet und mit reichhaltigen Ornamenten verziert. Dazu zählten eckige Voluten, Perlstäbe, aufwändige Fensterumrandungen sowie Tuch- und Lorbeergirlanden mit mittig angeordneten Medaillons.Karl Fieger: Historismus in Augsburg. Wißner Verlage, 2016, ISBN 978-3-95786-025-5, Seite 25–27.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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