mini|Jack Foley (2018) Jack Foley, mit bürgerlichem Namen John Wayne Harold Foley (* 9. August 1940 in Neptune Township, New Jersey; † vor oder am 5. November 2025 in Oakland, Kalifornien), war ein der Beat Poetry nahestehender amerikanischer Dichter.
Leben und Werk John Wayne Harold Foley wurde in Neptune Township, New Jersey, geboren.Dana Goia: California Poetry: From the Gold Rush to the Present. Santa Clara, CA: Santa Clara University 2004; zugleich veröffentlicht bei Heyday als E-book im Jahr 2008, S. 220.Jack Foley. In: Marquis’ Who’s Who, 26. März 2019. Abgerufen am 12. Juni 2026. Foley wuchs in Port Chester, New York, aufJack Foley Lauded for His Skill as a Poet. In: 24-7pressrelease.com, 11. Mai 2021. Abgerufen am 12. Juni 2026 (englisch). und studierte an der Cornell University und der University of California in Berkeley. Seine Entwicklung als Dichter ist einzigartig, weil sie immer auch Performances mit einbeschloss, insbesondere die Präsentation von „mehrstimmigen“ Stücken, die von Jack Foley geschrieben, aber sowohl von Foley als auch von seiner verstorbenen Frau Adelle Joan Foley (1940–2016) aufgeführt wurden. Diese Stücke enthalten oft widersprüchliche, gleichzeitige Stimmen, deren Wechselbeziehungen Foleys oft geäußerte Überzeugung widerspiegeln, dass „einige Teile des Geistes nicht wissen, was andere Teile tun.“ Foley sieht seine nicht selten Widersprüche artikulierende Schreibweise beeinflusst von seiner frühen Brecht-Rezeption.Jack Foley. In: Life and Legends, 28. Dezember 2014. „With his wife Adelle, Foley performs his work (often “multivoiced” pieces) frequently in the San Francisco Bay Area. Their performances can be found on YouTube.“
Foley lernte Adelle im November 1960 kennen, als er an der Cornell-Universität in Ithaca, New York, studierte und sie am Goucher College in Maryland. Sie heirateten am 21. Dezember 1961; das Paar hat ein Kind, Sean (geboren 1974). Die Foleys zogen 1963 nach Kalifornien, wo er an der Universität von Kalifornien in Berkeley studierte und sie bei der Federal Reserve Bank von San Francisco arbeitete. Foley erhielt einen Master of Arts (M.A.) in Englischer Literatur in Berkeley und veröffentlichte damals mehrere Gedichte und Artikel. 1974 brach er, beeinflusst von Charles Olsons Maximus Poems, das Studium ab, um eine Karriere als Dichter und Schriftsteller zu verfolgen. Seine erste Lyriklesung, in der er gemeinsam mit Adelle hatte, war allerdings erst vergleichsweise spät – im Juni 1985.Auf Jacks und Adelles mehrstimmigen Performances weist Carlota Caulfield hin. Siehe Carlota Caulfield: Ticket to Ride (some ways to play my tunes): essays and poems. Hurricane 2005, ISBN 0-9711391-6-4. S. 98–99. (When it comes to performance poetry, Jack Foley knows what he wants and if necessary he’ll dance it for you. Since our first encounters, when we were both helping Herman Berlandt organize the National Poetry Week in 1985, Jack’s poetry surprised me. Although he was already widely published and well known for his innovative approach to poetry, I didn’t know his work. I was finishing the manuscript, Oscuridad divina. The multiplicity of voices which had emerged during the writing of the poems seemed to demand vocal expression, a performance [...] I never thought of finding myself performing with an American poet in front of an American audience. But there I was with Jack and his wife Adelle embodying all the mysteries and pleasures of sounds. [...]„Wenn es um Performance-Poesie geht, weiß Jack Foley, was er will und tanzt sie bei Bedarf für Sie. Seit unserer ersten Begegnung, als wir beide Herman Berlandt 1985 bei der Organisation der National Poetry Week halfen, überraschte mich Jacks Poesie. Obwohl er bereits weithin rezipiert und für seinen innovativen Zugang zur Poesie bekannt war, kannte ich seine Arbeit nicht. Ich beendete gerade das Manuskript von Oscuridad divina. Die Vielfalt der Stimmen, die sich während des Schreibens dieser Gedichte herausgebildet hatte, schien einen stimmlichen Ausdruck zu verlangen, eine Leistung [...] Ich hätte nie daran gedacht, dies mit einem amerikanischen Dichter vor einem amerikanischen Publikum zu präsentieren. Aber da war ich mit Jack und seiner Frau Adelle, die alle Geheimnisse und Freuden der Klänge verkörperte.“)Ila Rosenzweig: Zitiert in: Vielstimmige Performances verlangen auf Grund ihrer Struktur nicht wenige von Foleys Gedichten. „Als ich Jack und Adelle zum ersten Mal performen hörte (wahrscheinlich Anfang der 90er), hatte ich noch nie zwei Darsteller gleichzeitig reden hören, ohne dass ich verärgert war. Aber als sie aufhörten, war ich wunderbar erregt von meiner Orientierungslosigkeit. Ich denke, ‚weggeblasen‘. ist der Ausdruck. So fühlte ich mich, als ich in den 60er Jahren zum ersten Mal John Coltrane und ein paar andere Musiker in Berkeley auftreten hörte. Ich wusste nicht genau, was mit mir geschah, und das gefiel mir.“ – Im Original: “The first time I heard Jack and Adelle perform (early 90s probably) I had never heard two performers talk at the same time without my being annoyed. But when they gave forth I was wonderfully excited by my disorientation. I think 'blown away' is the expression. It was the way I felt when I first heard John Coltrane and a couple of other musicians perform in Berkeley in the 60s. I didn't know exactly what was happening to me, and I liked that.” Siehe zu Foleys Gedichten und Performances auch: Jake Berry: Assimilating the Impossible: a review of three new books by Jack Foley. (Blog) In: The OtholitMicah Zevin[,] Review of Jack Foley's WHEN SLEEP COMES: SHILLELAGH SONGS (Sagging Meniscus Press). In: Heavy Feather, 10. März 2020.Mary Rudge: Jack London’s Neighborhood: A Pleasure Walker’s (and Reader’s) Guide to History and Inspiration in Alemeda. Xlibris LLC, 2013, ISBN 978-1-4568-0933-1, S. 198. „In the 1980's Jack Foley, Mary Rudge and John Curl did poetry readings on the ferry, filmed for Alameda TV show ‘The Star Rover’. [...]“
Sein erster Gedichtband Letters/Lights, der Adelle gewidmet war, erschien 1987.
Seine Gedichtbände enthalten oft begleitende CDs oder Kassetten, auf denen Foley und Adelle seine Werke aufführen.
Seit 1989 bis 1995 war Foley als „secretary“ im Vorstand des San Franciscoer Zweigs (San Francisco Chapter) der National Poetry Association und 1990–1997 „program director“ von PEN Oakland.
Seit 1988 moderiert Jack Foley eine Radiosendung mit Interviews und Poesie-Präsentationen. Diese oft der neuen und neuesten Dichtung Kaliforniens gewidmete regelmäßige Sendung „Cover to Cover“ beim Radiosender KPFA in Berkeley (94.1 FM) stellt neben altbekannten Dichtern wie Charles Bukowski vor allem jüngere Dichter und interessante Dichterinnen wie Nina Serrano und Maki Starfield vor.Jack Foley. In: Exacting Clam.Cover to Cover with Jack Foley – September 18, 2019. In: KFPA. Abgerufen am 12. Juni 2026.
In den Jahren 1990–1995 war Foley der Herausgeber der Lyrik-Zeitschrift Poetry USA : In dem von Steven Hirsch herausgegebenen Jahrbuch ‚Heaven Bone wurde die Zeitschrift als „the poetry Bible of the ‚Bay‘“ (die Lyrik-Bibel der San Francisco Bay Area) bezeichnet. In: litterateurrw.com, S. 32. Abgerufen am 12. Juni 2026.
Ebenfalls in den 1990er Jahren waren Jack und Adelle Foley mit dabei, als von der Gründerin des San Francisco Center for Books, Susan Landauer, und von Steve Woodall im Rahmen des „Pages of Sin“ genannten Programms eine „Dichter ziehen Abzüge von Drucken“, also „Poets Pulling Prints“ (PPP) genannte Serie von Poesie-Events initiiert wurde. Die Idee war, hervorragende, sich der Lithographie, dem Siebdruck und anderen Druckverfahren widmende Künstler mit Dichtern zusammenzubringen und ein großes, schön gedrucktes Blatt mit den bei der jeweiligen Lesung präsentierten Gedichten eines Dichters zu schaffen. „Die erste Lesung war von Diane DiPrima und Felicia Rice druckte das Blatt. Diane protestierte gegen die Lösungsmittel in der Raumluft und verlegte die Lesung nach draußen. Andere Dichter, die an „Pages of Sin/PPP“ teilnahmen, waren Neeli Cherkovski und James Scheville, die ihre Gedichte lasen, und Adelle und Jack Foley, die das Publikum mit ihrer Ukelele-verstärktes Stepdance-Poesie-Performance begeisterten,“ heißt es auf der Webseite des San Francisco Center for the Book San Francisco Center for the Book. 1996 pries Michael McClures Foleys Gedichtband Exiles wie folgt: „Jack Foley ist unser leidenschaftlicher Experimentator und er hält seine Fackel hoch, damit der Leser mehr Licht bekommt. Dieses Buch erzeugt einzigartige Lichtreflexe und Schatten auf tiefgründige und lebendige Weise.“Michael McClure: Kommentar auf dem Buchumschlag. In: Jack Foley: Exiles , 1996. "Jack Foley is our firebrand experimentalist and he holds his torch high so the reader can have more light. This book makes unique flares and shadows in profound and vivid ways.” – Das Zitat findet sich erneut auf dem Buchumschlag von Foleys Autobiographie The Light of Evening: A Brief Life of Jack Foley, 2021.
Foleys Verbindung zu und Freundschaft mit McClure war offenbar eng.Jerome Rothenberg: With Michael McClure & Jack Foley: Writing between the lines 1955/2013/2014. In: Jacket2, 11. August 2014. Abgerufen am 12. Juni 2026. Aber auch die Freundschaft mit anderen Dichtern wie Larry Eigner,Donald Allen (Hrsg.): The New American Poetry, New York: Grove Press, 1960. ISBN 978-0-520209534. S. 90–96. Diana di Prima, Ivan Argüelles, Al Young und Neeli Cherkovski.
Foley interviewte im Jahr 2001 Michael McClure für die Zeitschrift Alsop ReviewJack Foley: An Interview with Michael McClure. in: Alsop Review, auf Tonband aufgenommen am 24.Mai 2001; erwähnt in: Joanna Pawlik: Remade in America: Surrealist Art, Activism, and Politics, Oakland: University of California Press, 2021, S. 258. und 2002 interviewte Foley Michael McClure erneut für die Zeitschrift Beat Scene.Siehe Beat Scene No. 40, März/April 2002, S. 17. - Im Jahr 2012 bezog sich Leslie Scalapino auf Foley und dessen Interview mit Michael McClure in seiner Einleitung zu Michael McClures Gedichtband Of Indigo and Saffron: New and Selected Poems. Siehe Michael McClure: Of Indigo and Saffron: New and Selected Poems. Berkeley and Los Angeles: University of California Press, 2012, S. 6, 7, und 12. Christopher Bernard hat (in Poetry Flash) von Foley gesagt, er sei „einer der wichtigsten Denker und Praktiker der amerikanischen Poesie“.Christopher Bernard: Kommentar auf dem Buchumschlag. In: John Foley: The Light of Evening: A Brief Life of Jack Foley. Washington, D.C.: Academica Press, 2021. „One of American poetry’s essential thinkers and practioners.“ Dana Gioia würdigte den Dichter Jack Foley wie folgt : „Jack Foleys Werk repräsentiert dieses seltene Gut – avantgardistische Poesie.“Dana Gioia: Buchrückenkommentar. In: Jack Foley: The Light of Evening: A Brief Life of Jack Foley. Washington, D.C.: Academica Press, 2021. „Jack Foley’s work represents this rare commodity – avant-garde poetry.“ ; Dort findet sich auch wieder Lawrence Ferlinghettis Lob: „Foley is doing great things in articulating the poetic consciousness of San Francisco“, das schon im Jahr 2000 hinten auf dem Umschlag von Foleys Buch O Powerful Western Star: Poetry & Art in California (Oakland: Pantograph Press, 2000) zitiert worden war.
Im Jahr 2012 brachte die Online-Zeitschrift The Tower eine Sondernummer als „Festschrift for Foley“ heraus.The Tower, Band 5, No. 1, Herbst 2012. Nach Adelles Tod 2016 fand Foley in Sangye Land eine neue Liebes- und Poesie-Performance-Partnerin.